• EURO STOXX 50 - Kürzel: SX5E - ISIN: EU0009658145
    Börse: STOXX / Kursstand: 3.263,00 Punkte

Paris (GodmodeTrader.de) – Nach dem Absturz im August setzte sich der Kursrutsch an den Märkten fort. Nach wie vor befürchten Anleger, die nachlassende Aktivität in den Schwellenländern, allen voran in China, könnte die Weltkonjunktur deutlich bremsen. Darüber hinaus sorgte die Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsanhebung zu verschieben, für Unruhe. Im Moment sieht es so aus, dass der erste Zinsschritt noch vor Jahresende stattfinden könnte, wie Jean-Charles Mériaux, Leiter Portfoliomanagement bei DNCA Investments, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

In Europa habe die Enthüllung, dass Volkswagen bei den Emissionen seiner Dieselmotoren manipuliert habe, den Automobilsektor besonders schwer getroffen. Nach der Euphorie vom Frühjahr befänden sich die meisten europäischen Indizes inzwischen auf negativem Terrain. Trotzdem sei die Eurozone der einzige große Wirtschaftsraum der Welt, in dem sich die Wachstumsprognosen für 2015 verbessern würden. Abgesehen von bestimmten Sektoren (Erdöl) senkten die europäischen Unternehmen ihre Prognosen nicht, heißt es weiter. Wie sei das zu erklären?

„Erstens ist hier die extrem expansive Geldpolitik der EZB zu nennen, die diese mindestens bis Ende 2016 fortsetzen wird. Auf der anderen Seite wird die Fed ihre Geldpolitik straffen müssen. Zweitens die Abwertung des Euro. Tatsächlich gehört es zu den großen Leistungen der EZB, dass sie es geschafft hat, die Gemeinschaftswährung zum großen Nutzen der weitgehend exportorientierten Eurozone zu schwächen. Drittens der Rückgang der Rohstoffpreise. Da die Eurozone kaum Rohstoffe produziert, profitiert sie mit am meisten davon, dass der Erdölpreis und die Preise von Grundstoffen insgesamt fallen“, so Mériaux.

Obwohl die Anleger teils berechtigte Gründe hätten, beunruhigt zu sein, blieben die europäischen Aktien im weltweiten Verhältnis gesehen mit Sicherheit eine der besten Anlageklassen und die Sinkbewegung der letzten Wochen stelle eine langfristige Kaufgelegenheit dar, heißt es. „Daher bleiben wir bei unserer Meinung: die Aktien der Eurozone aufstocken und dabei auf Unternehmen setzen, die vorwiegend in der Eurozone tätig sind“, so Mériaux.