• Panikartike Kursverluste im DAX und an der Wall Street
  • Bundesregierung prüft Konjunkturprogramm
  • US-Wirtschaft wächst moderat
  • BDI: Corona: Stresstest für die Wirtschaft
  • Brexit 2.0: London droht mit Abbruch der Verhandlungen
  • Macron: Wir haben eine Krise vor uns
  • Spahn: Beginn einer Epidemie in Deutschland
  • Coronavirus: US-Präsident Trump beschwichtigt
  • Thailand: Demonstrationen nach Verbot der Zukunftspartei
  • Bericht: Nokia prüft strategische Optionen
  • Norwegens Staatsfonds macht Milliarden-Gewinn
  • Thyssenkrupp entscheidet über Verkauf der Aufzugssparte
  • Bayer: Zahl der Glyphosat-Klagen steigt weiter
  • Microsoft senkt Umsatzprognose für PC-Sparte

DAX

  • Der Ausverkauf an den Aktienmärkten wegen der Coronavirus-Epidemie hat sich auch am Donnerstag fortgesetzt. Zeitweise herrschte auf den Börsenparketts und in den Handelssälen eine fast panikartige Stimmung. Der DAX fiel zeitweise um mehr als vier Prozent und beendete den Handel mit einem Minus von 3,19 Prozent bei 12.367,46 Punkten. Die Zahl der Coronavirus-Infektionen außerhalb Chinas steigt immer schneller. In Italien sind bereits mehr als 525 Menschen infiziert, in Deutschland 27. Japan und China kündigten die landesweite Schließung von Schulen an, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Von Notenbankern gibt es mittlerweile skeptische Konjunktureinschätzungen. Aus der Europäischen Zentralbank hieß es, die Notenbank sei sehr besorgt wegen des Coronavirus. Auch aus der deutschen Wirtschaft kommen skeptische Stimmen. Die Industrie befürchtet, dass sich die Konjunktur in Europa stark eintrüben könnte. Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Lang, sagte, die Epidemie sei ein Stresstest für die Wirtschaft. Die Folgen des Virus seien in der globalen Wirtschaft und der exportorientierten deutschen Industrie bereits deutlich spürbar. In einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland drohe die Ausbreitung des Coronavirus zu einem “wahren Konjunkturhemmer“ zu werden, ergänzte DIHK Außenwirtschaftschef Treier.

Chartanalysen & Artikel des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Der Stahlkonzern ThyssenKrupp verkauft sein Aufzuggeschäft für 17,2 Milliarden Euro an ein Bieterkonsortium um Advent, Cinven und die RAG-Stiftung. Die Mittel sollen zur Entschuldung und zur Reduzierung der Strukturkosten genutzt werden. Konkret plant das Unternehmen, die Pensionsverpflichtungen zum Teil auszufinanzieren und die Finanzschulden des Unternehmens zu reduzieren. Durch diese Maßnahmen sollen die jährlichen Mittelabflüsse für Zins- und Pensionszahlungen deutlich sinken. ThyssenKrupp wird einen Teil des Kaufpreises (1,25 Milliarden Euro) in eine Rückbeteiligung am verkauften Aufzugsgeschäft investieren. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt fusionskontrollrechtlicher Genehmigungen, wobei ThyssenKrupp keine Bedenken der zuständigen Behörden erwartet.
  • Freenet hat den Umsatz 2019 um 1,2 Prozent auf 2,93 Milliarden Euro gesteigert. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sank um 3,3 Prozent auf 426,8 Millionen Euro. Der Free Cashflow ging von 263,8 Millionen Euro auf 249,0 Millionen Euro zurück. Die Abonnentenzahl stieg um 2,5 Prozent auf 8,47 Millionen. Freenet schlägt für 2019 die Ausschüttung einer unveränderten Dividende von 1,65 Euro je Aktie vor.
  • Walmart arbeitet laut Informationen von Recode angeblich an einer Amazon Prime-Konkurrenz mit der Bezeichnung Walmart+.
