Im ersten Quartal des vergangenen Jahr hatte der Corona-Crash an den Aktienmärkten bei Berkshire Hathaway zu einem Rekordverlust von 49,7 Milliarden Dollar geführt. Dass es dieses Jahr wieder deutlich besser laufen würde, war da zu erwarten. Im ersten Quartal 2021 verbuchte Berkshire Hathaway nun einen Nettogewinn von 11,71 Milliarden Dollar, wie das Konglomerat am Samstag im Vorfeld der Hauptversammlung mitteilte.

Warren Buffett rät allerdings dazu, der Entwicklung des Nettogewinns keine große Bedeutung zuzumessen, weil seit dem Jahr 2018 auch die stark schwankenden unrealisierten Kursverluste in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt werden müssen und den Nettogewinn beeinflussen.

Im operativen Geschäft konnte Berkshire Hathway den Gewinn von 5,87 auf 7,02 Milliarden Dollar steigern. Die Gewinne aus Investments und Derivaten summierten sich auf 4,69 Milliarden Dollar, nach einem Verlust von 55,62 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

Weil Warren Buffett bereits seit Jahren Schwierigkeiten hat, lohnende Investitionsobjekte zu finden, steigt das Barvermögen beständig. Im ersten Quartal legte das Barvermögen um fünf Prozent auf 145,4 Milliarden Dollar zu, obwohl Berkshire Hathaway 6,6 Milliarden Dollar für den Rückkauf eigener Aktien (nach 9 Milliarden Dollar im vierten Quartal) ausgab.

Am Abend findet die jährliche Hauptversammlung von Berkshire Hathaway statt, die von Buffett-Fans in aller Welt mit großer Spannung erwartet wird. Wie im Vorjahr wird die auch als "Woodstock für Kapitalisten" bezeichnete Veranstaltung wegen der Corona-Pandemie erneut als reine Onlineveranstaltung durchgeführt, dieses Mal nicht in Omaha sondern in Los Angeles. Anders als im Vorjahr wird dieses Mal auch wieder Berkshire-Vizechef Charlie Munger mit dabei sein. Auch die beiden potenziellen Buffett-Nachfolger Gregory Abel and Ajit Jain werden Fragen der Aktionäre beantworten. Die Hauptversammlung beginnt um 19.30 Uhr deutscher Zeit und kann live bei Yahoo Finance verfolgt werden.

Der inzwischen 90-jährige Buffett hatte das ehemalige Textilunternehmen Berkshire Hathaway im Jahr 1965 übernommen und zu einer Beteiligungsgesellschaft umgebaut. Mehr als 80 Unternehmen besitzt Berkshire Hathaway inzwischen ganz, zudem hält Berkshire zahlreiche große Aktienpakete an börsennotierten Unternehmen wie Apple, Coca-Cola, Kraft Heinz oder American Express. Buffett gilt als weltweit wichtigster Value-Investor, der seine Anlageentscheidungen nach fundamentalen Gesichtspunkten trifft und überwiegend langfristig in Unternehmen investiert. Dabei setzt Buffett vor allem auf "langweilige" Qualitätsaktien bekannter Konzerne.

Seit dem Corona-Crash, in dem Warren Buffett u.a. mit dem Verkauf seiner Airline-Aktien ein eher unglückliches Händchen bewies, haben sich die Aktien von Berkshire Hathaway schwächer entwickelt als der Gesamtmarkt. In den vergangenen Wochen und Monaten konnten die Berkshire-Papiere allerdings wieder etwas aufholen.

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Berkshire Hathaway (B-Aktien) und S&P 500 im Vergleich

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