• Frankfurter Börse lässt Handel mit Coinbase nun doch weiter zu
    • EZB-Anti-Krisenkurs wird vorerst nicht verschärft
    • Europäische Staatsschulden steigen massiv
    • Bild: Impfpriorisierung soll ab Mai aufgehohen werden
    • Impfkampagne: Der neue US-Präsident hält zentrales Versprechen ein
    • Biden lädt zu Klimagipfel ein
    • Ryanair rechnet mit starker Erholung
    • SAP erzielt kräftiges Wachstum
    • Deutschland bestellt 30 Mio. Dosen Sputnik V

    Märkte

    • Die Europäische Notenbank weitet ihre Anti-Krisenmaßnahmen zunächst nicht aus. Sowohl das Notkaufprogramm für Anleihen als auch die Zinsen bleiben unverändert, wie der EZB-Rat am Donnerstag entschied. Die Anleger am deutschen Aktienmarkt reagierten wohlwollend auf den Entscheid, zumal bisher eine Verringerung der Anleihenkäufe im Rahmen des Pandemie-Kaufprogramms PEPP nicht diskutiert wurde, wie EZB-Präsidentin Lagarde sagte. Der DAX ging mit einem Plus von 0,82 Prozent bei 15.320,52 Punkten aus dem Handel. Am Montag hatte der DAX über 15.500 Punkten ein Rekordhoch erreicht, anschließend hatten die Anleger jedoch Gewinne eingestrichen. Unter den Marktbeobachtern mehren sich nun Stimmen, die vor einer Korrektur warnen. So wies die Investmentbank HSBC darauf hin, dass in den USA der Anteil der Optimisten am Markt einen extrem hohen Wert erreicht habe. „Deshalb müssen Anleger weiterhin auch die Unterseite im Blick haben“, rät die Bank. Vor dem Beginn des Online-Klimagipfels unter Führung von US-Präsident Joes Biden haben die Anleger unter anderem Aktien der Energie-Branche im Blick. Biden will die Treibhausgasemissionen der USA bis 2030 um 50 bis 52 Prozent reduzieren.

    Chartanalysen & Artikel des Tages

    Unternehmen & Branchen

    • Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat bei 106 Maschinen des Typs Boeing 737 MAX elektrische Probleme identifiziert. Laut Nachrichtenagentur Reuters arbeitet Boeing weiterhin an den Elektrikproblemen.
    • Der Gabelstaplerhersteller Jungheinrich rechnet für 2021 nun mit einem Umsatzanstieg auf 4 bis 4,2 Mrd. Euro. Zuvor wurden 3,9 bis 4,1 Milliarden Euro erwartet worden. Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern peilt das Unternehmen 300 bis 350 Mio. Euro an, nachdem bisher maximal 310 Mio. Euro in Aussicht gestellt wurden.
    • Die Aktie der größten US-Handelsplattform für Krypto-Währungen, Coinbase, wird am Freitag in Deutschland nun doch nicht von der Deutschen Börse aus dem Handel genommen. Wie der Börsenbetreiber mitteilte, stehen die bislang fehlenden, aber erforderlichen Stamm- bzw. Kennzeichnungsdaten (LEI) nun zur Verfügung. Somit werde der Handel mit der Aktie nicht wie angekündigt beendet. Dies gelte für den Handel sowohl auf XETRA als auch für die Börse Frankfurt.
    • Eine Impfstoff-Fabrik in den USA, die zuvor von AstraZeneca an Johnson & Johnson gegangen war und wo wegen eines Produktionsfehlers Mio. Impfdosen des US-Herstellers entsorgt werden mussten, muss die Produktion vorübergehend einstellen. Bei einer Überprüfung der von Emergent Biosolutions betriebenen Fabrikation seien zahlreiche Mängel bemerkt worden, teilte die US-Arzneimittelbehörde FDA mit.
