„Auf welcher Seite gerade Knappheit herrscht, sollte eigentlich wichtig sein für die Bestimmung des geeigneten Stimulus. In einer Reihe von Branchen herrscht bereits ein Mangel an qualifizierten Beschäftigten. Von staatlichen Einkommens­transfers und erhöhtem Arbeitslosengeld ausgelöste Friktionen am Arbeitsmarkt sowie die starken demografischen Trends belasten die Erwerbsbeteiligung.

So steht die jüngste Veröffentlichung zur Beschäftigung – eine auf 6,1 Prozent gestiegene Arbeitslosenquote – im Widerspruch zu allen Wirtschaftsindikatoren. Diese negative Überraschung löst einen Anfall von extremer Volatilität aus – sowohl an den Renten- als auch an den Aktienmärkten. Denn jede Verlangsamung der Erholung trägt gleichzeitig zur Aufrechterhaltung der aktuellen Geldpolitik bei. Die negativen Schlagzeilen zu den US-Arbeitsplätzen im April verlängern das günstige Liquiditäts­umfeld, so dass Rückkäufe von T-Note-Kontrakten von Long-Positionen auf Nasdaq-Futures begleitet werden.

Die starke Nachfrage nach inflationsgeschützten Anleihen (TIPS) veranlasst das US-Finanzministerium, die Emissionen schrittweise um USD 1 Mrd. pro Monat zu erhöhen. Insgesamt wird die TIPS-Emission in diesem Jahr um USD 10 Mrd. auf USD 20 Mrd. im Vergleich zu 2020 steigen. Die Nachfrage nach TIPS wird durch den Anstieg der Rohstoffpreise angeheizt, was im Gegensatz zur Leugnung der Realität der Inflation durch die Fed steht. Die reale Rendite 10-jähriger TIPS sank daher in der vergangenen Woche um 14 Basispunkte. In der Eurozone sorgen die Kommunikationsfehltritte der EZB – hier die Vorbereitung auf eine Reduzierung des Pandemie-Notfallankaufprogramms (PEPP) im Juni, dort eine mögliche Erhöhung des monatlichen Volumens im regulären Programm (APP) – für mehr Volatilität bei der Bundesanleihe.“