• Baumwolle - ISIN: XC000A0AEZK8
    Börse: ARIVA Indikation / Kursstand: 0,589 $/lb

Frankfurt (Godmodetrader.de) - Nach einem monatelangen Preisrückgang ist der Baumwollpreis zuletzt unter die Marke von 60 US-Cent je Pfund gefallen und notiert damit so niedrig wie seit fast dreieinhalb Jahren nicht mehr. Der Blick auf die Bilanz am globalen Baumwollmarkt in den letzten Jahren legt dies eigentlich nicht nahe, denn die Bestände sind nicht merklich gestiegen. Dies liegt jedoch allein an China, das seine Reserven weiter abbaut. Außerhalb Chinas dagegen entspannt sich die Situation deutlicher, wie Commerzbank-Analystin Michaela Kuhl im aktuellen „Rohstoffe kompakt“ schreibt.

Anfang August habe das International Cotton Advisory Committee ICAC seine Prognose veröffentlicht, wonach die Baumwollproduktion 2019/20 um sechs Prozent über dem Vorjahr liegen dürfte. Haupttreiber seien die USA, wo die Produktion flächenbedingt um fast ein Viertel auf 4,9 Millionen Tonnen gefallen sei (22,5 Millionen Ballen) und damit auf das höchste Niveau seit 2005/06 steigen solle. Denn der Anteil der vor der Ernte aufgegebenen Anbaufläche dürfte weit niedriger als im Vorjahr sein, so dass trotz geringerer bestellter Fläche eine größere Fläche abgeerntet werde, heißt es weiter.

„Dagegen dürfte die globale Nachfrage nur um 1,7 Prozent zulegen, nachdem der bisherige Verlauf der Handelsgespräche nicht für eine baldige Einigung spricht, was die weltweite wirtschaftliche Entwicklung belastet. Dies wäre deutlich weniger als in den vergangenen drei Jahren, wobei bereits 2018/19 der Nachfrageanstieg nachließ. Global dürfte dies, nachdem die Bilanz 2018/19 ins Defizit gerutscht war, für 2019/20 einen kleinen Überschuss bedeuten, den das ICAC auf 300.000 Tonnen schätzt, das USDA auf 550.000 Tonnen“, so Kuhl.

Dabei habe zu diesem Zeitpunkt die jüngste Eskalation noch nicht einmal berücksichtigt werden können. In den USA seien die Bestände 2019/20 besonders stark gestiegen, doch auch weltweit außerhalb Chinas hätten sie wie bereits in den Vorjahren zugelegt, was auf dem Baumwollpreis laste. Auch dass China nach Ansicht des dortigen Agrarministeriums 2019/20 wohl nicht oder nicht nennenswert mehr Baumwolle als 2018/19 importieren werde, spreche gegen einen deutlichen Anstieg des Baumwollpreises. Die US-Exporte dürften aber 2019/20 angesichts einer Ernte, die um ein Viertel über dem Vorjahr liegen solle und angesichts weiter steigender internationaler Nachfrage zulegen. Insbesondere die Ausfuhren nach Vietnam, das inzwischen Hauptabnehmer US-amerikanischer Baumwolle sei, könnten auf einen neuen Rekord steigen, heißt es weiter.

„Möglicherweise steigen auch die US-Ausfuhren nach Pakistan als Folge des Konflikts des Landes mit Indien um die Region Kaschmir. An der Börse in New York dürfte dies dem Baumwollpreis etwas Halt geben. Dennoch passen wir unsere bisherige Prognose nach unten an und erwarten nun für das vierte Quartal 2019 nur noch einen Baumwollpreis von 65 US-Cent je Pfund (bisher 70 US-Cent), bleiben aber bei unserer Prognose von 73 US-Cent je Pfund im Jahresdurchschnitt 2020“, so Kuhl.

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