Für die erste Notenbanksitzung im Jahr 2021 erwarten wir keine großen Veränderungen. Die wichtigste Entwicklung wird höchstwahrscheinlich die jährliche Rotation der stimmberechtigten Mitglieder innerhalb des Offenmarktausschuss sein. Hier haben Äußerungen des neu-stimmberechtigten Präsidenten der Federal Reserve Atlanta, Raphael Bostic, eine öffentliche Debatte ausgelöst. Er deutete seine Aufgeschlossenheit hinsichtlich einer Reduktion von Anleiheankäufen in relativ kurzer Zeit an. Einzelne Zentralbanker schlossen sich der Idee an, wenn auch in einem deutlich milderen Ton. Notenbankchef Powell erklärte kurz darauf, dass jetzt nicht die Zeit sei, um über einen Ausstieg zu sprechen. Auf die Frage, wann es so weit sei, sagte Powell: "Wir werden es die Welt wissen lassen."

Das jüngst verabschiedete Rettungspaket und die Aussicht auf noch größere fiskalische Maßnahmen könnten den Optimismus der Zentralbanker zwar beflügeln, jedoch sollte dieser nicht ohne die üblichen Warnungen geäußert werden: Der Weg hin zu einem glücklichen Sommer der Impfstoffe, fiskalischer Großzügigkeit und besseren Wetters, welches die Infektionsraten dämpft, könnte äußerst holprig werden. Die jüngsten, schwächer als erwarteten, Wirtschaftsdaten zu Arbeitsmarkt und Konsum geben jedenfalls Anlass zur Vorsicht. Hinweise aus Umfragen, welche auf einen milden Inflationsanstieg deuten, könnten von der Fed indes begrüßt werden. Diese passen gut zur neuen Inflationstoleranz, welche im neuen Rahmenwerk verankert ist. Letztendlich könnten jedoch die Entwicklungen am Arbeitsmarkt für die Reaktion der Fed ausschlaggebend sein - oder ein unerwünschtes Überschießen des Preisanstiegs, wie Powell sagte.