• ifo-Institut kappt Wachstumsprognose für 2021
    • Bankenverband erwartet Konsumboom
    • China will keine Kohlekraftwerke im Ausland mehr bauen
    • US-Notenbank könnte Weichen neu stellen
    • Bank of Japan hält an lockerer Geldpolitik fest
    • Biden setzt auf „unerbittliche Diplomatie“
    • Babbel bläst Börsengang ab
    • Evergrande verschafft sich etwas Luft

    Markt

    • Die Aktienmärkte bleiben auf Erholungskurs. Nach den deutlichen Kursverlusten zu Wochenbeginn hatten sich die Börsen bereits am Dienstag wieder berappelt. Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Fed-Zinsentscheids ging es am Mittwoch weiter aufwärts. Der DAX konnte dabei im Xetra-Handel um 1,03 Prozent auf 15.506,74 Punkte zulegen. Die Sorgen um eine mögliche Pleite der chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande sind weiter in den Hintergrund gerückt. Evergrande zahlte am Donnerstag eine Kuponzahlung auf eine Onshore-Anleihe in Höhe von umgerechnet knapp 36 Millionen Dollar. Im Fokus steht nun zunächst der Fed-Zinsentscheid (20.00 Uhr MESZ) und die Pressekonferenz (20.30 Uhr) am Abend. Mehrheitlich gehen die Akteure davon aus , dass es im Verlauf des vierten Quartals eine erste Reduzierung der Fed-Wertpapierkäufe von derzeit monatlich 120 Mrd. Dollar geben wird, wie die Helaba am Morgen schreibt. Im Vorfeld dieses wichtigen Termins sind die Anleger am deutschen Aktienmarkt guten Mutes. Der DAX gewann zuletzt 0,6 Prozent auf 15.435 Punkte.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Das neu zugelassene und wegen seiner offenbar eher geringen Wirksamkeit umstrittene Alzheimer-Medikament Aduhelm von Biogen könnte sich für das Unternehmen auch finanziell zum Flop entwickeln. Bis zum 11. September sei das Medikament nur bei rund 100 Patienten verschrieben worden, berichtet die in der Regel gut informierte Branchenwebsite Stat. Biogen hatte in den vergangenen Monaten bereits versucht, die Erwartungen zu dämpfen.
    • Elektroautos weisen nach einer Studie der Allianz höhere Reparaturkosten als Verbrenner auf. Bei Elektroautos würden im Schnitt zwar nicht mehr Schäden als bei Autos mit Benzin- oder Dieselmotor anfallen, wie die Allianz Deutschland am Mittwoch mitteilte. Doch die Reparaturen seien häufig teurer - in der Vollkasko-Versicherung sei der durchschnittliche Schadenaufwand bei reinen Elektroautos um zehn Prozent höher, bei Plugin-Hybriden sogar um 50 Prozent. Nach Kollisionen sind die Reparaturkosten reiner Elektroautos demnach im Schnitt um 30 Prozent teurer.
    • Der Softwareanbieter Adobe ist im dritten Geschäftsquartal 2021 kräftig gewachsen und hat die Analystenschätzungen übertroffen. Der Umsatz legte um 22 Prozent auf 3,94 Mrd. Dollar zu, wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte. Die Analysten hatten nur mit 3,11 USD gerechnet. Der Gewinn je Aktie erhöhte sich von 1,99 Dollar auf 2,54 Dollar, während der bereinigte Gewinn je Aktie mit 3,11
    • Der US-Logistikriese FedEx leidet unter erhöhten Arbeits- und Transportkosten. Der Paketdienst senkte am Dienstag deshalb seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr. Fedex verwies auch darauf, dass es schwerer als zuvor ist, genügend Arbeitskräfte zu finden. Insgesamt seien die Kosten im vergangenen Vierteljahr im Jahresvergleich um 450 Mio. US-Dollar gestiegen. Die schwierigen Bedingungen dürften sich noch einige Zeit auswirken, hieß es.
    • Der Mangel an Elektronik-Bauteilen wird im Volkswagen-Stammwerk in Wolfsburg auch in der kommenden Woche zu einer deutlich reduzierten Produktion und zu Kurzarbeit führen. Wie ein Sprecher des Unternehmens am Dienstagabend mitteilte, wird in der kommenden Woche bis Donnerstag nur an der Montagelinie 3 in der Frühschicht gearbeitet. Die anderen Bänder stünden dann still.
