Geht es um Big Tech, gibt es nur zwei Länder, die eine Rolle spielen: die USA und China. In beiden Ländern sind die Aktien der Tech-Riesen gut gelaufen. Mal hatte China die Nase vorn, mal die USA. Aktuell sind es US-Unternehmen, denn die chinesische Führung greift durch. Es begann alles mit dem abgesagten Börsengang von Ant Group, dem Finanzdienstleister, an dem Alibaba einen großen Anteil hält. Alibaba Gründer Jack Ma kritisierte die Politik. Seither ist er größtenteils von der Bildfläche verschwunden. Man kritisiert Peking nicht. Die Kritik war aber nicht der Auslöser für die zahlreichen Maßregelungen. China tut das, was der Westen nicht schafft. Es reguliert Technologiegiganten und will die Zementierung von Monopolen verhindern. Ohne starke Einschnitte und regulatorische Maßnahmen geht das nicht. Die Maßnahmen bedeuten auch, dass Geschirr zerschlagen wird. In den USA scheint man immer noch davon auszugehen, dass man Big Tech regulieren kann, ohne dem Status der Unternehmen zu schaden. Das geht nicht. Interessenskonflikte müssen angegangen und unterbunden werden.


In China war es von Plattformen wie Alibaba, JD oder Meituan lange Praxis, dass Verkäufer sich für eine Plattform entscheiden mussten. Sie durften nicht mehrere benutzen. Das ist ganz klar wettbewerbsfeindlich und wurde untersagt. In den USA ist diese Praxis nicht so stark ausgeprägt, dafür gibt es andere Konflikte.

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Alibaba Group Holding Ltd.

Amazon bietet eine Plattform, auf der Händler und Amazon gleichermaßen verkaufen. Amazon hat dabei Zugriff auf sämtliche Daten. Es weiß, welche Produkte von welchen Verkäufern zu welchem Preis gefragt sind. Amazon beteuert zwar, dass es diese Daten nicht für den eigenen Vorteil nutzt, doch regelmäßig macht Amazon erfolgreichen Produkten mit Kopien Konkurrenz.

Big Tech schafft Monopole. In China wird dagegen vorgegangen. Entsprechend haben die Aktien korrigiert. Im Vergleich zu US-Aktien ist Chinas Big Tech daher relativ günstig zu haben (Grafik 2). Nun kann man natürlich die Frage stellen, ob es sinnvoll ist, in Chinas Technologieriesen zu investieren, wenn gerade reguliert wird.


Man kann es auch anders sehen: In China ist die Regulierung nun eingepreist, in den USA noch nicht. In den USA liegt das KGV von Big Tech bei 35. Nach der jüngsten Korrektur liegt es in China bei 22. Das ist ein deutlicher Abschlag.

China ist wie andere Länder auch auf erfolgreiche Technologieunternehmen angewiesen. Es wird Alibaba daher nicht in die Bedeutungslosigkeit drängen. Big Tech wird es auch morgen noch geben, nur hoffentlich unter anderen Wettbewerbsbedingungen. Eine tiefere Bewertung macht Sinn, wenn Unternehmen nicht mehr Monopolmargen verdienen. Bei einem KGV von 22 erscheint dies eingepreist zu sein.

Kurzfristig arbeiten chinesische Technologieaktien an einem Boden. Es lohnt sich abzuwarten, ob die Bodenbildung auch erfolgreich ist. Bestätigt sich der Boden, kann man über den Hang Seng Tech Index an einer Wiederaufnahme des Aufwärtstrends partizipieren. Die Unternehmen wachsen ja weiterhin schnell. Ein möglicher ETF ist der HSBC Hang Seng Tech Index ETF (ISIN IE00BMWXKN31).

Clemens Schmale


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