• AUD/USD - Kürzel: AUD/USD - ISIN: XC000A0E4TC6
    Börse: FOREX / Kursstand: 0,68810 $
  • USD/NOK - Kürzel: USD/NOK - ISIN: XC000A0AEZY9
    Börse: FOREX / Kursstand: 8,75360 kr
  • WTI Öl - Kürzel: WTI - ISIN: XC0007924514
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 61,065 $/Barrel
  • Brent Crude Öl - Kürzel: BCOEL - ISIN: XC0009677409
    Börse: Commerzbank CFD / Kursstand: 70,495 $/Barrel

Wenn Anleger einen Traum haben, dann sicherlich vorhersehbare Performance. Das muss kein Traum sein. Das gibt es tatsächlich. In vielen Bereichen sind die Zusammenhänge so eindeutig, dass man schon Talent haben muss, um kein Geld zu verdienen.

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Das gilt unter anderem für Währungen. Es gibt einige Währungen, die stark von Rohstoffpreisen abhängig sind. Oftmals sind das Währungen aus Entwicklungsländern, aber nicht nur. Auch die norwegische Krone und der australische Dollar sind Rohstoffwährungen.

Hat man eine Ahnung, wohin sich Rohstoffpreise langfristig entwickeln, kann man mit diesen Währungen wenig falsch machen. Als es 2014 bis Anfang 2016 zum Crash bei fast allen Rohstoffen kam, verloren die Währungen entsprechend stark. Sie hatten zuvor auch kräftig gewonnen.

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Bevor der Ölpreis seinen langen Aufwärtstrend Anfang des Jahrhunderts begann, musste man für einen Dollar 9 Kronen bezahlen. 2008 waren es nur noch 4,5. Die Krone wertete also um 50 % auf (Grafik 1). Mit den fallenden Ölpreisen gab die Krone alle Gewinne wieder ab.

Seit über einem Jahr gibt es nun eine ungewöhnliche Situation. Der Ölpreis steigt, nicht aber die Krone. Diese fällt weiter. Das macht aus fundamentalen Gesichtspunkten überhaupt keinen Sinn. Genauso wenig macht es Sinn, dass der australische Dollar immer schwächer wird (Grafik 2).

Der australische Dollar war lange Zeit an den Preis von Eisenerz gekoppelt. Auch hier kam es vor über einem Jahr zur Zäsur. Die hohe und sichere Korrelation ist verschwunden. Inzwischen ist sie sogar negativ. Steigt der Eisenerzpreis, fällt der australische Dollar.

Das kann man drehen und wenden wie man will. Es macht keinen Sinn. Australien exportiert rekordverdächtige Mengen an Eisenerz. Trotz geringerer Preise ist der Wert der Exporte so nahe der Allzeithochs. Es fließt also viel Geld ins Land. Trotzdem wertet die Währung ab.


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Man muss schon lange suchen, um stichhaltige Erklärungen zu finden. Die Zinsen sind in Australien seit Jahren unverändert. In Norwegen sind sie zuletzt sogar gestiegen. Das hat den Währungen nicht geholfen. Es ist also nicht unbedingt die Geldpolitik, die hier den Ton angibt.

Norwegens Ölexporte haben sich stabilisiert. Zuvor gab es einen Trend zu niedrigerer Produktion. Das hätte eine Abwertung erklärt. Das ist seit Jahren nicht mehr der Fall und Australien exportiert Rekordmengen. Es sind also auch nicht die Mengen und auch nicht die Preise der Rohstoffe. Diese haben sich ja erholt.

Hier geht etwas anderes vor sich. Die wahrscheinlichste Erklärung ist ein radikaler Wandel hinter den Kulissen. Gerade in Australien wurde extrem viel in den Rohstoffabbau investiert. Seit dem Schock vor vier Jahren wird weniger investiert. Da die meisten Konzerne international sind, bleibt das Geld aus den Einnahmen nicht im Land. Das lastet auf der Währung.

Norwegen hat das Problem nicht. Der halbstaatliche Ölkonzern ist nicht gezwungen, das Geld ist Ausland zu bringen. Dafür tut eben das der Staat selbst. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft werden im Ausland investiert, sei es in neue Projekte oder einfach als Geldanlage des Staatsfonds.

Solange es keinen neuen Rohstoffboom inklusive hoher Investitionen gibt, ist eine nachhaltige Trendumkehr unwahrscheinlich. Bis auf weiteres kann man sich auf die Korrelation von Rohstoffpreisen und Währungen nicht verlassen.

Clemens Schmale

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