New York (GodmodeTrader.de) - Das Bild an den Kapitalmärkten hat sich dem Vermögensverwalter BlackRock zufolge seit Anfang 2019 gewandelt. Grund dafür seien nicht zuletzt die Notenbanken: Aus Sorge vor den negativen Auswirkungen des Handelskonfliktes auf das Wachstum in der Welt hätten Fed und EZB innerhalb kürzester Zeit und quasi im Gleichschritt auf geldpolitische Lockerung umgeschaltet, wie Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, sowie Kapitalmarktstratege Felix Herrmann im Vorwort des Halbjahresausblicks des BlackRock Investment Institute (BII) auf das zweite Halbjahr schreiben.

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„Die Gefahr, dass es wieder einmal die Zentralbanken sein werden, die die Konjunktur abwürgen, scheint somit gebannt“, so Lück und Herrmann.

BlackRock erwartet, dass sich der Fokus des Marktes in den nächsten Monaten etwas verschiebt. In Folge geringer Rezessionssorgen dürfte weniger die Überlegung im Mittelpunkt stehen, wo wir uns im Zyklus befinden. Stattdessen werde es sich wohl verstärkt um die Fragen drehen, wie es mit dem Welthandel weitergehe, welchen Schaden der Konflikt zwischen den USA und China bereits angerichtet habe bzw. zukünftig anrichten werde und ob womöglich geopolitische Risiken die nächste Rezession auslösen würden. Lück und Herrmann: „Die Vergangenheit zeigt: Gerade in einer Phase, wo das Wachstum schwächelt, schlagen geopolitische Risiken stärker auf die Märkte durch.“ Entsprechend hat das BII seine Wachstumsprognose weiter gesenkt.

Obwohl sich das Marktumfeld dank einer robusten Makrodatenlage auch im zweiten Halbjahr als eher konstruktiv erweisen sollte, nimmt BlackRock bei Kapitalmarktanlagen eine etwas defensivere Positionierung ein. Eine weitere Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Portfolios sei sinnvoll. „So erfreulich die erste Jahreshälfte an den Märkten war – eine Wiederholung im zweiten Halbjahr erscheint eher unwahrscheinlich“, schreiben Lück und Herrmann. „Wichtig dabei jedoch: Höhere Widerstandsfähigkeit ist aus unserer Sicht nach wie vor nicht gleichbedeutend mit einer Untergewichtung von Aktien.“

Was die Einschätzung der einzelnen Marktsemente angeht, hat BlackRock seine Ansichten teilweise an das veränderte Umfeld angepasst. „Wir gehen davon aus, dass die EZB die Lockerungserwartungen erfüllt. Folglich schließen wir die Untergewichtung europäischer Aktien und stufen Anleihen aus der Region höher“, schreiben Philipp Hildebrand, Vize-Chairman von BlackRock, und Jean Boivin, Leiter des BII. Für US-Aktien bleibt das BII in Anbetracht vernünftiger Bewertungen positiv gestimmt. „Kuponerträge sind in einem Niedrigrenditeumfeld unverzichtbar, weshalb wir Anleihen aus Schwellenländern höherstufen. Was die Bemühungen Chinas zum Ankurbeln des Wachstums angeht, sind die Märkte unseres Erachtens zu optimistisch. Für Schwellenländeraktien mit Bezug zu China und japanische Aktien sind wir daher weniger zuversichtlich.“