• FTSE 100 - Kürzel: UK100 - ISIN: GB0001383545
    Börse: Citi Indikation by TTMzero / Kursstand: 6.201,00 €

London (GodmodeTrader.de) - Die Emerging Markets erfahren einen breit angelegten Kursrutsch, der in den letzten Wochen noch durch die Wachstumssorgen in China, die nachgebenden Schwellenländer-Währungen, die Aussichten auf eine Zinserhöhung in den USA und die sinkenden Rohstoffpreise befeuert wurde, wie Ross Teverson, Head of Global Emerging Markets Strategy bei Jupiter Asset Management, in einem aktuellen Marktkommentar schreibt.

Im Zentrum des Orkans stehe China: Die sinkenden A-Shares aus Festlandchina und ein schwacher Einkaufsmanagerindex wirkten sich auf den gesamten Aktienmarkt und auch auf chinesische Unternehmen aus, die in Hongkong oder in den USA notierten. In US-Dollar stehe der MSCI Emerging Markets (total return) Index ca. 25 Prozent unter seinem Hoch vom April und bewege sich auf einem Niveau, das wir zuletzt 2011 gesehen hätten, heißt es.

„Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass sich der Markt zu sehr auf die gefühlten Risiken in China und generell in den Schwellenländern konzentriert. Dazu braucht man sich nur das überaus negative Szenario anzuschauen, das in die Bewertungen eingepreist ist. Das durchschnittliche Kurs-Buchwert-Verhältnis der im MSCI EM Index enthaltenen Aktien liegt mittlerweile unter 1,3 – so niedrig war es seit 2009 nicht mehr, als die Schwellenländer noch unter den Auswirkungen der globalen Finanzkrise ächzten. Die Bewertungen mancher Unternehmen sind bereits so tief gesunken, dass ihre Bargeldbestände einen wesentlichen Teil ihres Marktwerts ausmachen“, so Teverson.

Viele Wege führten von den Emerging Markets nach China und es sei verständlich, dass die Rückgänge des dortigen Aktienmarkts und die Anpassung des Renminbi-Kurses im August die Aufmerksamkeit der Anleger auf alles gelenkt hätten, was schiefgehen könnte, während China von seinem von Investitionen geprägten Wachstumsmodell wegkommen und seinen Konsum steigern wolle, heißt es weiter.

„Allerdings müssen wir als Stockpicker darauf achten, was bereits in die Aktienkurse eingepreist ist. Unserer Meinung nach hat sich der Markt in den letzten Monaten und Wochen unverhältnismäßig stark auf die Risiken statt auf die Chancen konzentriert. China steht zwar vor Herausforderungen, es gibt aber genügend Gründe für Optimismus. So beherbergt das Land innovative Unternehmen, die den positiven strukturellen Wandel vorantreiben oder davon profitieren. Zudem schafft die strukturelle Verschiebung in Richtung eines höheren Konsums Chancen für Unternehmen, die für den Markt interessante Dienstleistungen und Produkte anbieten. Wir sehen in der derzeitigen Volatilität des Marktes eine Gelegenheit, sich zu attraktiven Bewertungen in Unternehmen einzukaufen, die auf eine verlockende langfristige Dynamik ausgerichtet sind“, so Teverson abschließend.