Peking (Godmode-Trader.de) - In China zieht die Preisteuerung auf Verbraucherebene wieder an. Grund sind stark steigende Lebensmittelpreise. Wie das Statistikamt am Montag in Peking mitteilte, lag die Inflation im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 0,2 Prozent. Volkswirte hatten mit einer Stagnation gerechnet.

Vor allem die Lebensmittelpreise verteuerten sich überdurchschnittlich. Die hier stark gewichteten Schweinefleischpreise kletterten um 6,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, da die Einfuhrbestimmungen für Fleisch verschärft wurden. Die Preise sind immer noch niedriger als vor einem Jahr, als das Schweinefleischangebot aufgrund der Afrikanischen Schweinepest noch knapper war, aber der Rückgang im Jahresvergleich hat sich von deutlich abgeschwächt.

Der Preisdruck auf der Nachfrageseite hat sich ebenfalls verstärkt. Zwar ging die Kerninflation der Verbraucherpreise leicht auf 0,4 Prozent zurück, doch stabilisierten sich die Preise im Monatsvergleich nach Rückgängen in den Vormonaten. Höhere Energiepreise trieben die Inflation bei Nicht-Nahrungsmitteln in die Höhe. „Die Verbraucherpreise könnten in den nächsten Monaten aufgrund des Anstiegs der Schweinefleischpreise vor einem Jahr wieder in die Deflation abrutschen, was sich jedoch als vorübergehend erweisen sollte“, kommentierte das Analysehaus Capital Economics.

Unterdessen verringerte sich der Rückgang der Erzeugerpreise. Bei den Preisen, die Hersteller für ihre Produkte verlangen, meldete das Statistikamt für Dezember eine Jahresrate von minus 0,4 Prozent. So schwach waren Chinas Produzentenpreise seit dem vergangenen Februar nicht mehr gefallen. Analysten waren für Dezember im Schnitt von einem Rückgang um 0,7 Prozent ausgegangen. Im November waren die Erzeugerpreise im Jahresvergleich noch um 1,5 Prozent gesunken. Besonders die Energiepreise (Ölpreis) zogen zuletzt wieder deutlich an.