Der DAX bestand seit seiner Einführung Ender der 1980er Jahre aus 30 Komponenten. Doch im Herbst wird sich das ändern. Die Deutsche Börse hat beschlossen, den DAX ab September 2021 auf 40 Unternehmen auszuweiten. Die Erweiterung ist Teil eines größeren Maßnahmenpakets, das die Deutsche Börse auch wegen des Wirecard-Debakels beschlossen hatte.

Einige der beschlossenen Änderungen gelten bereits. Seit Dezember 2020 müssen alle DAX-Aufsteiger vor der Aufnahme mindestens zwei Jahre hintereinander ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) aufweisen. Sind sie einmal im DAX, müssen den Index allerdings nicht wieder verlassen, falls es zu einem negativen EBITDA kommt.

Neu ist auch, das alle Unternehmen seit März 2021 sowohl testierte Geschäftsberichte als auch Quartalsmitteilungen veröffentlichen müssen und bei Nichteinhaltung der entsprechenden Fristen den DAX wieder verlassen müssen.

Bisher spielten für die DAX-Aufnahme zwei Kriterien eine Rolle: Die Freefloat-Marktkapitalisierung und der Börsenumsatz. Das letzte Kriterium fällt ab September weg, dann ist nur noch die Freefloat-Marktkapitalisierung entscheidend. Die Freefloat-Marktkapitalisierung ist der Wert aller Aktien eines Unternehmens, die frei gehandelt werden können (und sich nicht fest in den Händen eines Großaktionärs befinden).

Die Zusammensetzung des DAX wird künftig zwei Mal pro Jahr regulär überprüft, im Mai und im September. Bisher gab es nur eine reguläre Überprüfung, zusätzlich aber noch sogenannte Fast-Exit- und Fast-Entry-Regeln, die es auch künftig geben wird.

Diese Werte haben die besten Chancen auf einen DAX-Aufstieg

Die Erweiterung des DAX dürfte durchaus auch Einfluss auf die Kursentwicklung der betroffenen Aktien haben. Denn steigen Aktien in einen populären Index wie den DAX auf, dann müssen passive Marktteilnehmer wie ETFs, die einfach den entsprechenden Index nachbilden, diese Aktien auch erwerben. Diese Käufe führen dann automatisch zu einer erhöhten Nachfrage nach den entsprechenden Aktien. Allerdings haben Untersuchungen gezeigt, dass diese Kursgewinne in der Regel bereits in den Wochen und Monaten vor der tatsächlichen Indexaufnahme vorweggenommen werden, weil in der Regel bereits zuvor recht gut bekannt ist, welche Aktien aufsteigen werden und dies entsprechend vorab von den Marktteilnehmern "eingepreist" wird. Die Kurse steigen also nicht erst dann, wenn die ETFs tatsächlich kaufen, sondern bereits in Erwartung dieser Käufe, weil Arbitrageure bereits vor der Indexaufnahme die Aktien erwerben und diese dann an die ETFs "weiterreichen".

Die folgende Tabelle zeigt diejenigen Aktien, die nach der offiziellen Rangliste der Deutschen Börse mit Stand 03. Juni die besten Voraussetzungen haben, in den DAX aufzusteigen. Es handelt sich allesamt um bisherige MDAX-Werte.

Aktie ISIN Rang Freefloat-Marktkapitalisierung
AIRBUS NL0000235190 7
ZALANDO SE DE000ZAL1111 25
PORSCHE AUTOM.HLDG VZO DE000PAH0038 27
SIEMENS HEALTH.AG NA O.N. DE000SHL1006 28
SYMRISE AG INH. O.N. DE000SYM9999 29
HELLOFRESH SE INH O.N. DE000A161408 33
BRENNTAG SE NA O.N. DE000A1DAHH0 34
SARTORIUS AG VZO O.N. DE0007165631 38
BEIERSDORF AG O.N. DE0005200000 39
QIAGEN NV EO -,01 NL0012169213 40
HANNOVER RUECK SE NA O.N. DE0008402215 41
PUMA SE DE0006969603 42
LEG IMMOBILIEN SE NA O.N. DE000LEG1110 43
KNORR-BREMSE AG INH O.N. DE000KBX1006 44
AROUNDTOWN EO-,01 LU1673108939 45

Einige der Aktien (insbesondere Airbus) gehörten nach dem Kriterium der Freefloat-Marktkapitalisierung auch bisher schon zu den wichtigsten Aktien in Deutschland, wurden aber wegen eines zu geringen Börsenumsatzes nicht in den DAX aufgenommen. Zwar fällt die zweite Rangliste nach Börsenumsatz künftig weg, es wird aber auch weiterhin ein Mindestkriterium für den Börsenumsatz geben, um zu verhindern dass zu illiquide Werte in den DAX aufgenommen werden. Airbus dürfte diese Hürde allerdings locker überspringen und damit künftig ein echtes DAX-Schwergewicht werden, liegen die Papiere doch in der Rangliste der Freefloat-Marktkapitalisierung bereits jetzt auf Rang sieben aller deutschen Aktien.


Tipp: Testen Sie jetzt Guidants PROmax! Sie finden dort jede Menge Tradingideen, Musterdepots, einen direkten Austausch mit unseren Börsen-Experten in einem speziellen Stream und spannende Tools wie den Formel-Editor oder den Aktien-Screener. Auch Godmode PLUS ist inklusive. Jetzt PROmax 14 Tage kostenlos testen!