• Amazon.com übertrifft die Erwartungen um Längen
  • US-BIP wächst nur um 0,5 % statt erwarteten 0,7 %
  • Wirtschaftsstimmung in der Eurozone steigt
  • Deutsche Bank überrascht wegen geringerer Rechtskosten positiv
  • Japan behält Negativzinsen unverändert bei
  • Fed belässt Zinsen zwischen 0,25 Prozent bis 0,5 Prozent
  • Facebook liefert starke Zahlen

DAX

Der DAX notierte nach den geldpolitischen Beschlüssen der japanischen Notenbank zunächst schwächer. L&S taxiert den Leitindex am Nachmittag auf 10.300 Punkte (Xetra-Schluss: 10.299,83). Die Vorgaben von der Börse in Japan sind negativ, nachdem die Notenbank auf ihrer jüngsten Sitzung die Geldpolitik wider Erwarten nicht weiter gelockert hat. Die japanische Notenbank (BoJ) hat ihr Inflationsziel erneut nach hinten verschoben und erwartet jetzt "irgendwann" im Fiskaljahr 2017/2018 eine Teuerungsrate von 2 Prozent. Zuletzt wurde dieser Wert für die erste Jahreshälfte 2017/2018 angepeilt. Die US-Notenbank hatte nach ihrer turnusmäßigen Sitzung gestern bekannt gegeben, die Zinsen unverändert zu lassen und offengelassen, ob es im Juni zu einer Zinserhöhung kommen könnte. Die Notenbanker verwiesen auf durchwachsene Daten zu Wirtschaft, Inflation und Finanzmärkten. Offensichtlich sind die Währungshüter etwas weniger besorgt über die Risiken für die Wirtschaft, obwohl sie immer noch einige Befürchtungen über die weitere konjunkturelle Entwicklung hegen. Die US-Indizes legten nach dem gestrigen Zinsentscheid zunächst zu.

