Rio de Janeiro (Godmode-Trader.de) - Der Rückgang des privaten Konsums, bislang das Rückgrat des Wirtschaftswachstums, macht Brasilien zu schaffen. Die enttäuschende Inlandsnachfrage belastet auch die heimischen Einzelhändler. So sind die Branchenumsätze im April weiter geschrumpft - nach Angaben des nationalen Statistikamts von Dienstag zum 0,4 Prozent zum Vormonat. Das Ergebnis verfehlte die Erwartungen der Experten deutlich und widerspiegelt den fortwährenden Anstieg der Inflation sowie die sich verschlechternden Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt. Wir gehen von einem weiterhin gedämpften Ausblick für die Wirtschaft aus.

Die Stimmung bei den brasilianischen Verbrauchern ist derzeit schlechter als während der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008/09, wie auch die aktuelle Umfrage zum Stand des Konsumentenvertrauens zeigt. Mit 85,1 Punkten fiel deren Ergebnis im Mai auf den zweitniedrigsten Stand seit Beginn der Datenerhebung im Jahr 2005. Dabei wurde der bisherige historische Tiefstand erst im März 2015 verzeichnet.

Wie stark sich die fehlende Nachfrage derzeit auswirkt, haben das für Mai vorlegte Importvolumen mit einem Rückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 26 Prozent und die Umsätze am heimischen Automobilmarkt signalisiert. Nach Angaben der brasilianischen Vereinigung der Automobilhändler lag die Zahl der neu angemeldeten Kraftfahrzeuge im abgelaufenen Monat um 24,5 Prozent niedriger als 2014. Damit ist 2015 bislang das schwächste Jahr der Branche seit 2007.

Nachdem die Volkswirtschaft Brasiliens im Zeitraum Januar bis März bereits um 0,2 Prozent zum Vorquartal schrumpfte, weisen die Vorlaufindikatoren auf einen beschleunigten Rückgang im laufenden zweiten Quartal hin.