    • Der US-Chemiekonzern Dow konnte im ersten Quartal deutlich mehr absetzen und gleichzeitig von steigenden Preisen profitieren. In den drei Monate Januar bis März vervierfachte sich der Gewinn auf 991 Mio. Dollar. Bereinigt um Sondereffekte betrug der Gewinn je Aktie 1,36 Dollar nach 0,59 Dollar ein Jahr zuvor. Das war deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Umsatz stieg um mehr als ein Fünftel auf rund 11,9 Mrd. Dollar. Dazu hätten alle Segmente und Absatzregionen beigetragen, hieß es.
    • American Airlines hat zu Jahresbeginn erneut einen Milliardenverlust erlitten. In den drei Monaten bis Ende März häufte die US-Fluggesellschaft einen Nettoverlust von 1,3 Mrd. Dollar an. Ohne Staatshilfen wäre das Minus noch deutlich höher. Die Erlöse fielen um 53 % auf rund 4,0 Mrd. Dollar. Der Blick bleibt nach vorne gerichtet. „Wir sehen Anzeichen für eine anhaltende Erholung", erklärte CEO Doug Parker.
    • Der US-Telekommunikationskonzern AT&T gab einen deutlich höheren Gewinn und ein Wachstum der operativen Einnahmen für das erste Quartal bekannt. Die Resultate übertrafen die durchschnittlichen Analystenprognosen.
    • Mangels neuer Film- und Serienhits zu Jahresbeginn gewann der Streaming-Dienst Netflix im ersten Quartal deutlich weniger Nutzer als erwartet und verfehlte damit sein eigenes Ziel sowie die Markterwartungen deutlich.
      Der ehemalige T-Mobile-US-Chef John Legere und andere Top-Manager des Mobilfunkanbieters haben im vergangenen Jahr mehrere Hundert Mio. Dollar an Vergütungen erhalten. Neben dem stark gestiegenen Aktienkurs der US-Tochter der Deutschen Telekom trugen dazu Bonuszahlungen im Zusammenhang mit der Fusion mit Sprint bei. Legere bekam im Jahr 2020 mehr als 137 Mio Dollar, wie aus einem am Mittwoch eingereichten Bericht hervorgeht.
    • Die Deutsche Börse ist erwartungsgemäß schwächer ins neue Jahr gestartet. Die Nettoerlöse und die Ergebnisse sind im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr stark zurückgegangen. Das lag weniger an fundamentalen Schwächen, sondern an einem pandemiebedingten Sondereffekt: Die Corona-Krise und die damit verbundenen Marktturbulenzen hatten vor einem Jahr einen massiven Anstieg der Handelsvolumina zur Folge gehabt.
    • Der Industriekonzern thyssenkrupp hat einen weiteren Großauftrag für den Bau einer Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff erhalten. thyssenkrupp wird für den US-Düngemittelhersteller CGF Industries eine 20-MW-Wasserelektrolyseanlage errichten. Der Wasserstoff solle anschließend in grünes Ammoniak umgewandelt werden. Grüner Ammoniak könne als hocheffizienter Speicher für erneuerbare Energie und auch direkt als klimaneutraler Kraftstoff, etwa im Seeverkehr, eingesetzt werden.
    • Die EU-Kommission prüft eine Klage gegen AstraZeneca, weil zugesagte Lieferungen des Corona-Impfstoffs an die Europäische Union einseitig signifikant gekürzt wurden. Dies bestätigten Kommissionskreise der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag. Alle Optionen würden vorbereitet, hieß es. Die EU-Staaten müssten einer Klage zustimmen.
    • Der französisch-österreichische Pharmakonzern Valneva hat eine abschließende klinische Studie zu seinem Impfstoff angekündigt. Geplant sei eine klinische Studie der Phase III, erklärte der Hersteller. Verläuft sie erfolgreich, will Valneva im Herbst die Marktzulassung beantragen.