  • Der niederländische Wirecard-Konkurrent Adyen hat 2019 kräftig zugelegt. Die Umsätze kletterten um 42 Prozent auf 497 Mio. Euro während der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um mehr als die Hälfte auf 279 Mio. Euro nach oben sprang. Die Summe der abgewickelten Zahlungen stieg um 51 Prozent auf fast 240 Mrd. Euro.
  • Die Kosten für den Konzernumbau drücken bei Axel Springer auf die Bilanz. Die Umsätze sanken 2019 um 2,2 Prozent auf rund 3,1 Mrd. Euro, der bereinigte Gewinn (Ebitda) fiel um fast 15 Prozent auf 630,6 Mio. Euro. Für 2020 peilt der Medienkonzern mehr Investitionen an. Deshalb soll der Gewinn zwischen zehn und 20 Prozent zurückgehen.
  • Microsoft rechnet nicht mehr damit, dass seine Umsatzerwartung für die PC-Sparte von 10,75 bis 11,15 Mrd. Dollar im laufenden Quartal erreicht werden kann. Unterbrechungen der Lieferkette nach dem Ausbruch der Coronavirus-Epidemie würden die Absatzentwicklung belasten, teilte das Unternehmen mit. Microsoft nannte keinen neuen Ausblick für die Umsätze in der PC-Sparte, die rund 35 Prozent Anteil am Konzernumsatz hat.
  • Apple will in Indien sein erstes Ladengeschäft im kommenden Jahr eröffnen, wie CEO Tim Cook bei der jährlichen Aktionärsversammlung ankündigte. Mit dem Online-Verkauf von Produkten in Indien solle dieses Jahr begonnen werden. Das Unternehmen habe dafür die Genehmigung der Regierung benötigt.
  • Der US-Bekleidungskonzern L-Brands erwartet für das erste Quartal einen Verlust. Grund sei eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 725 Mio. Dollar nach dem Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der kriselnden Dessous-Marke Victoria's Secret im vierten Quartal, so das Unternehmen. Für das laufende Quartal rechnet L Brands bereinigt mit einem Verlust von 5 Cent je Aktie.
  • Die Verband der Automobilindustrie (VDA) zeigt sich offen für eine Mitgliedschaft des US-Konkurrenten Tesla. Noch erfülle das Unternehmen nicht die Voraussetzungen für eine Teilhabe im VDA, sagte Präsidentin Hildegard Müller. Aber wenn Tesla in Deutschland produziere, werde sie dafür werben, dass sich der Elektro-Autobauer dem Verband anschließe.
  • Der Hedgefonds Renaissance Technologies hat im vierten Quartal 2019 rund 3,4 Mio. Anteilsscheine des Elektroautoherstellers Tesla erworben, wie aus Unterlagen der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Der Hedgefonds gehört (per Ende 2019) Mit 4 Mio. Tesla-Aktien zu den größten Investoren des Unternehmens.
  • Die zum US-Autokonzern Ford gehörende Firma Spin will ihre E-Scooter auf Deutschlands Straßen bringen. Mitgründer und Chef Derrick Ko sagte der dpa, Spin wolle sich auch um eine Erlaubnis zum Betrieb in Paris bewerben und an Tests in Großbritannien teilnehmen.
  • Der Biotech-Konzern Gilead hat mitgeteilt, sein Virusmittel Remdesivir im Rahmen einer abschließenden klinischen Studie (Phase III) zu testen. Es wäre ein mögliches Mittel im Kampf gegen das Coronavirus.
  • Die Elektronik-Handelskette Best Buy hat robuste Resultate für das Weihnachtsquartal vorgelegt, aber zugleich einen durchwachsenen Ausblick abgegeben.
