1. Die Inflationsrate in China ist im Mai stärker als erwartet auf 1,4 % yoy angestiegen (Bloomberg-Median: 1,3 % yoy; April: 1,2 % yoy). Dieser Anstieg ist insbesondere auf die Zunahme der Nahrungsmittelpreise und der Kraftstoffpreise zurückzuführen. Die Nahrungsmittelpreise erhöhten sich im Mai um 1,9 % yoy (April: 1,8 % yoy), die Preise für Obst und Gemüse sogar um 14,6 % yoy. Die Kraftstoffpreise und die Preise für Autoersatzteile verzeichneten ein Plus von 13,2 % gegenüber dem Vorjahr (April: 11,2 % yoy). Trotz der eingeleiteten Straffung der Geldpolitik sollten die noch stark anschwellende Geldmenge sowie die derzeit zunehmende Dynamik des privaten Konsums weitere negative Folgen auf die Preisniveauentwicklung haben. Wir rechnen in den nächsten Monaten mit einem anhaltenden Anstieg der Inflation.

2. Die bereits am Freitag veröffentlichten Erzeugerpreise haben ebenfalls negativ überrascht. Sie sind im Mai im Vorjahresvergleich um 2,4 % gestiegen (Bloomberg-Median: 2,0 % yoy; April: 1,9 % yoy). Die Preise für Rohstoffe, Kraftstoffe und Energie haben um 5,5 % gegenüber dem Vorjahr zugenommen (April: 4,9 % yoy). Wir rechnen mit weiterem Aufwärtsdruck für die Erzeugerpreise in den nächsten Monaten. Aufgrund der steigenden Konsumnachfrage rechnen wir mit besseren Überwälzungsmöglichkeiten und dann zu einem verstärkten Preisdruck auf die Konsumentenpreise.

3. Die Handelsbilanz der Volksrepublik hat im Mai ein Rekordüberschuss verzeichnet. Im Mai betrug der Leistungsbilanzüberschuss USD 13,0 Mrd. (Bloomberg-Median: USD 12,0 Mrd.; April: USD 10,46 Mrd.). Der hohe Überschuss sollte in den nächsten Monaten erneut die Diskussionen mit den USA über die chinesische Wechselkurspolitik schüren. Im März hatten die US-Senatoren Graham und Schumer nach einem Besuch in der Volksrepublik entschieden, die Diskussionen über Strafzölle gegen chinesische Produkte bis September zu vertagen.

4. Die Straffung der Geldpolitik – die mit der Leitzinsanhebung am 28. April eingeleitet wurde –sollte sich in den nächsten Monaten fortsetzen. Wir erwarten eine weitere Straffung durch ein Maßnahmenpaket, das eine Anhebung der Mindestreservesätze für die Banken, weitere Leitzinsanhebungen und administrative Beschränkungen für die Kreditvergabe – insbesondere für den überhitzten Immobiliensektor – beinhaltet. Die aktuelle Straffung zielt insbesondere auf die Zügelung der Investitionstätigkeit und der Kreditvergabe ab, die sich in den vergangenen Monaten erneut beschleunigt haben. Obwohl der Zentralbankgouverneur Zhou Xiaochuan in der vergangenen Woche äußerte, keine unmittelbaren Pläne für eine weitere Straffung zu haben, glauben wir dennoch, dass kurzfristig solche Maßnahmen bekannt gegeben werden.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.