Große Pharmakonzerne machen Jagd auf US-Biotech-Firmen und legen viel Geld auf den Tisch, um sich die besten Unternehmen zu schnappen. Diesen Eindruck gewinnt man jedenfalls, wenn man die aktuellen Entwicklungen beobachtet.

Am Montag wurden gleich zwei Übernahmen von Biotech-Unternehmen mit einem Kursaufschlag von mehr als 100 Prozent gemeldet:

  • Der US-Pharmakonzern Merck & Co will den biopharmazeutischen Krebsspezialisten ArQule für 2,7 Milliarden Dollar bzw. 20 Dollar je Aktie übernehmen. Dies kündigte Merck & Co. am Montag an. Damit die Übernahme zustande kommt, muss mindestens die Mehrheit der ausstehenden ArQule-Aktien angedient werden. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden. Der gebotene Preis entspricht einem Aufschlag von 107 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am Freitag.
  • Der französische Pharmakonzern Sanofi will das US-Biotechunternehmen Synthorx übernehmen. Synthorx entwickelt Gen-Therapien gegen Krebs und Autoimmunkrankheiten. Sanofi bietet 68 US-Dollar je Synthorx-Aktie, womit das Unternehmen insgesamt mit 2,5 Milliarden Dollar bewertet wird. Das Gebot entspricht einem satten Aufschlag von 172 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag.

Wer von der Übernahmewelle im US-Biotech-Sektor profitieren will, hat im Wesentlichen zwei Möglichkeiten: Zum einen kann man nach Unternehmen suchen, bei denen die Wahrscheinlichkeit für eine bevorstehende Übernahme relativ hoch ist. Um dies beurteilen zu können, ist aber ein großes Fachwissen im Biotech-Bereich unabdingbar.

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Andererseits ist es aber gar nicht unbedingt notwendig, wirklich die Unternehmen zu identifizieren, die anschließend tatsächlich übernommen werden. Denn die Übernahmephantasie erfasst immer mehr Aktien und treibt deshalb den gesamten Sektor mit nach oben.

Wer breit gestreut in den Biotech-Sektor investieren will, kann dies auch mit börsengehandelten Indexfonds tun. Der iShares Nasdaq US Biotechnology ETF (ISIN: IE00BYXG2H39) etwa konnte gegenüber einem Anfang Oktober erreichten Tief inzwischen um mehr als 20 Prozent zulegen. Gegenüber einem im Dezember erreichten Tief beträgt das Plus sogar fast 35 Prozent, wobei allerdings von April bis Oktober Kursrückgänge zu verzeichnen waren.

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iShares Nasdaq US Biotechnology ETF

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