Die deutsche Wirtschaft hat sich im dritten Quartal deutlich stärker erholt als angenommen: Das Bruttoinlandsprodukt stieg um 8,2 Prozent, nachdem es im zweiten Quartal noch um 9,8 Prozent geschrumpft war. Damit fehlen der deutschen Wirtschaft nur noch rund 4 Prozent, bis sie wieder am Stand vor der Krise ist. Auch wenn noch keine Details vorliegen, kann man davon ausgehen, dass es vor allem der private Konsum war, der die Wirtschaft wieder in Gang gebracht hat. Dieser hat sich nicht zuletzt wegen der staatlichen Rettungspakete und der Mehrwertsteuersenkung als wahrer Anker erwiesen. Auch der Staatskonsum dürfte sich nochmals als Treiber erweisen.

Die wirklich beeindruckende kräftige Erholung nach dem dramatischen Einbruch im zweiten Quartal konnte auch in den anderen großen Ländern der EU beobachtet werden. So wuchs die spanische Wirtschaft um 16,7 Prozent und liegt damit „nur“ noch 8 Prozent hinter dem Vorkrisenniveau. Frankreich und Italien erholten sich mit 18,2 Prozent und 16 Prozent ebenfalls kräftig und liegen ähnlich wie Deutschland 4 bis 5 Prozent hinter dem Wert vom vierten Quartal 2019.

Allerdings dürften die neuerlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in Deutschland im laufenden Quartal Schleifspuren hinterlassen. Aber wahrscheinlich bei Weitem nicht so starke wie im Frühjahr, da die Maßnahmen diesmal zielgerichteter sind. Dies gilt leider nicht für alle europäischen Länder. Daher wird es eine entscheidende Frage sein, wie sich die deutschen Exporte in den kommenden Wochen und Monaten entwickeln. Lichtblick an dieser Stelle ist die positive Entwicklung in China, die den deutschen Firmen helfen sollte.

Wir erwarten demzufolge ein schwaches viertes Quartal und ab dem kommenden Jahr ein schwaches, aber positives Wachstum.