    • Der Immobilienkonzern Vonovia will bei der geplanten Übernahme von Deutsche Wohnen auch deren GSW kontrollieren. Vonovia macht dazu den Minderheitsaktionären ein entsprechendes Kaufangebot. Das Unternehmen wolle den GSW-Aktionären im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots den gesetzlichen Mindestpreis zahlen, teilte Vonovia am Dienstagabend in Bochum mit. Der Vollzug der Transaktion werde für Januar 2022 erwartet.
    • Hapag-Lloyd-Chef Rolf Habben Jansen hofft trotz zuletzt hohe Gewinne für die Container-Reedereien auf eine Normalisierung des Geschäfts. „Jetzt ist es eigentlich zu extrem", sagte er der dpa. Zwar seien die Frachtraten während der Schifffahrtskrise der vergangenen Jahre viel zu niedrig gewesen. Dass jetzt aber gleich Tausende Dollar für den Transport eines Containers aufgerufen würden, sei zu viel. „So starke Schwankungen sind schlecht fürs Geschäft. Die braucht eigentlich niemand.“
    • Der von der Zahlungsunfähigkeit bedrohte chinesische Immobilienkonzern Evergrande wird eine Anleihekuponzahlung leisten und verschafft sich damit etwas Luft. In einer Erklärung des Unternehmens hieß es, dass „in Verhandlungen außerhalb des Marktes" eine Vereinbarung für die Rückzahlung getroffen worden sei. Nach Angaben von Bloomberg geht es um Zinszahlungen von 232 Mio. Yuan (30 Mio. Euro). Evergrande hat aber noch nicht mitgeteilt, ob es in der Lage sein wird, die ebenfalls am Donnerstag fälligen Zinsen in Höhe von 83,5 Mio. Dollar für seine Offshore-Anleihe vom März 2022 zu leisten.
    • Die Volkswagen-Truckholding Traton rechnet wegen der Knappheit insbesondere von Elektronikchips mit Beeinträchtigungen im dritten Quartal. Auch im vierten Quartal und darüber hinaus dürften Lieferengpässe anhalten. Die Knappheit bei Chips und anderen wichtigen Zulieferteilen hätten seit Ende August zu einem verringerten Absatzvolumen geführt, insbesondere der September leide darunter, hieß es von dem Unternehmen am Mittwoch. Betroffen seien alle Marken der Gruppe. „Wir haben bereits Mittel ergriffen, um die Versorgungsengpässe so weit wie möglich abzufedern", sagte Traton-Chef Matthias Gründler. „Doch in den weltweiten Lieferketten mangelt es derzeit nicht nur an Halbleitern, es fehlen auch zahlreiche weitere Produkte."
    • Der Sprachlernanbieter Babbel hat seinen Börsengang kurz vor knapp gecancelt. Wegen der „derzeit ungünstigen Marktbedingungen" werde der Börsengang verschoben, teilte das Unternehmen am Dienstag nach Börsenschluss mit. Als erster Handelstag war ursprünglich der kommende Freitag, der 24. September, geplant. Babbel strebe aber weiterhin mittelfristig eine Notierung an der Frankfurter Wertpapierbörse an, hieß es.
    • Der Biokraftstoff-Hersteller Verbio aus dem SDAX erwartet in diesem Geschäftsjahr einen operativen Gewinn unter Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll im laufenden Fiskaljahr 2021/2022 (Ende Juni) bei 150 Mio. Euro liegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Im vorherigen Geschäftsjahr konnte Verbio das Ebitda im Jahresvergleich um über 36 Prozent auf nun 166,3 Mio. Euro steigern. Der Umsatz stieg auf eine Milliarde Euro.
    • Der Online-Optiker Mister Spex ist im ersten Halbjahr deutlich gewachsen. Der Umsatz sei um 25 Prozent auf 101 Mio. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen mit. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) stagnierte allerdings bei 2,3 Mio. Euro. Das Unternehmen begründete dies mit hohen Investitionen in das Wachstum.

