Rio de Janeiro (Godmode-Trader.de) - Die Wirtschaft Brasiliens liegt am Boden und dürfte in diesem und im nächsten Jahr deutlich schrumpfen. Die Inflationsrate ist im November zweistellig geworden. Die Arbeitslosenquote könnte es bis zum Jahresende werden, was den Ausblick für die Einkommensentwicklung der privaten Haushalte weiter eintrüben sollte. Auch die Unternehmen befinden sich in einem Stimmungstief, wie es sonst zuletzt in der Spitze der globalen Finanzkrise erlebt wurde. So ist der Einkaufsmanagerindex im November weiter auf 43,8 Punkte gefallen.

    Die Regierungskoalition ist zerstritten und ist nicht in der Lage, die Rahmenbedingungen für Investoren zu verbessern. Zum Beispiel wäre ein Abbau der Bürokratie, eine Vereinfachung des Steuersystems und den Ausbau der Infrastruktur dringend geboten.

    In Reaktion auf die tiefe wirtschaftliche und politische Krise in Brasilien hat die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau heruntergestuft. Wie die Agentur am Mittwoch mitteilte, wurde das Rating von 'BBB-' auf 'BB+' gesenkt. Damit wird angezeigt, dass Brasilien kein vertrauenswürdiger Schuldner mehr ist. Der brasilianische Real verlor nach der Entscheidung deutlich an Wert und notiert in der Folge zum US-Dollar auf dem tiefsten Stand seit Oktober.

    Eine Besserung ist wahrlich nicht in Sicht: Niedrige Rohstoffpreise, die schwache Nachfrage der Handelspartner und der geringe politische Handlungsspielraum dürften sich in den kommenden Monaten weiter negativ auswirken. Angesichts der Menge an Problemen wird es große Anstrengungen und viel Zeit kosten, um die erneute Wende im Ratingtrend zu schaffen.