Peking (Godmode-Trader.de) - Mit Blick auf den US-chinesischen Handelsstreit wird der Ton wieder rauer. In einem Leitartikel der Zeitung der Kommunistischen Partei "People's Daily“ hieß es, die Entschlossenheit Chinas, die nationalen Interessen zu schützen, sei steinhart. Der Handelskrieg könne China bei weitem nicht zu Fall bringen, heißt es vom Kommentator. Er werde nur das Wachstum weiter ankurbeln.

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Doch an dieser Einschätzung dürften Zweifel aufkommen, nachdem zuletzt sehr schwache Konjunkturdaten aus dem Reich der Mitte kamen. Dass sich die Konjunktur bedingt durch den Handelsstreit mit den USA abschwächt, ist auch der politischen Führung in Peking durchaus bewusst. Jedenfalls lässt ein Reuters-Bericht darauf schließen. Die Zeitung "South China Morning Post" habe am Freitag berichtet, der hochrangige KP-Vertreter Wang Yang erwarte, dass das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr im schlimmsten Fall um bis zu ein Prozentpunkt gegenüber 2018 zurückgeht. Diese Einschätzung habe er vor einer Delegation von Geschäftsleuten aus Taiwan genannt, so Reuters. China erwartet für dieses Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 6,0 bis 6,5 Prozent. Dies wäre das langsamste Wachstum seit drei Jahrzehnten.

US-Präsident Donald Trump, der den Handelskrieg im vergangenen Jahr losgetreten hat, fordert von Peking, dass das massive Defizit der USA im Handel mit China, das im vergangenen Jahr auf über 539 Mrd. US-Dollar angeschwollen war, abgebaut wird. Er besteht zudem darauf, dass Peking nachprüfbare Maßnahmen zum Schutz der Rechte an geistigem Eigentum, zum Technologietransfer und zu einem besseren Zugang von US-Waren auf die chinesischen Märkte ergreift.

Wang Yang legte zwar keine Strategien für den Umgang mit den Folgen des Handelskrieges dar. Gleichwohl ist er der erste Beamte des obersten politischen Gremiums der KP, der so offen über die möglichen Auswirkungen des Handelskrieges spricht.