• US-Industrieproduktion schwächelt
  • US-Einzelhandelsumsatz steigt stärker als erwartet
  • Gute Quartalszahlen der US-Großbanken JPMorgan, Goldman Sachs und Wells Fargo
  • ZEW-Konjunkturerwartungen fallen stärker als erwartet
  • Von der Leyen: Europa soll bis 2050 "klimaneutral" werden
  • Bayer: Strafe in Glyphosat-Prozess gesenkt
  • ams beendet Übernahmegespräche mit Osram
  • Aroundtown beschafft sich bei Kapitalerhöhung 600 Mio. Euro
  • PayPal startet Xoom in Europa
  • Facebook will Libra nur mit Zustimmung der Behörden einführen

Märkte

  • Guter Quartalszahlen der US-Großbanken JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Wells Fargo und frische US-Konjunkturdaten haben den deutschen Aktienmarkt am Dienstagnachmittag etwas aus seiner Lethargie befreit. Der DAX konnte im Handelsverlauf leicht zulegen und den Handel mit einem Plus von 0,35 Prozent bei 12.430,97 Punkten beenden. Ein stärkerer Rückgang bei den ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland hatte am Markt keine größeren Spuren hinterlassen. Der Fokus der Börsianer ist immer stärker auf die US-Berichtssaison gerichtet, die mit den Zahlen der wichtigsten US-Banken inzwischen Fahrt aufgenommen hat. Spitzenreiter im DAX sind am Dienstag die zuvor arg gebeutelten Aktien von Deutsche Bank, Lufthansa und Bayer.
  • Die Rekordjagd am US-Aktienmarkt geht weiter. Unmittelbar nach Handelsstart markierte der Dow Jones Industrial Average ein neues Allzeithoch, das aber nur knapp über dem Hoch des Vortages lag. Mit den Banken ist die Berichtssaison freundlich gestartet. Konjunkturdaten am Dienstag fielen gemischt aus. Während der US-Einzelhandelsumsatz stärker als erwartet stieg, stagnierte die US-Industrieproduktion überraschend.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der US-Gesundheitskonzern Johnson & Johnson hat nach einem deutlichen Gewinnanstieg im zweiten Quartal seinen Ausblick leicht angehoben. Der Konzern rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem Umsatz von 80,8 bis 81,6 Milliarden Dollar statt zuvor 80,4 bis 81,2 Milliarden Dollar. Beim bereinigten Gewinn je Aktie werden weiter 8,53 bis 8,63 Dollar in Aussicht gestellt. Im zweiten Quartal ging der Umsatz um 1,3 Prozent auf 20,56 Milliarden Dollar zurück, womit die Erwartungen von 20,3 Milliarden Dollar aber übertroffen wurden. Der Nettogewinn stieg um knapp 42 Prozent auf 5,6 Milliarden US-Dollar, wobei Johnson & Johnson auch vom Verkauf seines Desinfektionsgeschäfts profitierte. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 2,58 Dollar über den Erwartungen von 2,46 Dollar.
  • Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat im zweiten Quartal unter einem schwachen Geschäft im Investmentbanking und beim Handel mit Zinsprodukten und Währungen gelitten, konnte die Erwartungen der Wall Street aber dennoch übertreffen. Unter dem Strich verringerte sich der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn um sechs Prozent auf 2,198 Milliarden Dollar. Die Erträge sanken um zwei Prozent auf 9,461 Milliarden Dollar, womit die Erwartungen von 8,83 Milliarden Dollar aber deutlich übertroffen wurden. Der Gewinn je Aktie lag mit 5,81 Dollar über den Erwartungen von 4,89 Dollar.
