Der Börsengang des Cloud-Datenbankanbieters Snowflake am Mittwoch hat viele Börsianer an den Neuen Markt bzw. den Höhepunkt der Dot-com-Bubble erinnert. Damals war es üblich, dass Neuemissionen vielfach überzeichnet waren und bereits der erste Kurse deutlich, oft sogar mehr als 100 Prozent, über dem Platzierungspreis lag. Man musste also einfach Neuemissionen zeichnen, konnte die Aktien bereits am ersten Tag wieder verkaufen und hatte trotzdem satte Kursgewinne in der Tasche – allerdings natürlich nur, wenn man überhaupt Aktien zugeteilt bekam.

Beim Snowflake-IPO am Mittwoch war das ganz ähnlich. Hatte das Unternehen ursprünglich einen Platzierungspreis von 75 bis 85 Dollar angepeilt, wurden die Aktien tatsächlich bereits zu 120 Dollar ausgegeben. Der erste Kurs lag dann bereits bei 245 Dollar und im Handelsverlauf stiegen die Papiere sogar bis auf 319 Dollar, was um 165,8 Prozent über dem Ausgabepreis lag. Zum Handelsschluss belief sich das Plus gegenüber dem Ausgabepreis immerhin noch auf 112,9 Prozent.

Snowflake war keineswegs der einzige sehr erfolgreiche Börsengang für Anleger in der letzten Zeit. Auch andere Aktien konnten bereits am ersten Handelstag und danach deutlich zulegen, etwa das Insure-Tech-Unternehmen Lemonade oder die Aktien des Tübinger Biotech-Unternehmens und Covid-Hoffnungsträgers CureVac.

Dass Börsengänge auch nach dem ersten Handelstag zuletzt ein gutes Investment waren, zeigt der Renaissance IPO ETF, der gezielt in Aktien von US-Unternehmen investiert, die erst seit kurzer Zeit börsennotiert sind. In regelmäßigen quartalsweisen Überprüfungen sowie bei großen Unternehmen auch dazwischen werden jeweils die wichtigsten Neuemissionen dem ETF bzw. dem zugrundeliegenden Index hinzugefügt. Ist ein Unternehmen bereits zwei Jahren börsennotiert, werden die Aktien bei der nächsten regulären Überprüfung wieder entfernt.

Besonders seit dem Corona-Crash hat der ETF mit Aktien erst seit kurzer Zeit börsennotierter Unternehmen den marktbreiten Index S&P 500 und auch den Nasdaq-100 deutlich outperformt, wie der folgende Chart zeigt.

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Renaissance IPO ETF im Vergleich mit S&P 500 und Nasdaq-100

Die gute Performance des IPO-ETFs im letzten halben Jahr lässt sich allerdings auch dadurch erklären, dass darin Aktien hoch gewichtet sind, die von den Corona-Lockdowns besonders profitiert haben. So sind etwa die Aktien des Videokonferenzanbieters Zoom Video derzeit die größte Position im ETF.

Vor der Corona-Pandemie zeichnete sich der IPO-ETF für längere Zeit eher durch eine Unterperformance gegenüber dem breiten Markt aus. Die Strategie, Neuemissionen nach dem Börsengang zu kaufen hat im letzten halben Jahr sehr gut funktioniert, längerfristig ist die Performance aber weit weniger überzeugend. Eine langfristig bessere Strategie besteht darin, Neuemissionen zu zeichnen. Lesen Sie dazu auch den folgenden Godmode-Plus-Artikel: Wie Anleger bei Börsengängen so richtig absahnen


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