• EURO STOXX 50 - Kürzel: SX5E - ISIN: EU0009658145
    Börse: STOXX / Kursstand: 3.605,61 Pkt
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An den Finanzmärkten geht es wieder hoch her. Am Montag stürzten die Börsen wegen der Angst vor einer erneuten Zuspitzung der von Trump angezettelten Handelskonflikte und schwacher Konjunkturdaten deutlich ab. Heute legt Trump nach - mit der Aussage, dass es vielleicht besser sei, mit einem China-Deal bis nach der US-Präsidentschaftswahl 2020 zu warten und mit der Ankündigung von Strafzöllen gegen Frankreich, nachdem das Land eine Digitalsteuer beschlossen hat, die vor allem die großen US-Internetkonzerne trifft.

Besonders hässlich sah die gestrige Tageskerze zum Beispiel im Euro Stoxx 50 aus, wie der folgende Chart zeigt. Eine lange schwarze Kerze, praktisch ohne Docht am unteren Ende, deren Länge deutlich größer ist als die absolute Mehrzahl aller Kerzen. Die heutige Tageskerze schließlich unterschreitet das Tief der gestrigen noch einmal signifikant.

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Euro Stoxx 50

Besonders hart traf der Sell-off Aktien, die im Vergleich zum Gesamtmarkt ein hohes Beta aufweisen, die also bei Bewegungen des Gesamtmarktes überproportional zulegen oder abgeben. Das sind zum Beispiel Aktien von ausgesprochenen Wachstumsunternehmen oder Aktien von sehr zyklischen Unternehmen.

Doch Rücksetzer wie den aktuellen gab es in den vergangenen Jahren bereits viele, und nur selten haben dunkle schwarze Kerzen auch eine längerfristige Trendwende angekündigt. Ganz im Gegenteil: Im Bullenmarkt der vergangenen Jahren konnten Trader mit der Strategie "Buy the dip" (manchmal auch "Buy the fucking dip") gutes Geld verdienen. Das gilt ganz besonders für den US-Aktienmarkt, denn die Wall Street eilte dem Rest der Welt geradezu davon.

"Buy the dip" bedeutet, dass man deutliche Kursrücksetzer im Gesamtmarkt für den Einstieg (den Kauf von Long-Positionen) verwendet. Im Bullenmarkt der vergangenen Jahre war das fast schon ein Patentrezept für schnelle Börsengewinne.

Ob "buy the dip" auch in der aktuellen Situation funktioniert, lässt sich leider erst im Nachhinein mit Gewissheit sagen. Allerdings können Trader die Erfolgsaussichten erhöhen, wenn sie sich frühere Kursrücksetzer im jeweiligen Index ansehen und die aktuelle Entwicklung mit früheren Einbrüchen vergleichen.

Beim oben gezeigten Chart des Euro Stoxx 50 etwa zeigt sich, dass lange schwarze Kerzen selten isoliert auftreten. In der Regel war "der Spuk" also nicht bereits nach einem oder zwei Tagen vorbei. Zwar kam es öfters vor, dass auf eine lange schwarze Tageskerze ein oder zwei Kerzen folgten, die eine Erholung zeigten. Anschließend ging es dann aber meist wieder deutlich nach unten. Ein Paradebeispiel etwa ist die Entwicklung im August. Auf eine initiale lange schwarze Tageskerze folgten zwar zunächst zwei freundliche Tage, auf die dann aber drei weitere Tage mit sinkenden Kursen folgten.

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Gegen eine schnelle Erholung könnten auch fundamentale Gründe sprechen. Denn in den vergangenen Wochen wurden die Kurse auch immer wieder von Aussagen Trumps und seines Gefolges, wonach eine Einigung mit China unmittelbar bevorstehe, in die Höhe getrieben. Sollte es jetzt nicht dazu kommen, könnte eine entscheidende Triebfeder der jüngsten Rally wegfallen. Auch die Konjunkturdaten könnten für neue Ernüchterung sorgen, während die Geldpolitik der Notenbanken, die monatlich wieder zweistellige Milliardenbeträge in die Märkte pumpen, eher für eine Fortsetzung des Bullenmarktes spricht.

Trader und Anleger sollten die Strategie "Buy the dip" auf jeden Fall im Hinterkopf behalten. Gut möglich, dass auch dieses Mal "der Spuk" schneller vorbei ist, als viele meinen. Klar ist aber auch: Sollte es jetzt wirklich zu einem neuen Bärenmarkt kommen, wäre "Buy the dip" nicht mehr das Patentrezept für Börsengewinne, sondern ein Rezept für große Verluste.


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