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Erfolgsgeschichten von der Börse kommen häufig aus den USA, aber es gibt sie durchaus auch ganz in der Nähe, gewissermaßen direkt vor der Haustüre. Die Geschichte von Beate Sander ist eine solche Erfolgsgeschichte. Die heute 81-jährige Börsen-Millionärin begann erst im Alter von 59 Jahren, an der Börse zu investieren. Mit der Börse kam die in Ulm lebende pensionierte Realschullehrerin in Berührung, weil sie an ihrer Schule eine Börsen-AG leiten sollte. Weil es kein passendes Lehrbuch gab, schrieb sie gleich selbst eines und im Laufe der Jahre noch viele weitere.

Beate Sander war an der Börse so erfolgreich, dass sie einen Anfangsbetrag von 30.000 Euro im Laufe der Jahre in eine Summe von mehr als einer Million Euro verwandelte. Wie hat die "Börsen-Oma" aus Ulm das angestellt? Auf einer Podiumsdiskussion, die auch auf Youtube verfügbar ist, hat Beate Sander vor kurzem ihre Erfolgsgeheimnisse verraten.

Das ganze Gespräch mit Beate Sander können Sie im folgenden Youtube-Video sehen.

https://www.youtube.com/watch?v=ZCGcr_XGk24

So funktioniert die Anlagestrategie von Beate Sander im Detail:

  • Wichtiges Grundprinzip von Sander ist die Diversifikation. "Breit gestreut, nie bereut", sagt Sander. Man solle nicht nur in 3 oder 4 verschiedene Aktien investieren, sondern in deutlich mehr, sagt Sander. Bei ihr selbst sind es aktuell mehr als 100 verschiedene Aktien. Dabei fing Sander klein an und investierte zu Beginn ihrer Börsenkarriere nur rund 1.000 bis 1.200 Euro je Aktie, um gleich in möglichst viele verschiedene Papiere investieren zu können. Trotz der breiten Diversifikation investiert Sander lieber direkt in Aktien und kauft keine ETFs. "Was mir dann fehlt ist zum einen die Spannung an der Börse und zweitens kann ich kein Stock-Picking machen", sagt Sander.
  • Sander ist eine Langfristanlegerin. "Ich will Aktien nur kaufen, wenn ich sie immer behalten will", sagt Sander. Allerdings hindere sie das nicht daran, Aktien auch wieder zu verkaufen, wenn sie sich geirrt hat. Gute Aktien, die sie ganz zu Beginn ihrer Börsenkarriere gekauft hat, besitzt sie auch heute noch. Wenn Aktien um mehrere hundert oder gar tausend Prozent zulegen, verkauft Sander nur einen kleinen Teil ihrer Position und steckt das Geld in andere Aktien.
  • Wie Peter Lynch oder Warren Buffett kauft Sander Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell sie versteht und gut findet. Das hindert sie aber nicht daran, auch Aktien von innovativen Unternehmen zu kaufen, wenn sie verstehen kann, wie diese ihr Geld verdienen.
  • Einen großen Crash wie den der Jahre 2008 oder 2009 nutzt Sander dazu, um in möglichst großem Stil Aktien günstig zu kaufen.
  • Sander kauft unter anderem klassische Value-Aktien und dividendenstarke Aktien, aber keineswegs nur. "Wichtig ist natürlich immer das Kurs-Gewinn-Verhältnis, aber es ist bitte nicht das einzige. Ich kann nicht sagen, ich kaufe nur Aktien mit einstelligem KGV. Wenn ich das tun würde, hätte ich im Depot Banken, Versicherer, Autos, Autozulieferer und alle russischen Aktien." Solche Aktien hat Sander zwar auch, aber wie sie selbst sagt, will sie auch "die Zukunft spielen", also Aktien mit großem Wachstumspotenzial kaufen, die nach klassischen Kennzahlen wie dem KGV meist deutlich höher bewertet sind. "Die Zukunft von 2019/2020, das ist die Industrie 4.0, das ist die künstliche Intelligenz mit Robotik, das ist die digitalisierte und vernetzte Welt, das ist das Internet der Dinge, das sind die Halbleiter, die Hochtechnologie-, das sind die Nasdaq-Werte, das sind die TecDAX-Werte", sagt Sander. "Der Warren Buffett hat diese Art jetzt nicht, ich habe beides. Ich sage so zwei Drittel Dividendenstars, ein Drittel auch solche modernen Aktien."
  • Sehr wichtig ist für Sander auch, wie sich der Gewinn je Aktie in den vergangenen ein bis fünf Jahren entwickelt hat. Sander kauft in der Regel nur, wenn der Gewinn gestiegen ist. "Wenn es immer weniger wird, nein danke", sagt Sander.
  • Sander achtet auch auf die Eigenkapitalquote und kauft keine Aktien von Unternehmen, die zu 95 Prozent mit Fremdkapital und nur mit 5 Prozent Eigenkapital finanziert sind. Sander kauft auch Real Estate Investment Trusts (REITs), denn diese müssen mindestens zu 55 Prozent mit Eigenkapital finanziert sein.
  • Aktien mit großen Zukunftspotential sind für Sander unter anderem die von Amgen. "Ein Biotechwert, der interessanterweise auch dividendenstark ist, interessanterweise auch niedrig bewertet ist. Und wenn man die immer gehabt hätte, ich habe sie nicht gehabt, würde man heute 38.000 Prozent Plus haben, das muss man sich mal vorstellen." Weitere interessante Zukunftswerte sind für Sander unter anderem die C- und A-Aktien von Alphabet, die Sander bei einem Kurs von rund 400 Euro kaufte und die jetzt bei ungefähr 1000 Euro stehen. Auch Amazon-Aktien hat Sander im Depot. "Für mich auch einfach ein Vorbild was die ganze Innovation, die ganze Entdeckerfreude angeht", sagt Sander.
  • Sander spekuliert bei ihren Aktien sowohl auf Kursgewinne als auch auf Dividendenausschüttungen. "Die Dividende ist bei zweifelhaften Werten (...) für mich auch durchaus ein Kaufgrund. Wenn beides zusammenkommt, natürlich umso besser", so Sander. Als Beispiel nennt Sander russische Aktien, die 2015 stark unterbewertet waren und durch hohe und steigende Dividenden überzeugen konnten. Sander kaufte damals unter anderem Papiere von Norilsk Nickel und Lukoil.
  • Sander hat Aktien aller Unternehmensgrößen. So besitzt Sander Aktien von Großkonzernen aus dem Dow Jones. Am liebsten ist ihr aber der "innovative Mittelstand" mit Aktien aus dem MDAX, dem TecDAX und SDAX. "Und ich habe auch noch ein paar kleinere", sagt Sander. Auch für Neuemissionen interessiert sich Sander und kaufte im vergangenen Jahr zum Beispiel die Aktien von Varta.
  • Besonders gut entwickeln sich nach Einschätzung von Sander auch familiengeführte Unternehmen, weswegen sie auch die Konzeption für einen Fonds entwickelt hat, der in Aktien von diesen Unternehmen investiert.

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