Sydney (Godmode-Trader.de) - Die australische Wirtschaft ist im dritten Quartal schwächer gewachsen als erwartet. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal und lag damit unter der Konsensprognose, die ein Wachstum von 0,6 Prozent verhieß. Das Wachstumstempo hat sich damit spürbar verlangsamt. Im zweiten Quartal wuchs die Wirtschaft auf dieses Basis noch um 0,9 Prozent.

    ANZEIGE

    Auf Jahresbasis verlangsamte sich das Wachstum auf 2,8 Prozent, was hauptsächlich auf einen Rückgang der privaten Konsumausgaben zurückzuführen ist. Das Wachstum im zweiten Quartal wurde auf 3,1 Prozent von zuvor 3,4 Prozent revidiert.

    Der Konsum der privaten Haushalte schwächte sich im dritten Quartal auf 0,3 Prozent ab, nachdem er im zweiten Quartal um 0,9 Prozent gestiegen war, da die Ausgaben für langlebige Güter wie Fahrzeuge und Haushaltsgeräte zurückgingen. Das Wachstum des privaten Konsums lag auf dem niedrigsten Niveau seit dem vierten Quartal 2012. Die Haushaltseinkommen, die für die Reserve Bank of Australia (RBA) eine wichtige Unsicherheitsquelle darstellten, wuchsen weiterhin langsam, was zusammen mit höheren Steuern zu einem niedrigeren verfügbaren Bruttoeinkommen der Haushalte führte. Das zugrunde liegende Lohnwachstum erscheint nach wie vor bescheiden, und nach Angaben der RBA dürfte sich das Lohnwachstum nur allmählich beschleunigen.

    Die Bruttoanlageinvestitionen stiegen im dritten Quartal nur um 0,1 Prozent, wobei das Wachstum der öffentlichen Investitionen bei 3,4 Prozent lag, während die privaten Investitionen um 0,8 Prozent zurückgingen. Der Gesamtbeitrag der öffentlichen Ausgaben trug zum Wachstum des BIP 0,3 Prozentpunkte bei. Die Lagerbestände blieben unverändert. Der Nettoexport kam im dritten Quartal auf einen Wachstumsbeitrag von 0,3 Prozentpunkten und lag damit deutlich über dem Beitrag des Vorquartals.

    In Bezug auf die Geldpolitik erwarten die Analysen der britischen Bank Barclays, dass die RBA sich weiterhin auf einem unveränderten politischen Kurs bewegen wird. Der jüngste Rückgang der Ölpreise dürfte den disinflationären Background stärken, hinzu kämen ein geringes Lohnwachstum, eine gedämpfte Verbraucherpreisinflation und fallende Hauspreise. „Wir glauben, dass letztere drei Faktoren die Normalisierung der Geldpolitik verzögern werden, auch wenn Beschäftigung und Wachstum relativ stark bleiben. „Wenn Inflation und Lohnwachstum schneller steigen als von uns prognostiziert, denken wir, dass die RBA 2019 offen für Veränderungen sein könnte“.