Peking (Godmode-Trader.de) - In China stehen die Zeichen den offiziellen Konjunkturdaten nach zu urteilen auf Erholung. Im August entwickelten sich sowohl die Industrieproduktion als auch der Einzelhandelsumsatz sowie die Investitionen in Sachanlagen besser als zuletzt und als erwartet.

Das Wachstum der Industrieproduktion beschleunigte sich von 4,8 Prozent im Vormonat auf 5,6 Prozent (jeweils im Jahresvergleich), was bedeutet, dass das Wachstum saisonbereinigt von 0,1 auf 1,3 Prozent stieg. Dies ist der stärkste Anstieg in diesem Jahr. Von Bloomberg befragte Volkswirte hatten zudem mit einem geringeren Zuwachs von 5,1 Prozent gerechnet.

Die Investitionsausgaben verbesserten sich von plus 6,0 Prozent im Juli auf plus 7,6 Prozent im letzten Monat. Die Haupttriebkraft dafür war das Wachstum der Investitionen bei den Industrieunternehmen. Auch die Immobilieninvestitionen legten zu, und zwar von 11,6 Prozent auf 12,1 % Prozent. Überraschenderweise verlangsamte sich angesichts der Ausgabe von Staatsanleihen, die in den letzten Monaten für den Infrastrukturbau vorgesehen waren, aber das Wachstum der Infrastrukturausgaben.

Der Einzelhandelsumsatz legte im August im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent zu, nachdem er im Juli noch um 1,1 Prozent gefallen war. Es war das erste Mal seit dem Corona-Einbruch, dass der Umsatz im Einzelhandel zulegte. „Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt und die Wiederbelebung des Verbrauchervertrauens deuten darauf hin, dass die Erholung im Dienstleistungssektor noch nicht abgeschlossen ist“, erwartet das Analysehaus Capital Economics. Zudem dürfte laut den Experten das Wachstum in der Industrie und im Baugewerbe kräftig bleiben, da die staatlichen Fiskalausgaben im weiteren Verlauf des Jahres weiter erhöht werden sollen und der jüngste Anstieg des Gewinnwachstums in der Industrie auch die Aussichten für Investitionen im Verarbeitenden Gewerbe verbessert hat. „Alles in allem ist die Wirtschaft auf dem besten Weg, vor Ende des Jahres zu ihrer Wachstumsrate von vor dem Virus zurückzukehren;“ resümiert Capital Economics.