ANZEIGE

    Jamie Dimon hat kein Blatt vor den Mund genommen. Bitcoin seien nicht nur ein Betrug, sondern auch vollkommen wertlos. Ob er das sagte, weil er das wirklich denkt oder weil er um das Geschäft seiner Bank bangt, ist nicht klar. Ob er mit seiner Kritik richtig liegt, werden wir vermutlich in den nächsten Monaten oder Jahren erleben.

    Einen Punkt, den er erwähnte, kann man immerhin jetzt schon entkräften. Er verglich den Bitcoin-Kurs mit der Tulpenmanie in Holland im 17. Jahrhundert. Der Vergleich hinkt. Vergleicht man den Preis der Tulpen und von Bitcoin (Grafik 1), so könnten Bitcoin noch einmal ein ganzes Stück steigen, bevor der Preis zusammenbricht.

    Für das Universum aller Kryptowährungen verhält es sich anders. Andere Währungen wie Ethereum stellten Bitcoin mit ihrer Performance in den Schatten. Der Gesamtmarkt vollzieht die Tulpenmanie ziemlich gut nach.

    Der Vergleich beginnt für Kryptowährungen ab Dezember 2015. Würde man die Zeitspanne ausdehnen, würden die Preise der Kryptowährungen die Tulpenmanie in den Schatten stellen. Ein Blick auf den Chart zeigt, dass zumindest vom Kursgeschehen alles auf eine Übertreibung hindeutet.

    Seit Juni prophezeie ich schon den Crash (siehe Chart 2). Bisher ist er nicht gekommen. Im August wies ich auch wieder mehrfach auf den Wahnsinn hin. Die These, dass der Bitcoin-Preis drastisch einbricht, bleibt bestehen. Wie schwer es ist, das Top in einem solchen Markt zu erwischen, ist aber auch offensichtlich. Bisher konnte ich es nicht benennen und bevor es peinlich wird, versuche ich es auch gar nicht mehr auf ein Datum festzulegen. Die Aussage, dass der Preis kollabieren wird, bleibt allerdings bestehen.

    Ob wir gerade den Anfang des Ausverkaufs sehen? – Wer weiß das schon... man kann jedenfalls sagen, dass Kryptos durch die Bank weg Federn lassen mussten (Grafik 3). Es kann nach einer Korrektur freilich auch wieder nach oben gehen, dann mit neuen Hochs.

    Viele wenden an dieser Stelle gerne ein: ja aber die Technologie ist die Zukunft. Der Preis muss weiter steigen. – Nein, muss er nicht. Die Technologie, die Blockchain, wird überleben und hat eine große Zukunft. Die hängt aber weder an Bitcoin, noch Ethereum noch Dash, Ripple oder Litecoin. Wer das Rennen am Ende macht, ist vollkommen offen.

    Die Zukunft der Technologie ist für mich unbestritten. Blockchain ist meiner Meinung nach durchaus vergleichbar mit der Bedeutung des Internets. Ob dabei für Anwendungen wie Smart Contracts (Verträge, die sich praktisch selbst ausführen) Bitcoin angewendet werden, wage ich zu bezweifeln. Für solche Anwendungen werden sich vermutlich andere Systeme durchsetzen, die gerade von Banken und anderen Unternehmen entwickelt werden.

    BITCOIN-gibt-deutlich-nach-Rally-vorbei-Kommentar-Clemens-Schmale-GodmodeTrader.de-1
    BTC/USD

    Kryptowährungen wird es trotzdem immer geben. Kein Unternehmen kann das dezentrale System, welches am Staat und der Notenbank vorbeigeht, schlagen. Kryptowährungen werden vermutlich in der nächsten Finanzkrise das beste Investment überhaupt sein und Gold blass aussehen lassen. Bis dahin wird der Kurs volatil bleiben und Bitcoin wohl auch wieder unter 1.000 Dollar fallen.

    Lesen Sie dazu auch:

    Clemens Schmale

    Sie interessieren sich für Makrothemen und Trading in exotischen Basiswerten? Dann folgen Sie mir unbedingt auf Guidants!