  • Die Lufthansa hat den Schutz ihrer Mitarbeiter gegen das Coronavirus erhöht. Danach dürfen Flugbegleiter nun auch auf bestimmten Verbindungen nach Italien Atemschutzmasken tragen, erklärte ein Sprecher am Donnerstag. Dies war zuvor schon auf Flügen nach Südkorea und Hongkong erlaubt.
  • Die Anzahl der Glyphosat-Klagen gegen Bayer in den USA sind weiter gestiegen. Bis zum 6. Februar wurden etwa 48.600 Klagen eingereicht, wie der Agrarchemie- und Pharmakonzern am Donnerstag mitteilte. Zuletzt hatte der Leverkusener Konzern im vergangenen Oktober die Zahl der Klagen auf 42.700 taxiert. Die meisten Analysten rechnen in den Rechtsstreitigkeiten mit einem milliardenschweren Vergleich. Bayer hat zudem seine Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt. Und operativ lief es rund. Der Konzernumsatz erhöhte sich um 18,5 Prozent auf 43,5 Mrd. Euro und das operative Ergebnis um gut 28 Prozent zu auf 11,5 Mrd. Euro. Unter dem Strich blieben mit 4,09 Mrd. Euro auch dank des Verkaufs von Unternehmensteilen 141 Prozent mehr hängen als vor einem Jahr. Die Dividende soll dennoch unverändert bei 2,80 Euro je Aktie bleiben. Für 2020 rechnet Bayer mit weiteren Zuwächsen bei Umsatz und Gewinn.
  • Der Modehändler Zalando hat im vergangenen Geschäftsjahr seinen Umsatz um gut 20 Prozent auf 6,5 Mrd. Euro gesteigert. Das Bruttowarenvolumen, das Gesamtausgaben von Kunden sowohl für Waren von Zalando als auch für solche aus dem Partnerprogramm umfasst, stieg um knapp 24 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro. Im neuen Jahr erwartet Unternehmen weitere Zuwächse. Nicht enthalten in der Prognose sind mögliche negative Effekte durch das Coronavirus. Der Umsatz soll um 15 bis 20 Prozent zunehmen. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) soll 2020 bei 225 bis 275 Mio. Euro liegen, teilte das Unternehmen weiter mit.
  • TAG Immobilien hat 2019 dank des anhaltenden Immobilienbooms das operative Ergebnis (FFO1) im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 161 Mio. Euro gesteigert. Da das Unternehmen mehr verdiente als geplant, sollen die Aktionäre auch eine höhere Dividende ausgezahlt bekommen. Die Anteilseigner sollen nun 82 (Vorjahr: 75) Cent je Aktie für 2019 erhalten statt der bisher geplanten 80 Cent.
  • Der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr hat im vergangenen Jahr einen schweren Gewinnrückgang erlitten. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sank um 16 Prozent auf 196 Mio. Euro, der Überschuss brach um ein Fünftel auf 130 Mio. Euro ein. Die Ebit-Marge reduzierte sich entsprechend im Vergleich zum Vorjahr um einen Prozentpunkt auf 5,0 Prozent. Beim Umsatz und Auftragseingang konnte Dürr dagegen zulegen. Die Erlöse stiegen um gut ein Prozent auf 3,9 Mrd. Euro, bei den Auftragseingängen verzeichnete das Unternehmen ein Plus von 3,7 Prozent auf knapp 4,1 Mrd. Euro. Für das Jahr 2020 peilt Dürr eine Ebit-Marge von 5,2 bis 5,7 Prozent an und damit weniger als bisher. Der Umsatz soll 2020 zwischen 3,9 und 4,1 Mrd. Euro liegen.
  • Der Stahl- und Industriekonzern Thyssenkrupp braucht dringend frisches Geld: für Schuldenabbau und Konzernumbau. Heute nun fällt eine für die Zukunft des Unternehmens wichtige Entscheidung. Der Aufsichtsrat von Thyssenkrupp berät über den Verkauf der milliardenschweren Aufzugssparte. Investoren haben den Wert des Geschäfts mit Aufzügen und Rolltreppen auf mehr als 15 Milliarden Euro taxiert. Offen ist bislang noch, ob Thyssenkrupp die Sparte komplett verkaufen oder einen Teil behalten will. Im Bieterrennen sind noch zwei Gruppen: Das Bündnis um die Finanzinvestoren Advent und Cinven und der RAG-Stiftung aus Essen sowie eine Gruppe rund um die Finanzinvestoren Blackstone und Carlyle.
