„Rally an den Anleihemärkten“ lauten die Schlagzeilen der Presse in den letzten Wochen immer wieder. So lässt der seit langem erwartete Zinsanstieg trotz der jüngsten Zinsanhebungen in den USA weiter auf sich warten. Auch das Lager der Konjunkturbeobachter ist durch diese Entwicklung gespalten. Einige meinen dass die Weltwirtschaft stark wächst und dies auch in Zukunft, vor allem getrieben durch die asiatischen Länder, der Fall sein sollte. Gemäß einschlägiger Lehrbücher müsste dies zu Zinsanstiegen und damit einem Fall der Anleihepreise führen. Pessimisten dagegen erwarten eine deutliche Abschwächung des Wirtschaftswachstums weltweit und halten das Zinsniveau für gerechtfertigt.

Dass diese Bewegung auch an Deutschland nicht spurlos vorüber geht, zeigt ein Blick auf den Bund Future. So wurde die Abwärtsbewegung Mitte 2003 bereits im Bereich von 111 Punkten gestoppt. Mit dem erneuten Test dieses Zwischentiefs im Juli 2004 und der erfolgreichen Verteidigung dieser Marke wurde eine weitere deutliche Aufwärtsbewegung ohne größere Korrekturen eingeleitet. Ein Blick auf einen längerfristigen Chart zeigt, dass sich damit ein Doppelboden gebildet hat. Das daraus resultierende Kursziel für Charttechniker wurde letzte Woche erreicht. Das Hoch aus dem Vorjahr bei 120 Punkten erweist sich bisher als harter Widerstand. Eine größere Korrektur vom aktuellen Niveau erscheint vor allem vor dem Hintergrund der Rally des letzten halben Jahres als möglich. Oftmals entscheiden sich mittelfristige Bewegungen an derart wichtigen Chartmarken. Anlegern bietet sich unter anderem die Möglichkeit, den erreichten großen Widerstand bei 120 Punkten zum Aufbau von Shortpositionen zu nutzen. Eine Variante sind so genannte Hebelprodukte wie z.B. WAVE Puts. Zur Absicherung könnte ein Stop Loss oberhalb von 120 Punkten gesetzt werden.