Am 10. Juni findet die vierteljährliche geldpolitische Sitzung statt. Wir erwarten,

  • dass die EZB ihre Zinssätze auf dem Rekordtief hält.
  • keine wesentliche Änderung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) sowie keinen Hinweis darauf, dass das Programm vor März 2022 zurückgefahren wird. Was die Wortwahl angeht, könnte sich die EZB unserer Meinung nach zu „höheren“ PEPP-Käufen im dritten Quartal verpflichten und gleichzeitig ihre Flexibilität während der Sommermonate betonen.Was die Formulierung angeht, denken wir, dass die EZB sich zu „höheren“ PEPP-Käufen im dritten Quartal verpflichten könnte und gleichzeitig die Flexibilität während der Sommermonate betont. Die bisherige Formulierung lautete „deutlich höher“, was auf eine leichte Verlangsamung in Q3 gegenüber Q2 hinausläuft.
  • dass die Bekanntgabe über ein mögliches Ende des PEPP auf September verschoben wird.
  • dass sich der Inflations- und Wachstumsausblick wesentlich ändern wird. Grund hierfür sind die Wiedereröffnung der Wirtschaft, die Einführung von Impfungen und höhere Rohstoffpreise.

o Hinsichtlich der Inflation schätzte die EZB zuvor, dass die Inflation im letzten Quartal 2021 mit 2 Prozent ihren Höhepunkt erreichen würde. Wir gehen davon aus, dass diese Zahl nach oben korrigiert wird, auf etwa 2,8 Prozent. Wir erwarten, dass Christine Lagarde betonen wird, dass der Inflationsdruck sich als vorübergehend erweisen wird.

o Auf der Wachstumsseite könnten die Veränderungen weniger ausgeprägt sein. Wir gehen davon aus, dass die EZB weitere Anzeichen für eine tatsächliche Wachstumsbeschleunigung abwarten wird, bevor sie ihr Wachstumsziel von 4 Prozent für 2021 nach oben korrigiert. Nichtsdestotrotz erwarten wir, dass die EZB für 2021 ein Wachstum von 4,2 Prozent prognostiziert.

  • auch, dass Christine Lagarde über das Klimarisiko sprechen wird und darüber, wie gefährlich es für Zentralbanken wäre, dieses Risiko zu ignorieren.
  • dass Christine Lagarde die Mitteilung von Isabel Schnabel bezüglich steigender Renditen aufgreifen könnte: „Steigende Renditen sind eine Folge davon, dass die Investoren optimistischer werden, und genau das wollen wir sehen."

Wir denken, dass die EZB die schwierige Entscheidung auf September verschieben und sich alle Optionen offenhalten wird. Die Sitzung am Donnerstag dürfte ein Non-Event sein.