• Facebook Inc. - Kürzel: FB2A - ISIN: US30303M1027
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 175,900 $
  • Amazon.com Inc. - Kürzel: AMZ - ISIN: US0231351067
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 1.998,100 $
  • Apple Inc. - Kürzel: APC - ISIN: US0378331005
    Börse: NASDAQ / Kursstand: 222,980 $

London (GodmodeTrader.de) - Die US-Wirtschaft strotzt vor Kraft: Mehr als zwei Drittel der 500 größten börsennotierten Unternehmen haben im zweiten Quartal 2018 mehr verdient, als Analysten erwartet hatten, insgesamt sind die Quartalsgewinne im Vergleich zum Vorjahr um gut 20 Prozent angestiegen, wie Daniel White, Fondsmanager des M&G North American Value Fund, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

„Die Fundamentaldaten der US-Unternehmen zeigen sich zwar in solider Verfassung. Aber es kommen allmählich Sorgen auf: Die Finanzierungskosten steigen, die Inflation zieht an, und die Gefahr eines globalen Handelskrieges ist immer noch nicht vom Tisch“, so White.

Alarmierend sei zudem, dass mit Netflix, Twitter und Facebook gleich drei große US-Tech-Namen ihre Gewinnziele verfehlt hätten. Der massive Kurssturz der Facebook-Aktie Ende Juli habe eine Massenflucht der Anleger aus dem Tech-Sektor ausgelöst. „Das hat wieder einmal gezeigt, wie riskant es ist, nur auf einige wenige große Markennamen zu setzen“, so der Fondsmanager.

Dabei hätten Facebook, Amazon, Apple, Microsoft und Google lange den US-Aktienmarkt dominiert. Zusammen liege ihr Börsenwert bei 4,1 Billionen US-Dollar – weit mehr als die untere Hälfte der S&P 500-Unternehmen insgesamt aufbringe. Die US-Aktiengewinne dieses Jahres gingen fast ausschließlich auf die Rallye dieser fünf Titel zurück, deren Risiko und Liquidität somit stark konzentriert seien. „Aber seit dem Facebook-Sturz ist die Sorge wieder da, dass wir eine Wiederholung des dot.com-Desasters aus den Neunzigern erleben könnten. Die Sichtweise der Anleger hat sich rasant gedreht“, sagt White.

Das beflügle Value-Investoren. Denn interessant sei, sagt White, dass die Facebook-Aktien nicht aufgrund eines Datenschutzskandals abgestoßen worden seien, sondern wegen der schlechten Aussichten für Wachstum, Nutzerzahlen und Gewinnmargen: „Hohe Wachstumsraten lassen sich nicht unendlich fortschreiben, und hohe Bewertungen machen Unternehmen verwundbar.“

Aufgrund der Schwäche der US-Technologieaktien hätten Value-Titel in den letzten Wochen an der Börse klar vorn gelegen. Dieser Wechsel zu Substanzwerten könnte anhalten. Denn die Bewertungen von Wachstumstiteln seien in den USA zurzeit extrem hoch – der Abstand zu Value-Aktien sei seit 2006 nicht mehr so groß gewesen. Auch die wieder anziehende Geldpolitik mit auslaufenden Quantitative-Easing-Programmen und steigenden Zinsen sei gut für solide Unternehmen, solange die Konjunktur laufe, heißt es weiter.

Die Angst vor einer neuen dot.com-Blase dürfte jedoch übertrieben sein, glaubt White. „Der aktuelle Technologie-Boom ist anders als vor zwanzig Jahren. Wir sehen heute große Unternehmen mit stabilen Erträgen und überwiegend soliden Geschäftsmodellen.“ Allmählich trenne sich aber die Spreu vom Weizen – Microsoft habe zum Beispiel weiter sehr gute Ergebnisse gemeldet. „Anleger sollten nicht blind dem Momentum und der Masse folgen – am Ende sind Fundamentaldaten für die Aktie eben doch wichtiger als die neuesten Schlagzeilen“, so White.