Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) im Juni geliefert und eine Verlängerung des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) bis mindestens Ende Juni 2021 beschlossen hat, deutet sich nun eine wohltuende geldpolitische Pause an.

Auch wenn die finanziellen Rahmenbedingungen immer noch nicht so locker wie vor der Krise sind, haben sich die Märkte zusehends stabilisiert. Nicht zuletzt dank des neuen Aufkaufprogramms PEPP, in dessen Rahmen allein im Juni Anleihen im Wert von rund 120 Milliarden Euro gekauft wurden. Auch von der konjunkturellen Seite kommen positive Signale. Der Tiefpunkt der Krise dürfte im April 2020 erreicht worden sein, seitdem zeichnet sich (vorerst) eine Erholung ab. Vor diesem Hintergrund erwarten wir keine neue Weichenstellung von der EZB auf der Juli-Sitzung. Das heißt aber auch, dass es beim „Easing Bias“ bleiben wird, notfalls also weiter geldpolitisch Gas gegeben werden wird. Die Verhältnismäßigkeit der geldpolitischen Maßnahmen wird weiter betont werden. Wir gehen fest davon aus, dass die EZB-internen Analysen ergeben werden, dass der Nutzen die Kosten deutlich überwiegt.

Ansonsten dürfte sich die Diskussion eher um das konjunkturelle Bild drehen und damit um den erwarteten „Recovery Fund“, über den auf dem EU-Gipfel am Ende der Woche entschieden werden wird. Auf ihm ruhen insbesondere die Hoffnungen der Peripherieländer, deren wirtschaftliche Erholung durch ihn unterstützt werden soll. Diskutiert werden könnte auch eine Anhebung der Freibeträge, für die die Banken keinen Negativzins zahlen müssen. Nachdem die Finanzinstitute bei den Langfristtendern reichlich zugegriffen haben, ist die Überschussliquidität auf einen neuen Höchststand geklettert. Eine Anpassung könnte daher mittelfristig erfolgen.

Alles in allem dürfte die Sitzung wenig spektakulär enden. Aber an der Bereitschaft der EZB, geldpolitisch weiter Gas zu geben, dürfte kein Zweifel aufkommen. Andernfalls würden die Märkte schnell nervös werden.