Unternehmensnachrichten

  • Amazon.com hat im ersten Quartal einen Gewinn von 1,07 Dollar je Aktie eingefahren und den Umsatz zum Vorjahr um 28,2 % auf 29,13 Milliarden Dollar gesteigert. Analysten hatten nur mit einem EPS von 60 Cents und Erlösen von 28 Milliarden Dollar gerechnet. Sprunghaft zulegen konnten das Nordamerikageschäft (Operativer Ertrag +131 %, Umsatz +27 %) und vor allem die Cloud Services (Operativer Ertrag +210 %, Umsatz +64 %). Laut Jeff Bezos wurden doppelt so viele Fire-Tablets wie im Vorjahr verkauft. Für das laufende Quartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz und Ertrag im Rahmen der Erwartungen. Nachbörslich kann die Aktie um über 10 % zulegen.
  • Carl Icahn hat auf CNBC ein Interview gegeben, und dabei verlauten lassen, dass er keine Apple-Aktien mehr besitzt. Der Kurs bricht ein.
  • Der Maschinenbauer Krones hat im ersten Quartal den Umsatz um 4,5 Prozent auf 772 Millionen Euro gesteigert. Das EBIT erhöhte sich um 10,2 Prozent auf 54,2 Millionen, das Ergebnis vor Steuern verbesserte sich um 9,8 Prozent auf 55,1 Millionen Euro. Das Konzernergebnis kletterte um 9,7 Prozent auf 38,4 Millionen Euro. Der Auftragseingang belief sich auf 822 Millionen Euro, 4,5 Prozent mehr als zuvor. Der MDAX-Konzern bestätigte die Prognose für 2016.
  • Wacker Chemie hat im ersten Quartal einen Umsatz von 1,31 Milliarden Euro (VJ: 1,33 Milliarden Euro), ein EBITDA von 228,9 Millionen Euro (VJ: 267,1 Millionen Euro) und einen Nettogewinn von 16,1 Millionen Euro (VJ: 70,6 Millionen Euro) erwirtschaftet. Wacker Chemie erhöht Ergebnisprognose für 2016 und geht jetzt davon aus, dass das EBITDA auf vergleichbarer Basis um 5-10 % steigen wird. Der Umsatz soll im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen.
  • Ströer hat seinen Umsatz im ersten Quartal um 40 Prozent auf 226,2 Millionen Euro gesteigert. Das organische Wachstum beträgt 11,5  Prozent. Das operative EBITDA legte um um 72 Prozent auf 45,3 Millionen Euro zu. Das Nettoergebnis ist mit 5,1 Millionen Euro (VJ: -3,0 Millionen Euro) positiv.
  • MTU Aero Engines übertrifft im ersten Quartal mit einem EBIT von 131,3 Millionen Euro (VJ: 98 Millionen Euro) und einem bereinigten Nettogewinn von 91,5 Millionen Euro (VJ: 68 Millionen Euro) die Analystenschätzungen von 118 Millionen Euro bzw. 73 Millionen Euro. Der Umsatz liegt mit 1,10 Milliarden Euro (VJ: 1,10 Milliarden Euro) unter den Erwartungen von 1,14 Milliarden.
  • Takkt hat im ersten Quartal einen Umsatz von 273,7 Millionen Euro (VJ: 252,3 Millionen Euro), ein EBITDA von 47,2 Millionen Euro (VJ: 43,8 Millionen Euro) und einen Vorsteuergewinn von 37,7 Millionen Euro (VJ: 35,0 Millionen Euro) erwirtschaftet. Das organische Wachstum beträgt 5,7 Prozent, die EBITDA-Marge 17,2 Prozent (VJ: 17,3 Prozent).
  • Telefonica Deutschland verfehlt im ersten Quartal mit einem bereinigten OIBDA von 401 Millionen Euro (VJ: 378 Millionen Euro) die Analystenschätzungen von 412 Millionen Euro. Der Umsatz liegt mit 1,86 Milliarden Euro (VJ: 1,9 Milliarden Euro) im Rahmen der Erwartungen. Unter dem Strich wurde ein Verlust von 170 Millionen Euro eingefahren, nach einem Fehlbetrag von 25 Millionen Euro im Vorjahr. Die Prognose für 2016 wurde bestätigt.
  • Grenkeleasing hat seinen Gewinn im ersten Quartal um 22,4 Prozent auf 22,5 Millionen Euro (VJ: 18,4 Millionen Euro) gesteigert. Das operative Ergebnis verbesserte sich um 22,2 Prozent auf 30,5 Millionen Euro.
  • Die Deutsche Bank hat im ersten Quartal positiv überrascht. Das Ergebnis nach Steuern und Dritten beträgt 214 Millionen Euro (Vorjahr: 544 Millionen Euro). Analysten hatten mit einem schlechteren Ergebnis erwartet, offenbar waren von den Analysten jedoch die Rechtskosten zu hoch angesetzt worden.
  • Siltronic hat im ersten Quartal einen Umsatz von 220,6 Millionen Euro (VJ: 239 Millionen Euro), ein EBITDA von 23,6 Millionen Euro (VJ: 23,2 Millionen Euro) und ein Periodenergebnis von -11,5 Millionen Euro (VJ: 1,9 Millionen Euro) erzielt.
  • Airbus übertrifft im ersten Quartal mit einem EBIT vor Sondereffekten von 501 Millionen Euro (VJ: 651 Millionen Euro) und einem Nettogewinn von 399 Millionen Euro (VJ: 792 Millionen Euro) die Analystenschätzungen von 483 Millionen Euro bzw. 184 Millionen Euro Umsatz mit 12,2 Milliarden Euro (VJ: 12,1 Milliarden Euro) über den Erwartungen von 12,0 Milliarden Euro.
  • Facebook hat im ersten Quartal 2016 dank eines starken Wachstums die Gewinnerwartungen der Analysten übertroffen. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahresquartal um 51,9 Prozent auf 5,382 Milliarden Dollar (erwartet: 5,26 Milliarden). Das operative Ergebnis verdoppelte sich sich von 933 Millionen Dollar auf 2,009 Milliarden Dollar. Das Nettoergebnis verdreifachte sich von 512 Millionen Euro auf 1,510 Milliarden Dollar. Das Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 0,42 auf 0,77 Dollar (erwartet: 0,62 Dollar) (siehe auch: Facebook nach starken Zahlen 8 % im Plus).

