• S&P 500 - Kürzel: S500 - ISIN: US78378X1072
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 2.790,37 Pkt

London (GodmodeTrader.de) - Black Friday und Cyber Monday sind das neue Weihnachten. Was als US-Phänomen begann, bringt inzwischen auch den deutschen Einzelhandel in Stimmung. Aber nicht nur die Verbraucher gehen dieser Tage auf Einkaufstour, auch Anleger sind auf Schnäppchenjagd. Vor allem Value-Investoren finden nach dem jüngsten Ausverkauf an der Börse wieder Perlen fürs Portfolio, wie die Finanzexperten von M&G Investments in einer aktuellen Marktanalyse schreiben.

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Am Aktienmarkt hätten die Bären die Kontrolle übernommen: Nach mehr als zwei Jahren, in denen US-Aktien über ihrem 200-Tage-Durchschnitt gehandelt worden seien, habe der Ausverkauf im November die Situation umgekehrt: Inzwischen notiere der S&P 500 Index unter seinem 200-Tage-Durchschnitt, was den Pessimisten Oberwasser gebe. Doch das bedeute nicht, dass der Markt jetzt billig geworden sei. Tatsächlich werde es wohl vor allem heißen, dass die Volatilität noch weiter steige. Diese Kursschwankungen könnten aktive Value-Investoren nutzen, um ein Schnäppchen zu machen, heißt es weiter.

„Im November gab es einige plötzliche Einbrüche am Bondmarkt, zum Beispiel einen Rückgang um 26 Prozent bei General Electric, weil das Unternehmen mehr Kapital benötigt, oder bei British American Tobacco aufgrund möglicher strengerer Vorschriften für Zigaretten in den USA. Auch von einigen italienischen Emittenten haben die Märkte Abstand genommen, vor allem aufgrund des Haushaltsstreits Italiens mit der EU. Infrastrukturunternehmen wie die Genossenschaft Muratori & Cementisti leiden unter den strukturellen Problemen des Sektors und den Kürzungen der öffentlichen Ausgaben. Einige dieser Anleihen wurden vielleicht überverkauft, weil die Märkte übertrieben pessimistisch waren, aber andere sind jetzt aus gutem Grund billig. Anleger müssen bei jedem Einzelfall entscheiden, ob Preis und Wert zusammenpassen – wie Verbraucher am Black Friday“, so die M&G-Investment-Experten.

Gegenüber dem US-Dollar seien die Währungen vieler Schwellenländer regelrecht abgestürzt – vor allem im vergangenen Sommer, als die Verschlechterung der türkischen und argentinischen Wirtschaft zur Schlussverkaufsstimmung in der gesamten Anlageklasse geführt habe. Laut der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) – auch bekannt als die Bank der Zentralbanken – hätten die jüngsten Schritte die effektiven Wechselkurse einige Währungen nach unten gezogen. Manche Investoren glaubten deshalb, dass diese nun wieder einen gewissen Wert besäßen, heißt es weiter.

„Tatsächlich sind nach Ansicht der BIZ nun die Türkei und Argentinien die am besten bewerteten Schwellenländerwährungen. Doch nicht alle Währungen sind billig zu haben: Nach Ansicht der BIZ ist der peruanische Sol sogar überbewertet, vielleicht aufgrund der soliden Wirtschaft Perus: Diese wächst jährlich um 2,3 Prozent, während das Leistungsbilanzdefizit bei moderaten 1,4 Prozent des BIP liegt. Die Inflation ist mit 1,3 Prozent ebenfalls bescheiden. Peru, wie der Nachbar Chile ein führender Kupferexporteur, verzeichnet seit acht Monaten in Folge ein Investitionswachstum. Aber auch hier gilt: Qualität ist nicht das einzige Kaufkriterium. Entscheidend ist der Preis“, so die M&G-Investment-Experten.