    Konjunktur & Politik

    • Die US-Rohöllagerbestände sind in der vergangenen Woche um 3,5 Millionen Barrel auf 414,0 Millionen Barrel gesunken. Erwartet wurde ein schwächerer Rückgang um 2,5 Millionen Barrel. Die inoffiziellen Daten des privaten Anbieters API hatten einen Rückgang um 6,1 Millionen Barrel gezeigt. Die US-Ölproduktion legte um 0,5 Millionen Barrel auf 10,6 Millionen Barrel pro Tag zu.
    • Die Verkäufe bestehender Häuser in den USA sind im August um 2,0 Prozent gegenüber dem Vormonat auf einen annualisierten Wert von 5,88 Millionen gesunken. Erwartet wurde ein wenig starker Rückgang auf 5,89 Millionen Verkäufe, nach 6,00 Millionen Verkäufen im Vormonat.
    • Das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im September überraschend leicht aufgehellt. Der von der EU-Kommission erhobene Indikator stieg um 1,3 Punkte auf minus 4,0 Punkte. Die Volkswirte hatten im Schnitt hingegen einen Rückgang auf minus 5,9 Punkte erwartet. Der Indikator liegt inzwischen wieder über dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie.
    • Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihr reguläres Anleihenkaufprogramm APP aufstocken, wenn das Pandemiekaufprogramm PEPP ausläuft. Entsprechend äußerte sich das estnische EZB-Ratsmitglied Madis Müller gegenüber Bloomberg. Eine mögliche APP-Aufstockung werde Teil der Diskussion über ein PEPP-Auslaufen im Dezember sein, so Müller. Im Rahmen des APP-Programms kauft die EZB derzeit Anleihen im Volumen von rund 20 Milliarden Euro pro Monat.
    • Die deutschen Banken müssen sich auf eine strengere Aufsicht gefasst machen. Unerwartete Folgen für Banken durch die Corona-Pandemie seien unwahrscheinlicher geworden und die Institute müssten daher wieder mit normalen aufsichtlichen und regulatorischen Anforderungen rechnen, sagte Bundesbank-Vorstand Joachim Wuermeling am Mittwoch. „Die Rücknahme werden wir dabei zeitlich staffeln und die Institute nicht überfordern."
    • Das ifo Institut hat seine Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft für 2021 um 0,8 Prozentpunkte gesenkt und für 2022 um 0,8 Prozentpunkte erhöht. „Die ursprünglich für den Sommer erwartete kräftige Erholung nach Corona verschiebt sich weiter“, sagt ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. Die Wirtschaftsleistung wird in diesem Jahr nur noch um 2,5 Prozent zulegen, im kommenden Jahr dann aber um 5,1 Prozent. 2023 werden es nur noch 1,5 Prozent. „Derzeit schrumpft die Produktion der Industrie als Folge von Lieferengpässen bei wichtigen Vorprodukten. Gleichzeitig erholen sich die Dienstleister kräftig von der Coronakrise. Die Konjunktur ist gespalten“, sagt er. „Der plötzliche Anstieg der weltweiten Nachfrage hin zu langlebigen Konsumgütern, elektronischen Artikeln, sowie speziellen medizinischen Produkten hat viele Hersteller von industriellen Vorprodukten an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Zudem wurden die globalen Lieferketten als Folge stark veränderter Warenströme vor enorme logistische Herausforderungen gestellt“, fügt Wollmershäuser hinzu.
    • Die Chefvolkswirte deutschen Privatbanken haben ihre Konjunkturprognose veröffentlicht. Si erwarten ein Wachstum von 3,3 Prozent in diesem und im kommenden Jahr von 4,6 Prozent voraus. Dabei soll es zu einem Konsumboom in Deutschland kommen. „Wir rechnen für 2022 mit einem Plus von sieben Prozent beim privaten Verbrauch", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes BdB, Christian Ossig. „Das wäre mit Abstand der stärkste Anstieg seit der Wiedervereinigung." Das „Zwangssparen" durch Corona scheine vorbei zu sein. Die Nachholeffekte dürften bis ins nächste Jahr hinein tragen.
    • Ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen den USA und Großbritannien scheint es so schnell nicht zu geben. Bei einem Treffen des britischen Premierministers Boris Johnson mit US-Präsident Joe Biden im Weißen Haus sagte dieser, dass beide Länder weiter über ein Handelsabkommen verhandelten. Biden stellte jedoch klar, dass das Thema für ihn keinen Vorrang hat. Vor allem der Konflikt zwischen der EU und Großbritannien über Brexit-Regeln für die britische Provinz Nordirland bereitet Biden Sorgen, wie er erneut deutlich machte. Britische Medien berichteten am Mittwoch, dass London nun einen Beitritt zum nordamerikanischen Handelsabkommen USMCA zwischen den USA, Kanada und Mexiko anstrebe.
