Ist das Ausbruchstrading nicht mehr „In“? Zumindest kann ich mich diesem Eindruck manchmal nicht erwehren. Vielleicht liegt es daran, dass Sie mit einem Ausbruchstrade niemals am Tief kaufen oder am Hoch verkaufen bzw. Shorten werden. Vielleicht auch daran, dass Sie mit dem Traden von Ausbrüchen in Seitwärtsphasen einige Versuche brauchen werden, um in einen erfolgreichen Trade zu gelangen? Vielleicht auch deshalb, weil es zu einfach scheint - es fehlt die Mystik, das große Geheimnis?

Dies sind durchaus stichhaltige und nicht von der Hand zu weisende Argumente, nur darf dabei nicht vergessen werden, dass quasi jede markante Bewegung, ob in Aktien, in Rohstoffen, im Dax oder im Dow Jones, sei es im 5 Minutenchart oder auf Wochenbasis mit einem Ausbruch beginnt. Ausbrüche aus Trendlinien, Formationen, Ranges oder einfach über lokale Hochs und Tiefs bilden die Basis einer jeden Trendbewegung und hier zeichnen sich letztere besonders aus, denn Sie werden keine Trendbewegung finden, in der es nicht mindestens zu einem Ausbruch über solche Hochs und Tiefs kommt.

Sie sind skeptisch? Dann lassen Sie die folgenden Charts kurz auf sich wirken!

Long im Gold seit dem Ausbruch über 330,55 $ per Wochenchart wirklich nicht attraktiv?

Die starke Rallye in VOLKSWAGEN - Aktie in den vergangenen Tagen startete mit einem Ausbruch über ein lokales Hoch!

Warum nicht am Verkäufermarkt bei TUI von Mai bis Juli mit einen Ausbruchstrade partizipieren?

Diese Chartgalerie ließe sich noch beliebig fortführen und das Ergebnis wäre immer das gleiche. Trends weisen nicht nur interessante, sondern auch erfolgreich handelbare Ausbrüche auf. Wie Sie diese handeln können, möchte ich Ihnen in dieser Kommentarserie vorstellen.

Ausbruchslevel identifizieren und Handeln

Bevor Sie einen Ausbruch handeln können, müssen Sie potenzielle Ausbruchslevel zunächst einmal identifizieren können - und das natürlich, bevor ein Ausbruch stattgefunden hat. Eine einfache aber auch effektive Methode ist es, nach Situationen im Chart zu suchen, bei denen links und rechts einer Kerze (Wochenkerze, Tageskerze, Stundenkerze...) mindestens eine Kerze liegt (idealerweise mehrere), die ein höheres Kerzenhoch und Kerzentief aufweist. In diesem Fall wird durch die höheren Kerzen links und rechts ein entsprechendes Markttief definiert. Gleichzeitig liegt es natürlich nahe, auch Markthochs in analoger Weise zu bestimmen. Ein solches liegt vor, wenn links und rechts einer Kerze (Wochenkerze, Tageskerze, Stundenkerze...) jeweils mindestens eine Kerze liegt, die ein tieferes Kerzenhoch und -tief aufweist. Die folgenden Grafiken veranschaulichen dieses Prinzip grafisch:

Kerzenkombination Kerzenkombination

markiert ein lokales Hoch markiert ein lokales Tief

Hochs und Tiefs im aktuellen DAX Tageschart (1 Kerze = 1 Tag)

Der Einstieg über lokale Hochs bzw. unter lokale Tiefs

Jedes dieser lokalen Hochs und Tiefs stellt einen potenziellen Kauf- bzw. Verkaufstrigger dar. Können Sie ein potenzielles Hoch im Chart ausmachen, bietet Ihnen dieses die Möglichkeit, eine sogenannte Stoppbuy - Order leicht über diesem Hoch zu platzieren. Vice versa bietet Ihnen jedes so definierte Tief die Möglichkeit, eine Verkaufsorder - eine Stoppsell - Order - zu platzieren, sobald sie ein solches Tief ausmachen können. Für den aktuellen DAX Tageschart bedeutet dies zunächst, dass Sie diesen erneut verkaufen könnten, wenn der Index einen Punkt unter 6.264 Punkte zurückfällt, bzw. dass Sie eine neue Longposition aufmachen können, wenn der Index einen Punkt über 6.577 Punkte ansteigt.

Grundsätzlich böten sich Ihnen bei allen Hochs und Tiefs potenzielle Einstiegsgelegenheiten, jedoch stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, jedes dieser lokalen Hochs und Tiefs quasi blind durchzuhandeln?
Die Frage suggeriert bereits schon, dass dies nicht anzuraten ist. Warum nicht und wie Sie die wirklich interessanten Signale filtern können, zeige ich Ihnen im nächsten Beitrag.

Viel Erfolg
Rene Berteit

Bei GodmodeTrader.de bin ich verantwortlich für Ausbildung und Coaching.

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