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Energie: Brent verteidigt seine Gewinne der letzten Tage und handelt am Morgen bei rund 67 USD je Barrel. Die Ölpreise erhalten dabei von mehreren Seiten Rückenwind. So revidierte die US-Energiebehörde ihre Prognose für die US-Ölproduktion in ihrem gestern veröffentlichten Monatsbericht leicht nach unten. Sie soll 2019 um 1,35 Mio. auf 12,3 Mio. Barrel pro Tag steigen. Das sind 100 Tsd. Barrel pro Tag weniger als bislang erwartet. Auch für 2020 wurde die Prognose leicht reduziert. Ein Produktionsniveau von 13 Mio. Barrel pro Tag soll nun im 3. Quartal 2020 erreicht werden, ein Quartal später als in der bisherigen Prognose unterstellt. Die EIA geht weiterhin davon aus, dass die USA im nächsten Jahr zum Netto-Ölexporteur werden. Das API berichtete gestern Abend nach Handelsschluss einen unerwarteten Rückgang der US-Rohöllagerbestände in der letzten Woche um 2,6 Mio. Barrel und darüber hinaus einen kräftigen Lagerabbau bei Benzin um 5,9 Mio. Barrel. Dies könnte die Erwartungshaltung im Vorfeld der offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag entsprechend verschieben. Der massive Stromausfall in Venezuela beeinträchtigt weiterhin die Ölexporte des Landes, auch wenn die Beladung von Öltankern von einer Offshore-Plattform aus inzwischen wieder aufgenommen worden sein soll. Aufgrund der US-Sanktionen stehen die Ölexporte und die Ölproduktion Venezuelas ohnehin unter Druck. Wie ernst es die USA mit den Sanktionen meinen, verdeutlichte US-Außenminister Pompeo gestern bei einer Rede auf einer Energiekonferenz in Houston. Darin bekräftigte Pompeo auch das Bestreben der USA, die iranischen Ölexporte so schnell wie möglich auf Null zu reduzieren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Die britischen Abgeordneten haben das von der Regierung mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen inklusive des neuen Zusatzvertrages gestern Abend erneut mit großer Mehrheit abgelehnt. Damit hat Premierministerin Theresa May trotz aller Bemühungen innerhalb kurzer Zeit die zweite krachende Niederlage erlitten. Heute soll darüber abgestimmt werden, ob Großbritannien Ende des Monats ohne Abkommen aus der EU austritt. Da es wohl auch hierfür keine Mehrheit geben wird, soll am Donnerstag über eine Verschiebung des Austrittstermins entschieden werden. Wie lange der Brexit verschoben werden soll, ist ein weiteres Streitthema. Generell bringt eine Verschiebung neue Probleme mit sich, unter anderem im Hinblick auf die Europa-Wahl im Mai. Das nicht enden wollende Brexit-Chaos sollte die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen hoch halten. Die Preisreaktion von Gold auf die Ablehnung des Abkommens fiel gestern Abend aber relativ verhalten aus, obwohl die Gold-ETFs nach langer Zeit mal wieder den zweiten Tageszufluss in Folge verzeichneten. Gold hat lediglich ein paar Dollar zugelegt und wieder die Marke von 1.300 USD je Feinunze überwunden. Für Gold spricht aber auch, dass die Inflation in den USA im Februar nur verhalten ausfiel, was die US-Notenbank Fed in ihrem vorsichtigen Vorgehen bestärken dürfte. Da wir keine Zinserhöhungen der Fed in diesem Jahr erwarten, sollte Gold eine attraktive Anlagealternative bleiben. Dafür sprechen auch die niedrigen Realzinsen, die in einigen Ländern wie Deutschland sogar in vielen Laufzeitenbereichen negativ sind.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Zink ist gestern um 3,7 % gestiegen. Es hat die Marke von 2.800 USD je Tonne übersprungen, was wohl zu technischen Anschlusskäufen geführt hat, die den Preisanstieg verstärkt haben. Heute Morgen notiert Zink bei rund 2.850 USD auf einem 8-Monatshoch. Nach wie vor sind es Angebotssorgen, die dem Preis Auftrieb geben. In diesem Zusammenhang werden weiterhin vielfach die niedrigen LME-Zinkvorräte genannt. Dass die SHFE-Zinkbestände dagegen stark gestiegen sind, wird außer Acht gelassen (siehe hierzu auch TagesInfo Rohstoffe von gestern). Mehr Angebot steht zudem in den Startlöchern, nachdem unlängst auch die „Gamsberg“-Mine in Südafrika ihren Betrieb aufgenommen hat. Diese hat ein erwartetes Minenleben von über 30 Jahren und soll in der ersten Phase rund 250 Tsd. Tonnen Zinkkon­zentrat p.a. produzieren. Damit zählt sie zu den größten Zinkminen weltweit. Sie soll später auf eine Jahresproduktion von 450 Tsd. Tonnen und danach sogar auf 600 Tsd. Tonnen erweitert werden. Gemeinsam mit der „Dugald River“-Mine in Australien, die Ende 2017 in Betrieb genommen wurde, sorgt die „Gamsberg“-Mine für einen gut versorgten Markt für Zinkkonzentrat. Dies sollte sich auch in einer höheren Produktion von Zinkraffinade niederschlagen. Die höheren Zinkpreise dürften vor allem den chinesischen Schmelzen Anreiz geben, ihre im zweiten Halbjahr 2018 gedrosselte Produktion wieder hochzufahren. Wir erachten die Ange­botssorgen daher als etwas überzogen und sehen moderaten Korrekturbedarf beim Zinkpreis.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise

Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

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