Inzwischen kennen wir alle die Stories von den frühen Bitcoin-Enthusiasten, die Bitcoin kauften oder selbst schürften, als die Währung noch weniger als 1 USD kostete. Heute steht die Währung bei mehr als 15.000 USD. Eine hübsche Rendite.

    Es sind genau diese Stories, die Anleger immer noch animieren, ihr Geld in Kryptowährungen zu stecken. Jeder will diese Erfolgsgeschichte haben. Es ist wie ein Lottoticket. Die Wahrscheinlichkeit eines Millionengewinns erscheint jedoch viel höher. Man muss sich ja nur die Performance des letzten Jahres ansehen.

    Viele Anleger sind der Überzeugung, dass sich die Performance der vergangenen Monate noch einmal wiederholen lässt und der Bitcoin Preis auf 180.000 oder gar 1 Mio. USD steigen wird. Ob es so kommt? Wer weiß das schon. Vielleicht stehen Bitcoin in einem Jahr auch wieder bei 1 USD. Das Top zu timen habe ich persönlich aufgegeben.

    Möglich ist wirklich alles. Eine weitere Vervielfachung des Preises hängt aber vor allem davon ab, wer inzwischen schon investiert ist und wer nicht. Viele warten immer noch auf ETFs, um überhaupt teilhaben zu können. Natürlich kann man an entsprechenden Börsen Kryptowährungen handeln, doch nicht jeder tut das.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es noch einmal eine Aufwärtsbewegung gibt, wenn ETFs auf den Markt kommen. Auch im Vergleich zur Dotcom-Blase haben Kryptowährungen vielleicht noch etwas Luft nach oben. Timing ist schwierig. Vielleicht sind wir schon in den letzten Zügen der Euphorie, vielleicht aber auch erst in Jahr 1. Die Dotcom-Blase baute sich über 3 Jahre auf.

    Eine Trendwende vorherzusagen ist fast unmöglich. Immerhin gibt es ein Indiz, dass wir das Top noch nicht gesehen haben müssen. Grafik 1 zeigt dazu den Preisverlauf und die dazugehörige historische Volatilität von Bitcoin. Die erwartete Schwankungsbreite liegt zwar mit der Spanne von 50-150 % seit Juli 2017 auf hohem Niveau, aber bei weitem nicht auf einem extremen Level.

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    Wesentliche Tops wurden in der Vergangenheit von Volatilitätsspitzen von mehr als 200 % begleitet. Die folgenden Korrekturen hatten es mit 80-90 % in sich. Davon kann derzeit noch keine Rede sein. Bitcoins sind volatil, doch im Vergleich zur eigenen Historie ist das Niveau alles andere als extrem.

    Im Vergleich zum Aktienmarkt ist die Schwankungsbreite freilich blanker Wahnsinn. Grafik 2 zeigt den Vergleich des S&P 500 Volatilitätsindex VIX mit der Bitcoin-Volatilität. Letztere spielt in einer ganz eigenen Liga. Da können einem durchaus wieder Superlative in den Sinn kommen.

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