Wer daran geglaubt hat, dass mit dem Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi auch die ultralockere Geldpolitik in der Eurozone endet, wird nun eines Besseren belehrt.

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    Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, will Mario Draghi in den letzten Monaten seiner Amtszeit die Geldpolitik in der Eurozone noch einmal dramatisch lockern. So soll bis November der umstrittene Kauf von Staatsanleihen wieder aufgenommen werden, um die Konjunktur in der Eurozone anzukurbeln.

    Daneben könnte der Einlagezins für die Banken weiter in den negativen Bereich gesenkt werden. Derzeit beträgt der Zins minus 0,4 Prozent. Der Zins wirkt wie ein Strafzins für die Banken und führt dazu, dass diese für bei der EZB geparkte Guthaben Zinsen zahlen müssen (statt welche zu bekommen, wie es bei einem positiven Einlagenzins der Fall wäre).

    Im vergangenen Jahr haben deutsche Banken einem Zeitungsbericht zufolge 2,4 Milliarden Euro an Strafzinsen gezahlt. Das gehe aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor, berichtet die "Rheinische Post". Belastet davon werden vor allem kleine und mittelgroße Banken, wie Sparkassen und Volksbanken. In der Eurozone insgesamt zahlten Banken wegen der negativen Zinsen sogar 7,5 Milliarden Euro an die EZB bzw. die nationalen Notenbanken des Euro-Systems.

    Laut "Spiegel"-Bericht will EZB-Präsident Mario Draghi vor dem Ende seiner Amtszeit zudem noch Entscheidungen treffen, die auch die Politik seiner Nachfolgerin Christine Lagarde stark beeinflussen dürfte. So soll das Inflationsziel der EZB verändert werden. Bisher strebt die EZB mittelfristig eine Inflationsrate von "unter, aber nahe bei zwei Prozent". Künftig soll das Ziel genau zwei Prozent betragen. Darüber habe der EZB-Rat bereits diskutiert, heißt es. Auch die Finanznachrichtenagentur "Bloomberg" hatte von entsprechenden Plänen in den vergangenen Tagen berichtet. Draghi will laut "Spiegel" außerdem erreichen, dass die EZB ihr Inflationsziel künftig auch für längere Zeit überschreiten darf, wenn sie die Marke zuvor über Jahre unterschritten hat.

    Fazit: EZB-Präsident Mario Draghi plant offenbar ein ganz besonderes "Abschiedsgeschenk", bevor er sein Amt an Christine Lagarde übergibt: Neue Anleihekäufe, eine Verschärfung der Strafzinsen und ein neues Inflationsziel dürften dafür sorgen, dass die Flutung der Märkte mit frischem Notenbankgeld auch nach dem Ende der Amtszeit von EZB-Präsident Mario Draghi munter weitergeht.

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