  • Die Commerzbank will den Börsen-Abschied ihrer Online-Banktochter Comdirect in trockene Tücher bringen. Der Mutterkonzern will auf der Hauptversammlung von Comdirect beschließen lassen, die übrigen Aktionäre zwangsweise mittels Squeeze-Out abzufinden. Die Commerzbank hält nach einem Übernahmeangebot und der Einigung mit dem Aktionär Petrus Advisers 90,3 Prozent an Comdirect.
  • Der französische Technologiekonzern Safran zeigt sich wegen des Flugverbots für die 737 Max des wichtigsten Kunden Boeing für das laufende Jahr zurückhaltend. Das Unternehmen rechne bestenfalls mit einem Umsatz auf dem Niveau des Vorjahres, teilte der MTU-Konkurrent mit. Im Worst-Case-Szenario geht Safran von einem Rückgang um fünf Prozent aus.
  • Angesichts des starken Kursverfalls denkt der finnische Netzausrüster Nokia über strategische Optionen nach. Der Verkauf von Teilen des Unternehmens stünde ebenso zur Wahl wie Fusionen, schreibt Bloomberg am Mittwoch. Nokia hatte im Oktober seinen Ausblick gekappt und die Dividende ausgesetzt.

Konjunktur & Politik

  • Die Bundesregierung prüft laut „Handelsblatt" ein Konjunkturprogramm für den Fall einer starken Beeinträchtigung der deutschen Wirtschaft durch die Ausbreitung des Coronavirus. Die Zeitung berief sich eine namentlich nicht genannte Quelle aus Regierungskreisen. Je nachdem, wie stark das Virus sich verbreite, gebe es unterschiedliche Möglichkeiten, hieß es. Neben konjunkturellen Stützungsmaßnahmen wie Steuersenkungen oder besseren Abschreibungsregeln prüft die Bundesregierung laut dem Zeitungsbericht vor allem Hilfen für einzelne Unternehmen oder Branchen, die besonders vom Virus betroffen sind. Der frühere Präsident des ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung, Hans-Werner Sinn, hat wegen der Covid-19-Epidemie ein Kurzarbeitergeld für deutsche Unternehmen empfohlen. Das Corona-Problem setze der Konjunktur maßgeblich zu und habe Lieferketten unterbrochen, sagte Sinn dem Sender n-tv.v „Was nützt es da, die Endnachfrage zu stimulieren, wenn die Firmen nicht produzieren können?"
  • Die Ausbreitung des Coronavirus löst auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) Sorgenfalten aus. „Wir alle sind sehr besorgt über das, was gegenwärtig im Hinblick auf die Ausbreitung des Coronavirus passiert", sagte EZB-Direktorin Isabel Schnabel am Donnerstag. Dies erhöhe in erheblichen Ausmaß die Unsicherheit. Das gelte für die globalen Wachstumsaussichten, „aber natürlich auch für die Aussichten der Eurozone", sagte sie. Für die Geldpolitik sind aus Sicht von Schnabel die möglichen mittelfristigen Folgen der Virus-Epidemie wichtig. „Und gegenwärtig ist das unklar“.
  • Der Stellenindex der Bundesagentur für Arbeit (BA-X) ist von Januar auf Februar noch einmal um zwei Punkte auf 116 Punkte gefallen, teilte die Bundesagentur am Donnerstag mit. Mit einem Minus von 17 Punkten wird der Wert vom Februar vorigen Jahres damit klar unterschritten.
