Lange mussten US-Anleger auf einen Bitcoin ETF warten. Jetzt gibt es plötzlich nicht nur einen, sondern schon mehrere ETFs. Weitere werden folgen und den Start kann man durchaus als Erfolg bezeichnen. Der erste ETF hat bereits ein Anlagevolumen von mehr als 1 Mrd. Dollar. Das Anlagevolumen erreichte innerhalb von Tagen so viel wie so mancher Standard-ETF nach Jahren. So hat etwa der iShares US Industrial Sektor ETF kein wesentlich höheres Anlagevolumen. Das Interesse an den ETFs ist also groß. Das zeigen auch die Futures-Daten. Das Volumen ausstehender Futures (Open Interest) ist derzeit mit knapp 4,5 Mrd. Dollar so hoch wie nie zuvor. Dem Bitcoin-Preis nützt das allerdings wenig.


Futures spiegeln das zugrundeliegende Wertpapier oder Asset wider. Sie bestimmen den Preis des zugrundeliegenden Wertes nicht. Die Preise von Terminkontrakten können dennoch vom unterliegenden Wert abweichen. So wurden im Vorfeld des ETF-Starts besonders viele Futures gehandelt. Der nächstliegende Kontrakt handelte zu einem ungewöhnlich großen Aufschlag zum Kassapreis. Das war eine Folge der Euphorie im Vorfeld des ETF-Starts.

Der große Aufschlag hat sich inzwischen normalisiert und führte dazu, dass die ETFs dem Preis auf dem Spotmarkt hinterherhinken. Seit Beginn des Handels der ETFs haben diese im Vergleich zu Bitcoin ca. 1 % mehr verloren. Auch in Zukunft dürften die ETFs underperformen.

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ProShares Bitcoin Strategy ETF

Bitcoin-Futures, deren Fälligkeit weiter in der Zukunft liegt, notieren häufig höher als der nächstliegende Future. Der ETF, der auf Futures basiert, muss regelmäßig die auslaufenden Kontrakte gegen neue ersetzen (rollen). Dabei entstehen Verluste, wenn die Kontrakte mit späterer Fälligkeit höher notieren (Contango). Die ETFs garantieren mehr oder weniger also langfristig eine Underperformance.

Den Bitcoin-Preis beeinflusst das alles nicht.

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Bitcoin BTC/USD

Was dem Preis geholfen hat, war die Euphorie rund um den ETF-Start. Nun ist dieses Ereignis vorbei und wie bei früheren wichtigen Ereignissen konsolidiert der Kurs nun erst einmal. Die Mittelzuflüsse zu anderen Anlageprodukten (z.B. ETFs in anderen Regionen) waren in der vergangenen Woche bereits wieder rückläufig (Grafik 2).


Das spricht für eine nachlassende Dynamik. Die Konsolidierung kann sich grundsätzlich weiter fortsetzen. Der Preisrückgang der letzten Tage hatte immerhin den positiven Effekt, dass der Angst- und Gierindex (Fear and Gread Index) für Bitcoin rückläufig war (Grafik 3). Der Index befindet sich jedoch weiterhin auf hohem Niveau.


Das Ende einer Konsolidierung wurde in der Vergangenheit erst bei tieferen Niveaus des Fear and Greed Index erreicht. Vieles spricht für eine Korrekturausdehnung.

Eine Garantie gibt es natürlich wie immer an der Börse nicht. Rücksetzer stellen allerdings Kaufgelegenheiten dar. Der Start eines US-ETFs ist langfristig sehr positiv zu werten. Ein von der Börsenaufsicht gutgeheißenes Instrument garantiert praktisch, dass der Kryptomarkt zwar reguliert, nicht aber wie etwa in China verboten wird. Das bietet eine gewisse Sicherheit, dass der Preis zumindest nicht wegen Regulation ins Bodenlose fällt.

Clemens Schmale


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