Können Sie sich noch an die Schlagzeilen erinnern, als der Bitcoin erstmals den Goldpreis überflügelt hat? Kaum zu glauben, aber wahr: Es ist gerade einmal neun Monate her, dass ein Bitcoin zum ersten Mal mehr kostete als eine Feinunze Gold! Inzwischen kratzt der Bitcoin an der Marke von 10.000 Dollar (auf einigen Handelsplattformen wurde die Marke heute sogar überschritten), während der Goldpreis bei 1.300 Dollar und damit nur etwas höher als vor neun Monaten festhängt. Verrückte Welt, oder?

    Die starken Kursgewinne beim Bitcoin und anderen Kryptowährungen führen natürlich dazu, dass so mancher Beobachter hier eine riesige Spekulationsblase wittert. Keine Frage: Ohne spekukaltive Übertreibungen sind die gigantischen Kursgewinne bei Bitcoin & Co. kaum zu erklären. Ein wenig "irrationaler Überschwang" gehört schon dazu, wenn der Bitcoin gegenüber dem Euro innerhalb eines Monats um mehr als 67 Prozent im Wert zulegt. Trotzdem lässt sich die Preisentwicklung beim Bitcoin nicht so einfach mit früheren Spekulationsblasen vergleichen.

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    Bitcoin: Sieht so eine Spekulationsblase aus?

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    Immer wieder wird die angebliche Bitcoin-Blase mit der Tulpenmanie verglichen - einer gigantischen Spekulationsblase in den Jahren 1636 und 1637, bei der Tulpenzwiebeln in den Niederlanden zum Preis eines Stadthauses den Besitzer gewechselt haben sollen. Doch der Vergleich mit der wahnwitzigen Tulpenspekulation hinkt an einer entscheidenden Stelle: Die Nachfrage nach Bitcoins ist gerade deshalb so groß, weil das Angebot bis ans Ende aller Zeiten begrenzt sein wird. Denn anders als Tulpen lassen sich Bitcoins eben nicht unendlich vermehren. Die Anzahl der zirkulierenden Bitcoin wird die Anzahl von 21 Millionen nie übersteigen. So ist die Währung nun einmal konzipiert.In der Realität wird die zirkulierende Menge sogar deutlich darunter liegen, da ein nennenswerter Anteil der Coins (eine aktuelle Studie kommt auf 2,8 bis 3,8 Millionen BTC) bereits heute unwiederbringlich verloren ist - vor allem dadurch, dass die User schlicht ihren privaten Key vergessen haben, um auf die Guthaben zugreifen zu können.

    Andere Spekulationsblasen sind oft dann geplatzt, wenn die dramatischen Preissteigerungen zeitverzögert auch zu einer Ausweitung des Angebots geführt haben. Steigen etwa die Immobilienpreise, dann wird mit einer zeitlichen Verzögerung auch mehr gebaut. Denn bei steigenden Immobilienpreisen ist es schlicht lukrativer, zu bauen. Das zusätzliche Angebot an Immobilien führt dann mit einer Zeitverzögerung regelmäßig dazu, dass exzessive Preissteigerungen wieder korrigiert werden. Auch bei Tulpen lässt sich das Angebot zumindest theoretisch beliebig ausweiten. Tulpen waren vor der Tulpenmanie in Westeuropa exotische Pflanzen, die aus der Ferne importiert werden mussten. Heute wachsen Tulpen an jeder Ecke - gerade in den Niederlanden.


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    Ein plötzlicher Anstieg des Angebots kann die angebliche Bitcoin-Blase jedenfalls nicht zum Einsturz bringen. Langfristig könnte das sinkende Angebot zusammen mit dem steigenden Energieverbrauch sogar dazu führen, dass die Kosten für die Erzeugung neuer Bitcoins dramatisch steigen - auf möglicherweise 300.000 Dollar pro Bitcoin im Jahr 2022, wie mein Kollege Clemens Schmale berechnet hat. (Lesetipp: BITCOIN: Wie realistisch sind 6-stellige Kursziele?)

    Ganz sicher befindet sich der Bitcoin in einer spekulativen Übertreibungsphase. Der Vergleich mit den Spekulationsblasen der Vergangenheit hinkt aber an einem entscheidenden Punkt: Eine Ausweitung des Angebots wird diese scheinbare Blase nicht zum Einsturz bringen. Weder heute, noch morgen.

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