  • Der norwegische Staatsfonds hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn beschert. Dieser lag bei 1,69 Bio. Kronen (umgerechnet 180 Mrd. Dollar), wie der weltgrößte Staatsfonds mitteilte. Die Rendite des inzwischen 1,1 Bio. Dollar schweren Fonds betrug demnach 19,9 Prozent. „2019 war ein sehr gutes Jahr", sagte Notenbankchef Oeystein Olsen. Dies ist der größte Wertzuwachs binnen eines einzigen Jahres in unserer Geschichte."
  • Das Wachstum der US-Wirtschaft erhöhte sich im vierten Quartal 2019 nach Angaben des Handelsministeriums auf das Jahr hochgerechnet um 2,1 Prozent. Das US-Handelsministerium bestätigte damit - wie von Ökonomen erwartet - die erste Schätzung. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft um annualisiert 3,1 Prozent gewachsen, im zweiten Quartal um annualisiert 2,0 Prozent und im dritten Quartal um annualisiert 2,1 Prozent.
  • Der Auftragseingang langlebiger Wirtschaftsgüter in den USA ist im Januar laut US-Handelsministerium gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent gesunken. Der Vormonatswert wurde von plus 2,4 auf plus 2,9 Prozent nach oben revidiert.
  • Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der vergangenen Woche um 8.000 auf 219.000 Anträge gestiegen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Analysten hatten mit 212.000 Anträgen gerechnet. Die Zahl der Vorwoche wurde um 1.000 auf 211.000 nach oben revidiert.
  • US-Präsident Trump äußerte sich zuversichtlich hinsichtlich der Ausbreitung und Bekämpfung des Coronavirus in den USA. Er gehe nicht davon aus, dass eine Pandemie unausweichlich sei, das Risiko für das amerikanische Volk „bleibt sehr gering" und es „gibt keinen Grund zur Panik". Ob und wie sich das Virus auf das Bruttoinlandsprodukt auswirke, könne noch nicht bemessen werden.
  • Die britische Regierung droht mit einem Abbruch der Verhandlungen über die künftigen Beziehungen zur EU, sollte bis Ende Juni kein Abkommen absehbar sein. Das geht aus dem am britischen Verhandlungsmandat hervor, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Beginnen sollen die Verhandlungen am Montag in Brüssel. Im Falle eines Scheiterns will sich London auf einen Austritt ohne Anschlussabkommen nach Auslaufen der Übergangsphase Ende des Jahres fokussieren.
  • Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich im Februar wider Erwarten verbessert. Der Economic Sentiment Indicator (ESI) stieg um 0,9 auf 103,5 Punkte, wie die EU-Kommission mitteilte. Analysten hatten einen geringeren Anstieg erwartet.
  • Die deutsche Industrie befürchtet, dass sich die Konjunktur durch den Coronavirus-Ausbruch in Europa eintrüben könnte. Die Bundesregierung müsse rasch handeln, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Die Epidemie sei ein Stresstest für die Wirtschaft. Die Folgen des Virus seien in der globalen Wirtschaft und der exportorientierten deutschen Industrie bereits deutlich spürbar. Der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Volker Treier, blies ins gleich Horn: „Produktionsausfälle bei chinesischen und deutschen Firmen in China, massive Reiseeinschränkungen und Handelseinbrüche zwischen China und asiatischen Nachbarländern sowie Nachfrageausfälle in Tourismus und Einzelhandel sind wahrscheinliche Szenarien, die auf die Wirtschaft auch in Deutschland und Europa zukommen können." In einer ohnehin geschwächten Wirtschaftslage in Deutschland drohe die Ausbreitung des Coronavirus zu einem "wahren Konjunkturhemmer" zu werden.