    • Die japanische Notenbank stuft die Finanzprobleme des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande nicht als systemisches Risiko für die Weltwirtschaft ein. Nach aktuellem Stand handele es sich vielmehr um Probleme eines einzelnen Unternehmens, sagte der Bank of Japan-Gouverneur Haruhiko Kuroda am Mittwoch. Selbst wenn weitere Unternehmen ähnliche Schwierigkeiten bekommen sollten, sei lediglich der chinesischen Immobilienmarkt betroffen.
    • US-Präsident Joe Biden will an diesem Mittwoch eine Spende von weiteren 500 Mio. Corona-Impfdosen ankündigen. Die Dosen von Pfizer/Biontech sollten an ärmere Länder gehen, sagte eine hohe Regierungsbeamtin vor dem Online-Corona-Gipfel. Die Spende der USA sei an keine Bedingungen geknüpft.
    • China will im Kampf gegen den Klimawandel keine Kohlekraftwerke mehr im Ausland bauen. Das kündigte Staatschef Xi Jinping per Videobotschaft zur UN-Vollversammlung in New York an. China werde stattdessen seine Unterstützung für andere Entwicklungsländer beim Ausbau von erneuerbaren Energien oder Energien mit einem geringen CO2-Ausstoß verstärken. "China wird sich bemühen, den Höhepunkt der Kohlendioxidemissionen vor 2030 zu erreichen und bis 2060 kohlenstoffneutral zu werden. Dies erfordert enorme Anstrengungen, und wir werden alles daran setzen, diese Ziele zu erreichen", sagte der Präsident. Xi betonte auch die Notwendigkeit internationaler Zusammenarbeit. Statt Konfrontation und Ausgrenzung müsse Dialog angestrebt werden, sagte er.
    • Fed-Chef Jerome Powell ist in die Diskussion um Wertpapiergeschäfte von US-Notenbankern geraten. Er selbst besaß Wertpapiere, die im Frühjahr 2020 von einer Intervention der Fed an den Märkten profitierten, wie der US-TV-Sender CNBC berichtete. Dabei ging es um weniger spekulative Zinspapiere, die er vor der Krise gekauft und dann nicht mehr angerührt hat.
    • Die US-Regierung verhängte am Dienstag Sanktionen gegen die Kryptowährungsbörse Suex. Die Strafmaßnahmen blockieren für die Börse den Marktzugang in die USA, da sie beschuldigt wird, mit Hackern Geschäfte zu machen, die Ransomware nutzen.
    • Der Nominallohnindex in Deutschland war im zweiten Quartal um 5,5 Prozent höher als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Der Index bildet die Entwicklung der Bruttomonatsverdienste einschließlich Sonderzahlungen ab. Die Verbraucherpreise stiegen im selben Zeitraum um 2,4 Prozent. Dies ergibt einen realen (preisbereinigten) Verdienstzuwachs von 3,0 Prozent.
    • Die Bank of Japan hält vorerst weiter an ihrer extrem lockeren Geldpolitik fest. Zur Begründung hieß es, die Konjunktur ziehe zwar an, doch bleibe die Lage wegen der Pandemie ernst. Am Markt war es erwartet worden, dass die Zentralbank angesichts der Pandemie sowie Störungen in den Zulieferketten am geldpolitischen Kurs festhalten würde.
    • An diesem Mittwoch könnte die US-Notenbank Federal Reserve die Weichen ihrer Geldpolitik neu justieren. Die Märkte stellen sich darauf ein, dass angesichts des guten wirtschaftlichen Umfeldes der erste Ausstieg aus den Anleihekäufen angekündigt werden könnte. Mit Zinserhöhungen wird frühestens gegen Ende 2022 gerechnet.
    • Bei seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen betonte US-Präsident Joe Biden, keinen „neuen kalten Krieg“ mit China zu wollen, sondern eine Welt ohne starre Blöcke, zudem „unerbittliche Diplomatie“ anstatt „unerbittlichen Krieges“. Das Ende des Afghanistan-Einsatzes markiert für ihn den Beginn dieser Ära.

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