    • Zum ersten Mal hat der Softwarehersteller SAP Einblick in konkrete Umsatzzahlen des Programmpakets S4 Hana Cloud erteilt. S4 Hana ist die Standardsoftware von SAP zur Steuerung von Unternehmen (ERP). Sie Erlöse von S4 Hana in der Version zur Nutzung über das Netz sind demnach im ersten Quartal um 36 Prozent auf 227 Mio, Euro gestiegen, wie der DAX-Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Auftragsbestand - also die zu erwartenden Einnahmen über zwölf Monate aus abgeschlossenen Verträgen - wuchsen um 39 Prozent auf 1,04 Mrd. Euro.
    • Der Autozulieferer Bosch will bis 2025 den Umsatz im Zusammenhang mit der E-Mobilität auf 5 Mrd. Euro verfünffachen. Trotz des anhaltenden Chipmangels soll der Konzernumsatz in diesem Jahr um 6 Prozent steigen. Zwischen Januar und Ende März seien die Erlöse im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 20,4 Mrd. Euro gestiegen, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Plus fällt auch deshalb so deutlich aus, weil die einsetzende Corona-Pandemie die Geschäfte Anfang 2020 stark belastet hatten.
    • Die Credit Suisse rechnet wegen des Ausfalls des Hedgefonds Archegos im zweiten Quartal mit einer weiteren Belastung von 600 Mio. Franken. In den ersten drei Monaten des Jahres hatte das Debakel bei dem Fonds wie bereits bekannt mit 4,4 Mrd. Franken belastet. Die Bank rutschte deswegen in die roten Zahlen; allerdings nicht so stark wie Anfang April angekündigt.
    • Der irische Billigflieger Ryanair blickt zuversichtlich auf das kommende Geschäftsjahr. Ein Rückgang bei den Kosten und ein Schrumpfen der europäischen Flugkapazitäten dürften zu einer sehr starken Erholung des Ergebnisses im Geschäftsjahr bis Ende März 2023 führen, prognostizierte Ryanair-Chef Michael O’Leary im Interview mit der „Financial Times“.
    • Der Maschinen- und Anlagenbauer GEA rechnet für die zweite Jahreshälfte mit einer Entspannung. „Wir gehen davon aus, dass die Geschäftsdynamik ab dem dritten Quartal, wenn die Pandemie dann weitgehend überwunden ist, wieder anzieht“, sagte Vorstandschef Stefan Klebert im Interview mit Bloomberg. Außerdem erwarte er einen gewissen Nachholeffekt, wenn Unternehmen wieder mehr Fremdpersonal für Wartungen und Inspektionen in die Produktionen hineinlassen. Im September will Klebert neue Mittelfristziele bis 2026 und eine präzisere Ausschüttungspolitik verkünden.
    • Der Telekomausrüster Adva Optical Networking blickt optimistischer auf das Gesamtjahr. Das Unternehmen erwartet für 2021 nun eine um Sondereffekte bereinigte Marge des Betriebsergebnisses zwischen sechs und zehn Prozent, wie Adva am Mittwoch mitteilte. Bislang hatte das Unternehmen mit einer Marge von sechs bis neun Prozent gerechnet. Beim Umsatz erwartet das SDAX-Unternehmen weiterhin einen Betrag zwischen 580 und 610 Mio. Euro.
    • Der schwedische Nutzfahrzeughersteller Volvo hat im ersten Quartal deutlich mehr Bestellungen eingefahren. Der Auftragseingang wurde zwischen Januar und Ende März mit 85.461 bestellten Lkw im Jahresvergleich mehr als verdoppelt. Den Umsatz steigert Volvo um drei Prozent auf 94 Mrd. Kronen (rund 9,3 Mrd. Euro) steigerten, kletterte der bereinigte operative Gewinn um rund zwei Drittel auf 11,8 Mrd. Kronen. Der Nettogewinn wurde mit rund 9 Milliarden Kronen fast verdoppelt.