  • In der Eurozone hat sich das Wachstum der Geldmenge M3 im Januar M3 gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent gewachsen, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag mitteilte.Im Dezember war die Geldmenge noch um revidierte 4,9 Prozent gestiegen. Die Kreditvergabe an die privaten Haushalte stieg im Jahresvergleich um 3,7 Prozent, nachdem die Rate im Vormonat noch bei 3,6 Prozent gelegen hatte. Die Wachstumsrate der Kredite an Unternehmen außerhalb des privaten Finanzsektors betrug wie im Vormonat 3,2 Prozent.
  • In Spanien lag die Inflationsrate (HVPI) im Februar bei 0,9 Prozent, teilte das Statistikamt INE laut einer ersten Schätzung mit. Im Vormonat hatte die Rate noch bei 1,1 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einer Abschwächung auf 0,8 Prozent gerechnet.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit einer Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch. „Die Infektionsketten sind teilweise, und das ist eine neue Qualität, nicht nachzuvollziehen.“ Vor diesem Hintergrund sei es fraglich, ob die bisherige Strategie zum Eingrenzen des Virus und zum Beenden der Infektionsketten weiter aufgehe.
  • Die Zahl der neuen Coronavirus-Erkrankungen in China ist nach Angaben der Behörden von Mittwoch auf Donnerstag um 433 gestiegen. Am Vortag hatte es 406 neue Fälle gegeben. Damit liegt die Zahl der Erkrankten demnach insgesamt nun bei 78.497. Die Zahl der neuen Todesopfer beläuft sich auf 29. Das ist der niedrigste Stand seit dem 28. Januar.
  • Die deutschen Unternehmen sind bei der Suche nach neuen Mitarbeitern deutlich zurückhaltender geworden. Das ifo Beschäftigungsbarometer ist im Februar auf 98,1 Punkte gefallen, von 99,6 Punkten im Januar, wie das Münchner ifo Institut mitteilte. Dies ist laut den Ökonomen der größte Rückgang seit Dezember 2008. „Der zu Jahresbeginn herrschende Optimismus auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist verflogen“. Die Dienstleister seien jetzt eher die Bremser geworden, auch im Verarbeitenden Gewerbe zeige das Barometer nach unten. Im Bauhauptgewerbe werde trotz eines Rückgangs des Barometers weiterhin Personal gesucht. Im Handel zeige sich, wie auch in den Vormonaten, wenig Bewegung bei der Beschäftigung.
  • US-Präsident Donald Trump hält die Gefahr durch das Coronavirus in Amerika für überschaubar. Das Risiko für Amerikaner sei „sehr gering“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. Er denke nicht, dass eine Ausbreitung in den USA unvermeidlich sei. „Was immer auch passiert, wir sind vorbereitet.“ Trump kündigte an, Vizepräsident Mike Pence werde in der Regierung den Kampf gegen das Virus leiten.
  • Im April 2018 wurden in Deutschland 930.000 Jobs mit dem gesetzlichen Mindestlohn von 8,84 Euro brutto je Arbeitsstunde bezahlt. Damit hat sich die Zahl der Jobs mit Mindestlohn von 2015 bis 2018 mehr als halbiert (2015: 1,91 Millionen Jobs), wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im April 2018 wurde den weitern Angaben zufolge in 2,4 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse der Mindestlohn gezahlt. In Ostdeutschland lag der Anteil mit 4,6 Prozent noch deutlich höher, allerdings nicht einmal halb so hoch wie 2015. „Eine Tendenz zur Angleichung an das Westniveau ist damit deutlich erkennbar“, so die Behörde.
  • Im Jahr 2018 wurden in Deutschland nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes 104,8 Mrd. Euro für Forschung und Entwicklung ausgegeben. Der Anteil der Ausgaben für Forschung und Entwicklung am Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag damit bei 3,1 Prozent.
  • Auch Schweizer Unternehmen ergreifen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus und zum Schutz ihrer Mitarbeitenden. Detailhändler legen den Fokus zunächst auf Hygiene, während weltweit tätige Firmen auch Reisesperren verhängen. Noch ist nicht abzusehen, wie stark das Geschäft einzelner Firmen durch die Krise belastet wird.

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