Für die Entscheidung an der Wahlurne hat die aktuelle Wirtschaftslage immer eine hohe Relevanz. Umgekehrt und mit Blick auf die Finanzmärkte zeigt sich jedoch folgendes Bild. Nach den vergangenen drei US-Wahlen verzeichnete der S&P500 im Folgejahr deutliche Zuwächse: +23,5 Prozent in 2009, +29,6 Prozent in 2013 und +19,4 Prozent in 2017. Investoren sollten mit dieser Erkenntnis beruhigt den anstehenden US-Wahlen entgegensehen, und auch im nächsten Jahr an Ihren Aktienanlagen festhalten. Wir sehen deutliche Zeichen, dass die Märkte auch 2021 diesem Muster folgen werden. Und mit dem Ausblick auf einen möglicherweise schwierigen Winter, können wir alle ein wenig Zuversicht gebrauchen.

Machen Sie sich keine Sorgen

Weitere Stützungsmaßnahmen durch die Europäische Zentralbank – etwa im Rahmen des Pandemic Emergency Purchases Programm – sind sehr wahrscheinlich. Für Sparmaßnahmen und politische Eingriffe gibt es europaweit dahingegen nur wenig Zuspruch. Erste Anzeichen sprechen dafür, dass sich die Maßnahmen von einem Fokus auf private Haushalte und den Arbeitsmarkt hin zu einem „grünen“ Aufschwung wandeln werden. Insgesamt werden wir höhere Staatsdefizite und einen höheren Kreditbedarf sehen. Damit sollten die Renditen niedrig bleiben, was der Finanzpolitik weiterhin Spielraum bieten würde.

Blick auf Wachstum

Was erwartet Anleger im Jahr 2021? Wir sehen aktuell wenig Gründe für eine defensive Portfoliopositionierung im neuen Jahr. Anlagestrategien im festverzinslichen Bereich werden im günstigsten Fall das Kapital schützen und nur dann höhere Renditen liefern, wenn es zu einem weiteren deutlichen globalen Rückschlag kommt. Meine Erwartung ist, dass der Aktienmarkt trotz einiger regulatorischer Herausforderungen weiterhin von Technologieunternehmen dominiert werden wird. Daher sehen wir für eine Kombination von Aktienengagements Potenzial, die auf Themen wie Digitalisierung, Automatisierung bei der Industrie- sowie den Lieferketten aber auch sauberen Technologien einzahlen. Auch festverzinslichen Wertpapieren mit einem höheren Beta, wie etwa Hochzinsanleihen, erscheinen attraktiv. Eine gewisse Diversifizierung in flexible Festzinsstrategien sowie ein Engagement in inflationsgebundenen Anleihen sollte zudem dazu beitragen, das Gesamtniveau der Volatilität zu kontrollieren. Anleger, die ein langfristiges Kapitalwachstum suchen, das zu einem großen Teil auf strukturellen Veränderungen und Verwerfungen in der Wirtschaft zurückzuführen ist, müssen jedoch auch 2021 mit einem entsprechenden Maß an Volatilität rechnen.