    • Der südkoreanische Autohersteller Hyundai hat den Gewinn im ersten Quartal fast verdreifacht. Der Überschuss sei im im Jahresvergleich um 175,4 Prozent auf 1,52 Bio. Won (1,13 Mrd. Euro) gestiegen, teilte der VW-Konkurrent am Donnerstag mit. Allerdings wirkte sich auch ein Basiseffekt aus: Infolge der globalen Corona-Krise hatte Hyundai Motor im ersten Quartal des vergangenen Jahres deutliche Gewinneinbußen hinnehmen müssen.
    • Die Geschäfte des französischen Whisky- und Wodka-Herstellers Pernod Ricard erholen sich. Die Erlöse sind zwar in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2020/21 gesunken, aber im dritten Quartal konnte das Unternehmen wieder deutlich mehr umsetzen als im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.
    • Der Umsatz des französischen Autobauers Renault sank zu Jahresbeginn leicht um 1,1 Prozent auf 10,02 Mrd. Euro. Von Anfang Januar bis Ende März setzte der Hersteller mit den Marken Renault, Dacia oder Lada rund 665000 Fahrzeuge ab, das war im Vorjahresvergleich ein Plus von 1,1 Prozent.
    • Das Elektronikunternehmen Katek SE strebt bei seinem IPO je nach Platzierungspreis einen Erlös zwischen 83 bis 103 Mio. Euro an. „Die Preisspanne wurde auf 21 bis 26 Euro je Aktie festgelegt“, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Die Erstnotierung ist für den 4. Mai geplant.
    • Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Wirecard-Skandal wird heute Bundesfinanzminister Olaf Scholz befragen. Scholz‘ Ministerium ist zuständig für die Finanzaufsicht Bafin, der in dem Fall schwere Fehler vorgeworfen werden. Bei dem insolventen Wirecard-Konzern geht die Münchner Staatsanwaltschaft mittlerweile von gewerbsmäßigem Bandenbetrug aus.
    • Der japanische Versorger Tepco, der das Unglückskraftwerk in Fukushima betreibt, wird voraussichtlich den Chef von Mitsubishi Chemical, Yoshimitsu Kobayashi, als neuen Vorstandsvorsitzenden anheuern. Derzeit sollen letzte Verhandlungen laufen, wie die japanische Presse berichtet.

    Konjunktur & Politik

    • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das neue Infektionsschutzgesetz mit der „Bundes-Notbremse“ unterzeichnet. Das teilte das Bundespräsidialamt am Donnerstag mit. Das Gesetz muss zum Inkrafttreten jetzt nur noch im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden.Noch bevor die Politik das neue Infektionsschutzgesetz beschlossen hatte, ist schon der erste Eilantrag dagegen beim Bundesverfassungsgericht eingegangen. Welche Erfolgsaussichten das haben kann, vermochte ein Sprecher in Karlsruhe am Donnerstag gegenüber Medien aber nicht zu sagen.
    • Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, stieg das von ihr ermittelte Verbrauchervertrauen in Europa im April um 2,7 auf minus 8,1 Zähler. Es ist der dritte Anstieg des Stimmungsindikators in Folge.
    • Der Sammelindex der wirtschaftlichen Frühindikatoren in den USA stieg im März um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das private Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Volkswirte hatten mit einem geringeren Anstieg gerechnet. Im Februar war der Sammelindex noch um revidiert 0,1 Prozent gesunken.
    • Die Verkäufe bestehender Häuser in den USA fielen im März um 3,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat auf annualisiert 6,01 Mio. zurück, wie die Maklervereinigung National Association of Realtors (NAR) mitteilte. Analysten hatten im Mittel einen Rückgang um lediglich 1,8 Prozent erwartet.
    • Die Europäische Zentralbank (EZB) erwägt noch keine Reduzierung der Corona-Wertpapierkäufe. Der EZB-Rat habe nicht über die Rückführung der Käufe über das Corona-Programm PEPP diskutiert, sagte EZB-Präsidentin Christine Lagarde am Donnerstag nach der Zinssitzung der Notenbank. Dafür sei es zu früh. Jede Anpassung des Programms sei abhängig von der konjunkturellen Entwicklung und nicht von Kalenderdaten.
