Wien (BoerseGo.de) - Chinas Aktienmärkte haben in den vergangenen Wochen kräftig zugelegt. Vom Chartbild her könnte damit die Phase einer jahrelangen Seitwärts-/Abwärtsbewegung zu Ende gehen. Zudem zählt China derzeit sicherlich zu den unpopulärsten Schwellenländerbörsen bei internationalen Investoren. Auch daraus ergäbe sich vermutlich Aufwärtspotential, wie Angelika Millendorfer, Leiterin des Teams Emerging Markets Aktien bei Raiffeisen Capital Management, im aktuellen Kapitalmarktbericht zu den globalen Emerging Markets schreibt.

Doch die fundamentale, wirtschaftliche Situation spreche nicht für kräftig steigende Aktienkurse. Offiziellen Zahlen zufolge werde das Wirtschaftswachstum 2014 um die sieben bis 7,5 Prozent betragen, doch andere Indikatoren stünden einmal mehr im Widerspruch dazu. Auch bleibe unverändert völlig unklar, wie das Kreditwachstum von bislang hohen zweistelligen Zuwachsraten verringert werden könne, ohne dass darunter das Wirtschaftswachstum massiv leide. Nicht zuletzt sei die Kursrallye zuletzt von reichlich Phantasie begünstigt worden. Chinas Aktienmarkt sei insgesamt nicht teuer – doch das vor allem wegen der sehr stark in den Indizes gewichteten Bankaktien. Dabei trauten die Investoren den Bankbilanzen offenkundig nicht über den Weg - und mögliche negative Effekte daraus würden auf fast alle anderen Branchen überspringen, heißt es weiter.

Raiffeisen Capital Management sieht derzeit nur ein begrenztes Potential für weitere Kursanstiege des Gesamtmarktes in China. „Der Fokus liegt daher umso stärker auf einzelnen Unternehmen und unternehmensspezifischen Sondersituationen“, so Millendorfer.