  • Die US-Großbank JPMorgan Chase hat im zweiten Quartal deutlich mehr verdient als erwartet. Die Einnahmen konnten um vier Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 28,8 Milliarden Dollar gesteigert werden. Der Gewinn unter dem Strich erhöhte sich um 16 Prozent auf 9,65 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie lag mit 2,82 Dollar deutlich über den Erwartungen von 2,50 Dollar.
  • Die US-Großbank Wells Fargo hat im zweiten Quartal mit einem Gewinn je Aktie von 1,30 Dollar die Analystenschätzungen von 1,15 Dollar übertroffen. Der Umsatz lag mit 21,6 Milliarden Dollar über den Erwartungen von 20,94 Milliarden Dollar.
  • Siemens Healthineers hat einen Auftrag zur Ausstattung eines neuen Zentrallabors der Münchener Kliniken im Rahmen einer "achtjährigen Innovationspartnerschaft" erhalten. Wesentlicher Teil der Modernisierung seien 29 Labordiagnostiksysteme Atellica Solution von Siemens Healthineers, so das Unternehmen. Im Rahmen der Neuausrichtung investiert die München Klinik in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro in Neubauten und Modernisierung der Standorte. Welcher Betrag auf Siemens Healthineers entfällt, wurde nicht mitgeteilt.
  • Das Bundesfinanzministerium sieht Gefahren durch die Facebook-Kryptowährung Libra. "Regierung und Bundesbank wollen prüfen, wie eine Etablierung als echte Alternative zur staatlichen Währung verhindert werden kann", zitierte die "Bild"-Zeitung aus einem internen Papier, das der Zeitung vorliegt.
  • In einem entscheidenden Schadensersatzprozess im Zusammenhang mit dem glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup des von Bayer übernommenen US-Saatgutriesen Monsanto hat der zuständige Richter die Strafe für Bayer gesenkt. Die von einer Jury verhängte Gesamtsumme von 80,3 Millionen Dollar wegen der Krebserkrankung des Klägers Edwin Hardeman wurde auf 25,3 Millionen Dollar reduziert. Die Summe setzt sich aus Schadensersatz und Strafzahlung zusammen, wobei nun der Strafanteil reduziert wurde. Bayer will dennoch Berufung gegen das Urteil einlegen. Dem Verfahren kommt als eine Art Musterprozess besondere Bedeutung zu.
  • Der österreichische Sensorhersteller ams hat seine Gespräche über eine mögliche Übernahme von Osram nur wenige Stunden nach Bekanntwerden der Gespräche wieder beendet. Damit kommt es nun wohl doch nicht zu einem Bieterwettstreit bei Osram. Die Finanzinvestoren Bain und Carlyle bieten 35 Euro je Osram-Aktie. ams hatte Osram mit 38,50 Euro je Aktie bewertet, wie es hieß.
  • Der Immobilienkonzern Aroundtown hat mit einer Kapitalerhöhung 600 Millionen Euro eingenommen. Insgesamt seien 84 Millionen neue Aktien zu einem Kurs von 7,15 Euro je Stück bei institutionellen Investoren platziert worden, teilte das Unternehmen am späten Montagabend mit. Am Montag waren die Aktien vor Ankündigung der Kapitalerhöhung mit einem Kurs von 7,30 Euro aus dem Handel gegangen.
  • PayPal startet am Dienstag seinen Dienst Xoom, mit dem billige und schnelle Überweisungen in alle Welt möglich sein sollen, auch in Europa. Der Dienst richtet sich insbesondere auch an Migranten, die Geld in ihre Heimatländer überweisen wollen.
  • Facebook will seine Kryptowährung Libra nicht ohne Zustimmung der Behörden einführen. Vor dem Start müssten Bedenken ausgeräumt werden, heißt es in einem Redetext von dem für Libra zuständigen Facebook-Manager David Marcus für seinen Auftritt im US-Kongress. Marcus betont in der Rede auch, dass für die Geldpolitik die Notenbanken zuständig sind.

