Tokio (BoerseGo.de) - Die Erhöhung der Mehrwertsteuer im April beeinträchtigt die japanische Wirtschaft nur auf kurze Sicht. Dies ist unterm Strich das Ergebnis des jüngsten Tankan-Reports der Bank of Japan. Der Stimmungsindex für die Großindustrie im Verarbeitenden Gewerbe des Landes fiel nach der Konsumsteuererhöhung im April von plus 17 im ersten Quartal auf plus 12 für das Jahresviertel bis Juni, da die Einzelhandelsumsätze nach den vorgezogenen Konsumkäufen drastisch, wenn auch vorhersehbar, einbrachen. Auch in den nicht Produzierenden Branchen verschlechterte sich die Stimmung in Japan im zweiten Quartal. Der entsprechende Index sank von plus 24 auf plus 19. Hier dürfte sich die Lage im laufenden Quartal der Umfrage zufolge weder verbessern noch verschlechtern.

    Die befragten Industriemanager zeigten sich aber deutlich optimistischer hinsichtlich des Geschäftsausblicks. Der Erwartungsindex für September stieg auf plus 15. Ein positiver Index bedeutet, dass die Optimisten in der Mehrheit sind. Ökonomen hatten erwartet, dass die zum 1. April erfolgte Steueranhebung von 5 Prozent auf 8 Prozent die Stimmung in der Wirtschaft dämpfen würde. Allerdings sollten die Auswirkungen nur von begrenzter Dauer sein. Der unlängst veröffentlichte EInkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Juni unterstreicht diese Einschätzung mit einer stärker als erwarteten Erholung auf ein Niveau über der Wachstumsschwelle (von 49,9 auf 51,1 Punkte). Auch die Daten für die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion im Mai erholten sich leicht, und die Arbeitsmarktdaten blieben solide.

    Der Tankan-Index zeigte auch eine kräftige Aufwärtskorrektur der Prognosen von Großunternehmen für Investitionsausgaben für das Jahr 2014 (auf 7,4 Prozent im zweiten Quartal, von 0,1 Prozent im ersten Quartal). Die privaten Investitionen waren bereits im ersten Quartal rasch gewachsen. Die extrem niedrigen Zinsen, das solide Kreditwachstum (plus 2,4 Prozent im Mai) sowie ein recht investitionsfreundlicher Reformplan deuten darauf hin, dass die Investitionsausgaben auch künftig einen starken Beitrag zum japanischen Wirtschaftswachstum leisten könnten.