    • In einem Pflegeheim in den USA hat sich das Coronavirus verbreitet, obwohl der Großteil der Bewohner geimpft war. Eine am Mittwoch veröffentlichte Studie der amerikanische Gesundheitsbehörden ergab, dass sich in dem Heim im Bundesstaat Kentucky 46 Menschen infizierten, nachdem ein nicht-geimpftes Mitglied des Pflegepersonals eine Variante des Coronavirus eingeschleppt hatte.
    • US-Präsident Joe Biden hat zum Auftakt seines Online-Klimagipfels mit 40 Staats- und Regierungschefs schnelles Handeln zur Eindämmung der Erderwärmung angemahnt. „Die Zeichen sind unübersehbar. Die Wissenschaft ist nicht zu leugnen. Die Kosten des Nichtstuns werden immer höher". Biden warb dafür, in Klimaschutzmaßnahmen auch die wirtschaftlichen Chancen zu sehen: Die Energiewende, der Ausbau der Elektromobilität und Infrastrukturmaßnahmen böten die Gelegenheit, Millionen gut bezahlte Jobs zu schaffen. Die USA wollen bis 2030 ihren Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 2005 mindestens halbieren.
    • Der Chicago Fed National Activity Index (CFNAI) stieg stieg im März auf +1,71 Punkte, wie die Federal Reserve Bank of Chicago mitteilte. Für Februar wurde der Indexstand auf -1,20 revidiert. Ein positiver Wert des CFNAI zeigt ein Wachstum über dem historischen Trendniveau an.
    • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenleistungen in den USA fiel in der Woche zum 17. April auf saisonbereinigter Basis um 39.000 auf 547.000, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit der Woche zum 14. März 2020. Die Daten sind ein Zeichen dafür, dass sich der US-Arbeitsmarkt erholt.
    • Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im März gestiegen - das erste Mal in diesem Jahr. Sie lagen mit 70,28 Mrd. Euro 0,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. In den ersten drei Monaten 2021 gab es allerdings noch ein Minus von 5,2 Prozent auf 171,88 Mrd. Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht.
    • Die Europäische Notenbank weitet ihre Anti-Krisenmaßnahmen zunächst nicht aus. Sowohl das Notkaufprogramm für Anleihen als auch die Zinsen bleiben unverändert, wie der EZB-Rat am Donnerstag entschied. Die Bereitschaft, notfalls alle Instrumente gegebenenfalls anzupassen, wurde bestätigt. Die Notenbank bekräftigte auch, das Tempo der Wertpapierkäufe im laufenden Quartal beschleunigen zu wollen. Anlass dafür ist, dass die Kapitalmarktzinsen zeitweise angestiegen waren. Den Leitzins im Euroraum hält die EZB auf dem Rekordtief von null Prozent. Geschäftsbanken müssen weiterhin 0,5 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie Geld bei der Notenbank parken. Freibeträge für bestimmte Summen sollen die Institute bei den Kosten dafür entlasten.
    • Die Corona-Pandemie und die fiskalischen Unterstützungsprogramme als Reaktion auf die Lockdown-Maßnahmen, sowie schwächere Steuereinnahmen kommen die Staaten in Europa teuer zu stehen. In den 19 Euroländern stieg die Gesamtverschuldung von 83,9 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) im Jahr 2019 auf 98,0 Prozent im Jahr 2020, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte. Das Defizit der öffentlichen Haushalte, also der Überschuss der Ausgaben über die Einnahmen, betrug 7,2 Prozent nach 0,6 Prozent im Vorjahr. Die höchsten Schuldenquoten kommen aus Griechenland (205,6 %) und Italien (155,8 %). In Deutschland beträgt der Schuldenstand 69,8 Prozent des BIP.
    • Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer zufolge will Deutschland insgesamt 30 Mio. Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V bestellen. „Wir wollen dreimal zehn Million Dosen – im Juni, Juli und im August – Sputnik V kaufen“, sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch in Moskau. „Voraussetzung ist die Zulassung bei der europäischen Arzneimittelbehörde“, betonte Kretschmer aber im Gespräch mit dem russischen Gesundheitsminister Michail Muraschko. Die EMA-Zulassung bilde die nötige Vertrauensbasis. Es wäre ein großer Erfolg, wenn die Zulassung im Mai erfolgen würde.
    • Die Impfpriorisierung in Deutschland könnte bereits ab Ende des kommenden Monats aufgehoben werden. Dann könnten sich alle erwachsenen Bürger impfen lassen, wie die „Bild“-Zeitung unter Bezug auf interne Gesprächen zwischen der Bundesregierung sowie den Chefs der Staatskanzleien der Länder berichtete. Demnach erwarte der Bund derart hohe Liefermengen, dass er davon ausgehe, die Impfpriorisierung ab Mai aufgeben zu können. Auf Nachfrage der Zeitung bestätigte Kanzleramtsminister Helge Braun, dass die Impfpriorisierung vermutlich ab „Ende Mai“ oder „Anfang Juni“ aufgegeben werden könnte.
    • Die Stimmung in den französischen Unternehmen hat sich im April erwartungsgemäß verschlechtert. Das Insee-Geschäftsklima fiel um zwei Punkte auf 95 Zähler, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte. Im März hatte der Indikator mit 97 Punkten den höchsten Stand seit Beginn der Corona-Krise erreicht.
    • US-Präsident Joe Biden hat in der Corona-Pandemie ein Versprechen eingelöst: 200 Mio. verabreichte Impfungen innerhalb seiner ersten 100 Tage im Amt. Mit den Impfzahlen, die am Donnerstag veröffentlicht würden, werde die Schwelle von 200 Mio. gespritzten Impfdosen überschritten, sagte Biden am Mittwoch. Er sei stolz auf seine Regierungsmannschaft, aber auch auf die Bevölkerung, die das möglich gemacht hätten. „Dies ist eine amerikanische Leistung, ein kraftvolles Beispiel für Einheit und Entschlossenheit.“
    • Auf Einladung von US-Präsident Joe Biden kommen heute 40 Staats- und Regierungschefs zu einem zweitägigen Online-Klimagipfel zusammen. Heute geht es nach Angaben des Weißen Hauses um Ziele zur Eindämmung des Klimawandels und Finanzierungsfragen.
    • Nur etwa 500 Menschen in Deutschland infizierten sich im gerade zu Ende gegangenen Winter mit dem Influenza-Virus, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte. In der vergangenen Grippe-Saison hingegen erkrankten noch 180.000 Menschen. Grund seien die Corona-Maßnahmen und eine erhöhte Impfbereitschaft.
    • Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert die Ministerpräsidenten auf, bei Bedarf über die beschlossenen Maßnahmen im Infektionsschutzgesetzt hinaus zu gehen. „Wenn die Inzidenz mit den Maßnahmen nicht gesenkt werden kann, müssen die Länder zusätzliche Maßnahmen ergreifen“, sagt Lauterbach der Zeitung „Augsburger Allgemeinen“. Dies sei durch das Infektionsschutzgesetz erlaubt.
    • Auch Bayern hat den Impfstoff von AstraZeneca in Arztpraxen für alle Altersgruppen freigegeben. Gesundheitsminister Klaus Holetschek von der CSU teilte mit: „Die Priorisierung bei AstraZeneca ist ab sofort aufgehoben, der Impfstoff kann in den Arztpraxen auch Personen unter 60 Jahren angeboten werden.“
    • Eine von Syrien aus abgefeuerte Rakete ist in der Nähe eines israelischen Atomreaktors explodiert, wie die israelische Armee mitteilte. Die Rakete sei eigentlich auf israelische Flugzeuge abgeschossen worden, verfehlte diese aber und detonierte nahe des Meilers bei der Stadt Dimona. Der Reaktor sei nicht zu Schaden gekommen.

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