Charttechnische Analyse erfordert ausgeprägte visuelle Fähigkeiten und die Fähigkeit aus teilweise erstaunlich wenig Informationen eine Lösung herleiten zu können. Chartisten sind aus diesem Grund in der Regel Menschen, die rechtshirn-dominant sind.

Bekanntermaßen besteht unser Großhirn (Cerebrum) aus 2 Hemisphären. Wir nutzen beide, meistens eine der beiden aber intensiver.

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Die linke Gehirnhälfte steht für folgende Eigenschaften und Fähigkeiten :

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- Lösung über Analyse, Logik, analytische Aufgaben, mathematische Fähigkeiten, logische Zuordnung und Vorgehensweise, strategisch , sequentielle Informationsstrukturierung, komplexe motorischen Funktionen, ausgeprägte Sprachfähigkeiten, in Einzelschritten vorgehend

Die rechte Gehirnhälfte steht für folgende Eigenschaften und Fähigkeiten :

- Lösung über Synthese, Kreativität, Gefühle/Emotionen, Wahrnehmung und Vergleich größerer Muster, Verhältnis zwischen Teil und Ganzem, räumliche Orientierung, musikalische Fähigkeiten ... mit wenig Informationen schnell ein "Big Picture" entwickeln, Impulsivität, ganzheitlich vorgehend, das Übergeordnete sehend, Intuition

Mir ist beim Lesen von Interviews erfolgreicher Chartisten und Trader aufgefallen, dass viele als Hobby das Spielen eines Musikinstruments angeben. Sehr interessant, wie ich finde. In der Medizin lernt man, dass musikalische Menschen im Rückenmark einen ausgeprägter ausgebildeten Strang (Tractus) haben. Leitungsbahnen, die eine wichtige Rolle für subkortikale (unbewußte) Fähigkeiten spielen. Subkortikale Prozesse wie das Atmen werden normalerweise über das Kleinhirn (Cerebellum) gesteuert. Aber auch das Auswendiglernen von Klavierstücken bedeutet das Verlagern von Abläufen auf die subkortikale Ebene. Ich habe übrigens in meiner Kindheit und Jugend fast 10 Jahre lang Klavier gespielt.

Wenn ich als Charttechniker auf Kursverläufe schaue, die Trend- und Kursmuster lese, dann erfordert das starke visuelle Fähigkeiten. Bei meinen Kollegen und mir fließt die Börse mit all ihren Kursen in unseren Adern. Ein Blick auf einen Chart und das Ergebnis steht bereits fest. Die anschließende eingehendere Analyse dient der Feinjustierung, das Hauptergebnis steht jedoch schon nach wenigen Sekunden fest. Und vieles spielt sich dabei im Unterbewußten ab, es sind subkortikal ablaufende Prozesse.

Abgesehen davon, dass Sie eingangs die Zuordnung der Eigenschaften und Fähigkeiten gesehen haben und sich damit tendenziell selbst zuordnen konnten, werfen Sie einen Blick auf die Silhouette der sich drehenden (wahrscheinlich) jungen Dame.

Dreht sie sich nach links oder nach rechts ?

Wenn Sie eine rechtsdrehende Dame sehen, dann sind Sie rechtshirn-dominant.
Wenn Sie eine linksdrehende Dame sehen, dann sind Sie linkshirn-dominant.

Je schneller und eindeutiger Sie die Drehrichtung zuordnen können, desto stärker weisen Sie eine Hemisphärendominanz auf. Auffallend bei uns im Büro war, dass insbesondere die weiblichen Mitarbeiterinnen einen gelegentlichen Wechsel der Drehrichtung feststellten. Mal links, mal rechts ...

Was mich anbelangt, bin ich sowas von rechtshirn-dominant, dass ich schon Schlagseite nach rechts haben müßte.

Wie dem auch sei. Ein interessantes Thema. Mal was anderes als die Kommentierung fallender Rohstoffpreise ...

Herzliche Grüße,
Ihr Harald Weygand