Die Folgen der Pandemie dürften der US-Wirtschaft bislang einzigartigen Schaden zufügen. Die Konjunkturdaten für März, April und vielleicht auch Mai werden wahrscheinlich verheerend sein. Die Arbeitslosigkeit in den USA dürfte aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Decke gehen und sogar die Höchststände während der Finanzkrise in den Schatten stellen. Erste Anzeichen für steigende Erstanträge auf Arbeitslosengeld zeigen, welche enormen Probleme bevorstehen. Ungeachtet staatlicher Konjunkturprogramme und Transferzahlungen werden die Haushaltseinkommen vermutlich einbrechen, und der hohe Konsum dürfte tief fallen. Trotz der Stundung von Steuern und anderen Ausgaben sowie sehr billiger Kredite könnte es viele kleine und mittlere Unternehmen sehr hart treffen.

Diesmal ist es anders als nach dem 11. September, als die Menschen sehr bald wieder geflogen sind, Hotelzimmer gebucht, gearbeitet und eingekauft haben – zumindest unserer Einschätzung nach. Beispielsweise haben jetzt mindestens 40 Unternehmen ihre Ladengeschäfte geschlossen, und es werden sicherlich noch mehr werden. Viele von ihnen werden die Krise vielleicht nicht überstehen. Allerdings ist es auch ein kleines Wunder, dass es viele von ihnen überhaupt so weit geschafft haben. Für sie ist das Virus der berühmte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Es ist geradezu paradox, dass es erst zu einer Pandemie kommen muss, damit Zombie- Unternehmen von der Bildfläche verschwinden.

Wahrscheinlich wird in ein paar Monaten wieder Normalität einkehren. Vielleicht dauert es aber auch länger. Aber es ist schwer zu prognostizieren, wie groß der Schaden bis dahin sein wird. Solange wir nicht wissen, wie stark die Wirtschaft einbricht, kann niemand sagen, wie schnell sie sich wieder erholt.

Aber all dies hat durchaus auch etwas Gutes. Am besten hat es wahrscheinlich Tim Dittmer, leitender MFS-Analyst für US-Technologiewerte auf unserem wöchentlichen Sektor-Meeting am Mittwoch ausgedrückt. Er eröffnete das Gespräch mit einem der vielen großartigen Zitate des früheren Intel-CEO Andy Grove: „Schlechte Unternehmen gehen in einer Krise unter. Gute Unternehmen überstehen sie. Und großartige Unternehmen werden durch sie noch besser.“ Dies ist das Motto jeder Branchenkonferenz.

Eines steht fest: Es bleibt volatil. Risikoassets werden sich erholen, die Zombie-Unternehmen nicht. Diese Erholung mag länger dauern als die Erholungen in der Vergangenheit, aber das ist nicht schlimm. Wir haben ohnehin erwartet, dass es am Ende eines langen, müde gewordenen Zyklus zu Störungen kommen wird. Aber obgleich wir uns bewusst sind, in welch ernste Lage uns das Coronavirus gebracht hat, sind wir in puncto Investmentchancen optimistisch.