Der CFD-Markt ist unter Brokern heiß umkämpft: Rund 32.000 Trader sorgen derzeit für hohe Umsätze. Weitere Kundengruppen könnten die Broker mit gezielter Informationsbereitstellung und Trading-Handreichungen erschließen.

„CFDs sind – abgesehen von Futures – ein äußerst transparentes und effektives Trading-Instrument. Selbst mit geringem Kapital kann man bei vielen CFD-Anbietern professionell handeln“, weiß Lars Gottwik, CFD-Spezialist und Trader bei Godmode-Trader.de. Nicht nur für Gottwik sind CFDs eine interessante Möglichkeit, um von den täglichen Schwankungen der Märkte zu profitieren: Wie die Experten von „Investment Trends“ in einer Studie herausgefunden haben, handeln mittlerweile allein in Deutschland rund 32.000 Personen mit den so genannten Differenzkontrakten.

Das Anlageprodukt, welches seit Beginn des vergangenen Jahrzehnts stetig mehr Privatanleger von seinen Vorzügen überzeugt, ist rein rechtlich eine Vereinbarung über den Barausgleich zwischen dem Eröffnungs- und Schlusskurs einer Tradingposition: Ist der Verkaufskurs höher als der Kaufkurs, entsteht für den Anleger ein Gewinn – das ist so transparent wie einfach. Doch nicht nur klassischen Investments werden CFDs gerecht: Auch von fallenden Kursen können Anleger mittels CFDs profitieren. Darüber hinaus sind sogar Hebel möglich. Dabei entwickelt sich beispielsweise eine Tradingposition auf den Dax-Index doppelt so stark wie der zugrundeliegende Index: Steigt der Dax um ein Prozent, kann eine gehebelte CFD-Position auch um fünf oder zehn Prozent steigen. Doch Vorsicht! Gleiches gilt auch bei fallenden Kursen. Auch aus diesem Grund sieht Uwe Helmes, Analyst bei Investment-Trends Aufklärungsbedarf: „Um die nächste Welle von Tradern anzusprechen, müssen CFD-Anbieter diese unbedingt über den Nutzen und die potentiellen Risiken aufklären, die der Handel mit diesen Instrumenten mit sich bringt.“

Untermauert wird diese Aussage von den Ergebnissen der Investment-Trends-Studie über den deutschen CFD-Markt: Mehr als die Hälfte der Personen, die bislang noch nicht mit CFDs gehandelt haben, sich allerdings für das Produkt interessieren, führen mangelnde Kenntnisse über CFDs als Hindernisgrund an. Potentielle Kunden wünschen sich demnach Aufklärung über Tradingstrategien, weit verbreitete Fehler im Umgang mit CFDs oder Hinweise zum Risikomanagement. Auch die Funktionsweise von Spreads und Kommissionen ist 38 Prozent der befragten potentiellen Kunden nicht ganz klar – hier ist seitens der CFD-Broker Aufklärung nötig.

Erfahrene Trader setzen auf enge Spreads und stabile Plattformen

Am besten verinnerlicht haben dies offenbar IG Markets, CMC Markets und Flatex: Die drei Broker konnten innerhalb des Zeitraums von März 2010 bis März 2011 die größte Zahl von Trading-Neulingen auch als Neukunden bei sich begrüßen. Insgesamt verteilt sich der CFD-Markt im Wesentlichen unter sieben Anbietern: Marktführer ist mit einem Marktanteil von 36 Prozent CMC Markets. Jeweils 14 Prozent des Marktes haben sich RBS marketindex und IG Markets gesichert. Weitere bekannte Anbieter in Deutschland sind Flatex, Activetrades, WH Selfinvest und Saxo Bank. Neue Anbieter wie beispielsweise Admiral Markets oder World Spreads drängten während der vergangenen Monate auf den Markt.

Anders als für Trading-Neulinge ist für Bestandskunden die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines Brokers ausschlaggebend. Gestandene Trader haben bereits Erfahrungen mit CFDs gesammelt und stehen den Anbietern zunehmend kritisch gegenüber: Allein 18 Prozent der alten Hasen im CFD-Trading gaben an, ihren Anbieter während der vergangenen zwölf Monate gewechselt zu haben. Besonders wichtig sind gestandenen Tradern enge Spreads, gute Chart-Werkzeuge, die Funktionen einer Trading-Plattform und deren Stabilität. Erst dahinter nennen Bestandskunden von CFD-Brokern niedrige Kommissionen als wichtige Anforderung an einen CFD-Anbieter. Nach Ansicht von Marktforscher Helmes gewinnen diese Eigenschaften gerade deswegen für Anbieter von CFD-Handelsplattformen an Bedeutung, weil viele Trader ohnehin mehrere CFD-Anbieter parallel nutzen – ein vollständiger Anbieterwechsel ist somit nur wenige Klicks entfernt.

Dieser Artikel ist in unserer Sonderpublikation CFD-Brokervergleich erschienen. Weitere spannende Themen können Sie hier herunterladen.