Rio de Janeiro/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Signale für einen Aufschwung in der größten südamerikanischen Volkswirtschaft Brasilien haben zuletzt zugenommen. Die Industrieproduktion blieb stabil, die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe besserte sich, auch der Einzelhandel erfreute sich wieder guter Geschäfte. Analysten erwarten für dieses Jahr einen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,5 Prozent und in 2018 von 1,5 Prozent. Die Inflationsrate ist zugleich von einem sehr hohen Niveau im vergangenen Jahr von über 9 Prozent auf 3,5 Prozent sprunghaft nach unten gefallen. Der geringere Preisdruck hat der brasilianischen Notenbank Spielraum gegeben, zur Unterstützung des Wirtschaftskreislaufs die Leitzinsen - der relevante SELIC-Satz - binnen Jahresfrist um fast sechs Prozent auf 8,25 Prozent zu senken.

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    Nun aber will der geldpolitische Ausschuss COPOM die Geschwindigkeit seiner Zinssenkungen abbremsen, wie Analysten der HSBC Trinkaus berichten. Demnach sollen Herabsetzungen des Schlüsselzinses bereits ab der nächsten Sitzung des Ausschusses am 25. Oktober geringer als die bisher praktizierten 100 Basispunkte ausfallen. Die Notenbanker machen ihre künftige Zinspolitik auch abhängig vom Konjunkturverlauf. Wachstumsrisiken sehen die HSBC-Analysten derzeit von den Abstimmungen im Parlament über die Sozialreformen und eventuellen Änderungen der Auslandsnachfrage aus.