Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Preis für das Nordseeöl Brent hatte vor einem Monat Anfang Oktober mit knapp 76 US-Dollar je Barrel ein so hohes Niveau erreicht wie zuletzt im November 2014. Eine preistreibende Kraft waren die anstehenden US-Sanktionen gegen den Iran, insbesondere die Sanktionierung der Erdöltransaktionen mit iranischen Öl-Gesellschaften, die zum 4. November in Kraft treten. „Damit dürfte der Iran als bedeutender Ölproduzent ausfallen, was nach unserer Einschätzung entsprechende Versorgungsängste geschürt haben dürfte“, schrieb die DZ Bank in einem aktuellen Trading-Update.

Der Preis ist von dem angesprochenen Peak zuletzt wieder zurückgekommen. Heute wurde Brent um rund 13 Dollar tiefer gehandelt. Zum einen hatte Saudi-Arabien mehrfach zugesichert, mögliche Angebotsausfälle durch den Wegfall des iranischen Öls auzugleichen. Auch Russland kündigte kürzlich an, trotz bereits bestehender Rekordproduktion eine Förderanhebung zu erwägen. Zum anderen hat sich die Nachfragelage entspannt. Diese lag im Juni noch 500.000 Barrel/Tag höher als im September. Die Internationale Energieagentur (IEA) und die OPEC reduzierten ihre Schätzungen zum weltweiten Nachfragewachstum.

Doch die Unsicherheit, wie hoch die Export-Ausfälle des Iran ausfallen werden, steht nach wie vor im Raum. „Sollten sich hier die Befürchtungen eines knappen Angebots verdichten, wäre dies sicherlich eine preistreibende Kraft“, meinte die DZ Bank. „Nicht außer Acht lassen sollte man jedoch auch andere Faktoren, die ebenfalls den Brent-Preis stützen könnten. Dazu gehören die geopolitischen Konfliktherde Libyen und Nigeria“. Ein potenziell belastender Faktor für den Brent-Preis wären hingegen weitere Hinweise auf eine sich abkühlende Weltkonjunktur.