• EUR/GBP - Kürzel: EUR/GBP - ISIN: EU0009653088
    Börse: FOREX / Kursstand: 0,89720 £

Paris (GodmodeTrader.de) – Falls es in Großbritannien zu Neuwahlen kommt, ist noch längst nicht ausgemacht, dass Boris Johnson auch der nächste Premierminister sein wird, der für Großbritannien auf dem nächsten EU-Gipfel die Verhandlungen führen wird. Zu sehr sei seine No-Deal-Strategie bisher nach hinten losgegangen, wie Esty Dwek, Anlagestrategin bei der Dynamic Solutions Gruppe von Natixis Investment Managers, in einem aktuellen Marktkommnetar schreibt.

WERBUNG

Zwar habe Johnson davor gewarnt, dass das Erzwingen einer Verlängerung die Verhandlungsmacht des Vereinigten Königreichs verringere, aber das Parlament sei mehr besorgt über die schrecklichen wirtschaftlichen Folgen eines „No-Deal-Crashs“. Die EU hingegen beobachte das Chaos, halte aber gleichzeitig an dem von Theresa May ausgehandelten Rücknahmeabkommen fest und werde wohl kaum Zugeständnisse beim irischen Backstop machen, heißt es weiter.

„Das Wahlergebnis wird die Weichen für die Brexit-Strategie stellen. Es könnte aber auch den Brexit vollständig in Frage stellen, da viele Parteien gesagt haben, dass sie die Durchführung eines weiteren Referendums befürworten. Sollte Boris Johnson hingegen eine absolute Mehrheit gewinnen, könnte dies auch dazu führen, dass die EU einige Aspekte des Abkommens neu verhandelt, um das auch für sie schlimmste Szenario des ‚No Deal‘ zu vermeiden. Vorerst herrscht also weiter Unsicherheit“, so Dwek

Für die Märkte dürfte das jetzt verminderte Risiko eines No-Deal-Brexits einige der Befürchtungen zerstreuen. Doch die Unsicherheit werde bis weit in den Oktober hinein anhalten, was bedeute, dass die Anleger sich weiterhin bei europäischen Vermögenswerten zurückhalten würden. „Das Britische Pfund könnte sich aber stärker erholen, wenn die Ergebnisse der Parlamentswahl die No-Deal-Drohung dauerhaft beseitigen. Auch die europäischen Vermögenswerte würden davon profitieren, da wir glauben, dass die Unsicherheit die Stimmung und die Kapitalströme belastet“, so Dwek.