Konjunktur & Politik

  • Die US-Lagerbestände sind im Mai um 0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Erwartet wurde ein etwas stärkerer Anstieg um 0,4 Prozent, nach einem Plus von 0,5 Prozent im Vormonat.
  • Die US-Industrieproduktion hat sich im Juni etwas schwächer entwickelt als erwartet. Gegenüber dem Vormonat stagnierte die Produktion, während die Volkswirte mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet hatten, nach einem Anstieg um 0,4 Prozent im Mai. Die Kapazitätsauslastung sank von 78,1 Prozent auf 77,9 Prozent, während ein Anstieg auf 78,2 Prozent erwartet worden war.
  • Der US-Einzelhandelsumsatz ist im Juni deutlich stärker gestiegen als erwartet. Gegenüber dem Vormonat wurde ein Anstieg um 0,4 Prozent verzeichnet, während die Volkswirte im Schnitt nur mit einem Plus von 0,1 Prozent gerechnet hatten. Im Vormonat war der Einzelhandelsumsatz revidiert ebenfalls um 0,4 Prozent (zunächst 0,5 Prozent) gestiegen. Auch nach der Kernrate, bei der die schwankungsanfälligen Automobilverkäufe ausgeklammert werden, wurde ein Plus von 0,4 Prozent verzeichnet, womit die Erwartungen von 0,1 Prozent übertroffen wurden.
  • Die US-Importpreise sind im Juni so stark gesunken wie seit fast drei Jahren nicht mehr. Gegenüber dem Vormonat wurde ein Rückgang um 0,9 Prozent verzeichnet. Erwartet wurde ein Minus von 0,7 Prozent. Nach den revidierten Angaben stagnierten die Importpreise im Mai, nachdem zunächst noch ein Rückgang um 0,3 Prozent verzeichnet worden war.
  • Die EZB sollte sich bei ihren geldpolitisichen Entscheidungen nicht von den Finanzmärkten leiten lassen. Dies sagte Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau bei einer Konferenz im Paris. "Wir nehmen die Gradmesser an der Börse zur Kenntnis, aber wir dürfen nicht marktabhängig sein", sagte de Galhau laut Reuters.
  • Ursula von der Leyen (CDU), die Kandidatin für das Amt der EU-Kommissionspräsidentin, will Europa bis zur Mitte des kommenden Jahrhunderts zum ersten "klimaneutralen" Kontinent machen. "Dazu werde ich einen grünen Deal für Europa vorschlagen, in den ersten 100 Tagen meiner Amtstätigkeit", sagte sie bei ihrer Bewerbungsrede vor dem Europaparlament in Straßburg. Ziel sei es, dass Europa bis 2050 "klimaneutral" werde.
  • Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Juli weiter eingetrübt. Der Index sank von minus 21,1 Punkten im Vormonat auf minus 24,5 Punkte. Erwartet wurden minus 22,1 Punkte. "Insbesondere die Fortsetzung des Negativtrends bei den Auftragseingängen der deutschen Industrie dürfte die Finanzmarktexperten in ihrem Konjunkturpessimismus bestätigt haben", sagte ZEW-Präsident Achim Wambach. Der Indikator für die aktuelle Wirtschaftslage verschlechterte sich ebenfalls und sank von plus 7,8 auf minus 1,1 Punkte.
  • Die Eurozone hat im Mai einen bereinigten Handelsbilanzüberschuss von 20,3 Milliarden Euro erzielt. Erwartet worden war ein Wert von 17,8 Milliarden Euro. Die Exporte legten im Mai 2019 um 7,1 Prozent gegenüber Mai 2018 auf 203,4 Milliarden Euro zu. Die Importe erhöhten sich um 4,2 Prozent auf 180,3 Milliarden Euro.
  • Trotz Brexit-Unsicherheit bleibt die Arbeitslosigkeit in Großbritannien niedrig. In den drei Monaten bis Mai betrug die Arbeitslosenquote unverändert 3,8 Prozent. Dies entsprichtz dem niedrigsten Stand seit 44 Jahren.
  • Im Handelsstreit zwischen den USA und China soll es in dieser Woche ein ranghohes Telefonat zwischen beiden Seiten geben, wie US-Finanzminister Mnuchin angekündigt hat.
  • Im EU-Parlament soll heute um 18.00 Uhr Ursula von der Leyens (CDU) zur neuen EU-Kommissionspräsidentin gewählt werden. Ob von der Leyen eine Mehrheit erhalten wird, ist ungewiss, da sie auch auf Stimmen von anderen Fraktionen angewiesen ist. Die Liberalen im Europaparlament haben inzwischen ihre Unterstützung für von der Leyen signalisiert.

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