• Baumwolle - ISIN: XC000A0AEZK8
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 69,61 US¢/lb

Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Inzwischen nähert sich der Baumwollpreis wieder der Marke von 70 US-Cent je Pfund, die er zuletzt im Februar vor dem Corona-bedingten Absturz erreicht hatte. Zunächst die rasche (Teil-)Erholung der Ölpreise, dann die sich abzeichnende wirtschaftliche Erholung in China, dessen Bestellungen in den USA im Rahmen des Phase-Eins-Abkommens, und reduzierte Erwartungen an die US-Ernte sind wichtige Gründe für die Erholung, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

In seinen jüngsten Prognosen habe das US-Landwirtschaftsministerium USDA die chinesischen Importe 2020/21 um 500.000 auf 9,5 Millionen Ballen angehoben. Das Plus dürfte auf der Exportseite allerdings eher bei Brasilien als den USA zu Buche schlagen. Das USDA habe im September seine US-Exportprognose sogar gekürzt, ausgelöst durch eine flächen- und ertragsbedingt um eine Million auf 17 Millionen Ballen reduzierte US-Ernteerwartung. Nun habe es die Exporte immerhin bei 14,6 Millionen Ballen unverändert belassen und entgegen der Erwartungen auch keine weitere Kürzung der US-Ernte vorgenommen, heißt es weiter.

„So ist denn der jüngste Preisauftrieb auch eher der Sorge geschuldet, dass eine solche noch bevorsteht. Bisher soll der durchschnittliche US-Ertrag nämlich nach wie vor leicht über dem bisherigen Rekord von 2017/18 liegen. Doch Hurrikan Delta, der letzte Woche in Louisiana an Land ging, könnte erhebliche Schäden an den schon erntereifen Pflanzen in der Region angerichtet haben“, so Helbing-Kuhl.

Auch im Nachbar- und wichtigsten Baumwollstaat Texas, wo Hitze und Trockenheit die Entwicklung über Monate belastet habe, sei in der letzten Berichtswoche der Anteil der Pflanzen, deren Zustand vom USDA als sehr schlecht oder schlecht bewertet werde, von bedenklichen 39 Prozent nochmals auf 46 Prozent gestiegen, heißt es weiter.

„In Indien haben heftige Regenfälle zu Schäden bei der Baumwolle geführt. Die außerhalb Chinas steigenden Bestände und das von Rekordniveau aus nur leicht sinkend prognostizierte globale Lager-Verbrauchs-Verhältnis dürften den Preisfantasien aber Grenzen setzen – ganz zu schweigen von den Gefahren für die Nachfrage, die die Corona-Pandemie wohl noch länger bereithält“, so Helbing-Kuhl.

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