Konjunkturnachrichten

  • Das Bruttoinlandsprodukt in den USA ist im ersten Quartal 2016 in der ersten Veröffentlichung um annualisiert 0,5  Prozent gestiegen. Erwartet wurde ein Zuwachs von 0,7 Prozent nach +1,4 Prozent im Vorquartal.
  • Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA ist in der Vorwoche auf 257.000 angestiegen. Erwartet wurde ein Zuwachs auf 252.000 nach 247.000 in der Woche zuvor.
  • Die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone ist im April auf 103,9 Punkte gestiegen. Erwartet wurden 103,4 Punkte nach 103,0 Punkten im Vormonat.
  • Deutschlands Arbeitslosenzahl sinkt im April um 99.000 gegenüber dem Vorjahr. Die Arbeitslosenquote sinkt damit im April auf 6,3 Prozent nach 6,5 3 Prozent im Vormonat.
  • Die Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland sind in den ersten beiden Monaten des Jahres um zusammen 33,1 Prozent auf 54.200 gestiegen - höchster Stand seit 2004.
  • Deutschlands Erwerbstätigenzahl steigt im März um 1,2 Prozent bzw. 530.000 Personen gegenüber dem Vorjahr auf rund 43,2 Millionen.

Geldpolitik

  • Japan: Statt eine von vielen Marktbeobachtern erwartete "geldpolitische Wasserstoffbombe" (WirtschaftsWoche) zu zünden, hat die japanische Notenbank (BoJ) wider Erwarten ihre Geldpolitik überraschend unverändert gelassen. Das Ziel, die jährlichen Assetkäufe bei 80 Billionen Yen - umgerechnet etwa 645 Milliarden Euro - beizubehalten, um Wachstum und Inflation anzukurbeln, bleibt unverändert bestehen. Die Entscheidung im Rat der BoJ fiel mit acht zu eins Stimmen. Auch der seit Februar gültige Einlagensatz bleibt mit minus 0,1 Prozent unverändert. Weil nach dem Notenbankentscheid der Yen kräftig aufwertete, setzten die Kurse in Tokio stark zurück.
  • USA: Die mit Spannung erwarteten Aussagen der US-Notenbank lassen Investoren an der Wall Street im Ungewissen über das weitere Vorankommen der Fed auf dem Zinspfad. Es blieb offen, ob die Fed bereits auf ihrer Sitzung im Juni erneut an der Zinsschraube drehen wird. Im Begleitstatement zum Zinsentscheid verwies die Fed auf durchwachsene Daten zu Wirtschaft, Inflation und Finanzmärkten. Die Fed sieht die heimische Wirtschaft noch immer anfällig für negative Einwirkungen von außerhalb. Die Währungshüter haben deshalb signalisiert, im laufenden Jahr nur zwei Zinserhöhungen zu planen. Noch Ende 2015 waren vier Zinsschritte für 2016 angepeilt worden (siehe auch: US-Notenbank verändert Leitzins nicht).
Termine des Tages: 09:55 Uhr - DE: Arbeitsmarktdaten April
11:00 Uhr - EWU: Konjunkturklima-Indikator April
11:00 Uhr - EWU: Wirtschaftsstimmung April
14:00 Uhr - DE: Verbraucherpreise April (Vorabschätzung)
14:30 Uhr - US: BIP Q1 (1. Veröffentlichung)
14:30 Uhr - US: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe Vorwoche

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