New York (Godmode-Trader.de) - China ist offenbar bereit, ein Teilhandelskommen mit den USA abzuschließen, um mögliche Nachteile für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt einzudämmen. Dies berichtete Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die chinesischen Unterhändler, die nach Washington zu neuen Gesprächen reisen, zeigten sich zuletzt wenig optimistisch, dass eine tiefgreifende Einigung erzielt werden könne, die den Handelskrieg zwischen den beiden Volkswirtschaften für alle Tage beenden würde. Aber die politische Führung Chinas würde ein begrenztes Abkommen akzeptieren, solange keine Zölle mehr von Präsident Donald Trump erhoben werden, einschließlich der für Oktober und Dezember geplanten neuen Abgaben. Im Gegenzug bietet Peking unter anderem den Kauf von Agrarprodukten an, ohne aber in grundlegenden, wichtigen Punkten nachgeben zu wollen, sagte der Insider der Nachrichtenagentur, ohne weitere Details zu nennen.

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Vorbehaltlich eines Abkommens in dieser Woche planen die USA, die Zölle von 25 Prozent auf 250 Milliarden Dollar chinesischer Importe ab Dienstag auf 30 Prozent anzuheben. Ein echter Bug vor den Schuss für die US-Verbraucher würde am 15. Dezember kommen, wenn eine Einfuhrsteuer von 15 Prozent den Rest der chinesischen Produkte, einschließlich Smartphones, Laptops und Kinderspielzeug, trifft. Bisher weitgehend zollfrei, würden „Made-in-China“-Konsumgüter in der Mitte des wichtigsten Shoppingmonats des Jahres sich entsprechend verteuern.

Zuletzt wurde das Gesprächsklima von neuen Spannungen torpediert, nachdem die US-Regierung Visa-Restriktionen gegen Vertreter der chinesischen Regierung und der Kommunistischen Partei verhängt sowie 28 chinesische Regierungs- und Handelsorganisationen auf eine schwarze Liste gesetzt hatte. Gleichwohl bleiben Experten zuversichtlich, dass die Parteien eine Übereinkunft treffen können. „Ich denke, dass es in den kommenden Handelsgesprächen einen Durchbruch geben könnte, da beide Seiten gute Gesten und positive Signale ausgedrückt haben", sagte Huo Jianguo, ein ehemaliger Beamter des chinesischen Handelsministeriums, der jetzt Vizepräsident der China Society For World Trade Organization Studies ist, zu Bloomberg. Die jüngste schwarze Liste und Sanktionen aus den USA sei nur eine weitere übliche Taktik, um zu zeigen, dass die USA über mehrere Instrumente in den Handelsverhandlungen im Einklang mit Trumps Politik der maximalen Druckausübung verfügen. „Es ist für uns kaum überraschend und wir sollten es nicht zu ernst nehmen“.

Bloomberg berichtete bereits im September, dass die Trump-Administration vorgeschlagen hat, einen begrenzten Deal anzubieten, der einige US-Zölle verzögern oder sogar zurückschrauben würde. Die Chinesen sollten im Gegenzug mit Blick auf den Schutz des geistigen Eigentums und landwirtschaftlichen Käufen Konzessionen machen.

Die Regierung von Präsident Xi Jinping steht unter Druck, den sich ausweitenden Konflikt einzudämmen, da der Handelskrieg die Abwärtsspirale auf Chinas Wirtschaft beschleunigt. Gleichzeitig hat sich Peking gegen Reformen seiner Industrie- und Wirtschaftspolitik gewehrt, die den Einfluss der Kommunistischen Partei auf die Wirtschaft schwächen könnten.